Influenza bei Mensch und Tier

Geflügelpest aktuell

Geflügelpest in Deutschland Stand: 3.5.2021

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, teilt Mitte April mit, dass in Deutschland seit dem 30.10.2020 fast 1.200 Fälle von HPAIV H5 (hochpathogene Aviäre Influenza H5) bei Wildvögeln nachgewiesen und über 230 Ausbrüche bei Geflügel, davon 7 in Zoos bzw. Tierparks, festgestellt wurden. Im Nutzgeflügelbereich mussten bisher über 1,4 Million Geflügeltiere getötet werden.

Eine Vielzahl europäischer Länder meldet weiterhin Wildvogel-Geflügelpestfälle bzw. Ausbrüche im Nutzgeflügelbereich.


Karte zu HPAI in Deutschland und Europa (Stand: 29. April 2021)

FLI-Risikoeinschätzung, 26.04.2021

In Deutschland war in den letzten Tagen tendenziell ein Rückgang in der Zahl der neuen Ausbrüche und Fälle zu beobachten. Das Risiko der Ausbreitung in Wasservogelpopulationen und des Eintrags in Geflügelhaltungen und Vogelbeständen wird als mäßig eingestuft. Es ist von einem mäßigen Eintragsrisiko durch Verschleppung des Virus zwischen Geflügelhaltungen innerhalb Deutschlands auszugehen. Große Vorsicht ist beim Handel mit Lebendgeflügel im Reisegewerbe und innergemeinschaftlichem Verbringen in Bezug auf Länder mit ausgeprägtem Geschehen angezeigt. Biosicherheit in den Geflügelhaltungen sollte weiterhin überprüft und optimiert werden.

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) teilt mit, dass seit November 2020 die Geflügelpest auch in Bayern auftritt.

In den Landkreisen Bayreuth, Ebersberg, Erding, Kulmbach, Mühldorf a. Inn, Roth, Schwandorf, Weißenburg-Gunzenhausen und Würzburg wurden im aktuellen Geschehen 2020/2021 Fälle von Geflügelpest bei Hausgeflügel durch das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bestätigt.

In den Landkreisen bzw. kreisfreien Städten Bamberg, Bayreuth-Stadt, Cham, Deggendorf, Erlangen-Höchstadt, Haßberge, Hof Stadt, Ingolstadt Stadt, Kitzingen, Kulmbach, Landsberg am Lech, Lichtenfels, Neuburg-Schrobenhausen, Neustadt a. d. Waldnaab, Passau, Regen, Roth, Schwandorf, Starnberg, Straubing-Bogen, Straubing Stadt, Tirschenreuth und Weißenburg-Gunzenhausen wurden Fälle von Geflügelpest bei Wildvögeln nachgewiesen (Stand: 13.04.21).

Geflügelpest in Deutschland Stand: 22.2.21

Das Geflügelpestgeschehen ist in Deutschland noch nicht erloschen. Vor allem die norddeutschen Bundesländer mit ihren Küstenregionen sind betroffen.

Bisher wurden 625 Ausbruchsherde bei Wildvögeln und 65 Fälle beim Hausgeflügel amtlich bestätigt (Stand 21.02.2021). Viele Tausende Wildvögel sind der Seuche schon zum Opfer gefallen. Zehntausende Puten, Hühner, Gänse und Enten in den Nutzgeflügelhaltungen mussten im Rahmen der staatlichen Bekämpfungsmaßnahmen gekeult und unschädlich beseitigt werden.

Wie wir Anfang Februar berichteten, kam es nach dem Erstbefund in Bayern im November 2020 im Landkreis Passau zu weiteren Ausbrüchen. Am 05. 01. 2021 teilte das Landratsamt Landsberg am Lech mit, dass das Geflügelpest – Virus bei einem tot aufgefundenen Schwan in Apfeldorf nachgewiesen wurde.

Auch im Landkreis Hassberge wurde bei drei Schwänen das H5N8-Geflügelpest-Virus amtlich bestätigt.

Ende Januar wurde bei einer Möwe aus dem Gemeindegebiet Herrsching die Geflügelpest nachgewiesen.

Der erste Fall von Geflügelpest in einem bayerischen Geflügelbestand wurde in der Gemeinde Pottenstein im Landkreis Bayreuth am 29. Januar festgestellt. Das Friedrich-Loeffler-Institut hatte den Ausbruch in einem kleinen Hausgeflügelbestand mit rund 20 Hühnern amtlich bestätigt. Der Betrieb wurde von der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde gesperrt und die Tiere gemäß der Geflügelpest-Verordnung gekeult. Die weiteren Maßnahmen vor Ort, darunter auch die Anordnung der Stallpflicht, wurde durch das Landratsamt geregelt. Wegen der Nähe zum Landkreis Forchheim wurden auch dort durch das Landratsamt entsprechende Maßnahmen ergriffen.

Der jüngste Ausbruch in Bayern wurde am 19. Februar Im Landkreis Erlangen-Höchstadt bekanntgegeben. Nach offiziellen Angaben wurde ein Fall von „H5N8-Vogelgrippe“ und damit von Geflügelpest bei einer Kanadagans amtlich festgestellt.

Zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung des Virus und insbesondere zum Schutz von Haus- und Nutzgeflügel wurden deshalb im gesamten Landkreis Erlangen-Höchstadt und wegen der räumlichen Nähe auch im Erlanger Stadtgebiet Schutzmaßnahmen angeordnet.

In den Medien tauchte jüngst die Meldung auf, dass es erstmalig zu einer Infektion von Menschen mit dem Virus der Geflügelpest vom Typ H5N8 in der Russischen Föderation gekommen ist. Bisher gab es keine Hinweise darauf, dass der aktuell in Deutschland das Gefügelpestgeschehen dominierende Virussubtyp H5N8 auf den Menschen übertragen wird. Im Gegensatz zum Virustyp H5N1, dem vor Jahren viele Hundert Menschen vor allem in Asien zum Opfer gefallen sind.

Es darf jedoch nicht vergessen werden, dass der Geflügelpesterreger mit seinen verschiedenen Subtypen prinzipiell ein Zoonoseerreger ist, der auf den Menschen übertragen werden und seine krankmachenden Eigenschaften auch hier entfalten kann.

Da die Meldung von toten bzw. kranken Vögeln ans Veterinäramt und die Untersuchung derselben für die Identifizierung eines Seuchengeschehens so wichtig ist, sollen die Tiere nie ohne Handschuhe oder ohne eine über die Hand gestülpte Plastiktüte angefasst werden. Falls doch geschehen, sollten die Hände sofort desinfiziert werden.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie das zugehörige Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) sind mit den Experten in der Russischen Föderation in engem Kontakt.

Geflügelpest in Deutschland, 1.2.2021

Seit Ende Oktober 2020 tritt die Geflügelpest wieder verstärkt in Deutschland auf, nachdem bereits in den Wochen zuvor etliche andere europäische Länder Fälle von Vogelgrippe, wie die Tierseuche verharmlosend in der Umgangssprache auch genannt wird, bei Wildvögeln, aber auch im Nutzgeflügelbereich gemeldet hatten. Fast täglich werden Geflügelpestfälle im Wildvogelbereich bzw. Ausbrüche bei Nutzgeflügel und in Hobbyhaltungen mit Millionen Tierverlusten aus Groß Britannien, den Niederlanden, Frankreich mit Korsika, Dänemark, Irland, Belgien, Spanien, Italien, Norwegen, Schweden, Polen, Slowenien, Kroatien, Slowakei und Ungarn gemeldet.

Mit dem Vogelzug wurden inzwischen Tausende Fälle der hochpathogenen aviären Influenza, hervorgerufen durch den Virus- Subtyp H5N8, vor allem an Nord- und Ostseeküste bei wilden Wasservögeln wie Wildenten und Wildgänsen, aber auch bei Greif- und Rabenvögeln sowie Möwen nachgewiesen. Im Wildvogelbereich ist das betroffene Artenspektrum in ganz Europa ähnlich.

Dreizehn Bundesländer sind bisher betroffen: Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Brandenburg, Bremen, Sachsen, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Berlin, Hessen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Neben Ausbruchsgeschehen im Wildvogelbereich sind aktuell fast 40 Ausbrüche bei Nutz- und Hausgeflügel, vor allem im geflügeldichten Landkreis Cloppenburg, festgestellt worden. Zehntausende Puten, Hühner und Enten mussten gekeult und unschädlich beseitigt werden. Fast alle Haltungen befinden sich in Gebieten, in denen vermehrt tote und positiv getestete Wasservögel gefunden wurden. Die Geflügelpest ist eine anzeigepflichtige Tierseuche und wird staatlich bekämpft.

Während vom vorherrschenden Virustyp H5N8 für den Menschen laut Expertenmeinung keine Gefahr ausgehen soll, wurden im Landkreis Vorpommern-Rügen bei totgefundenen bzw. im Rahmen des Wildvogel-Monitorings im letzten Herbst erlegten Wildvögeln neben den Subtypen H5N8 und H5N5 auch der Subtyp H5N1 festgestellt, der unter bestimmten Umständen auf den Menschen übertragen werden kann.

Das Risiko der weiteren Ausbreitung in Wasservogelpopulationen und eines Eintrags in Geflügelhaltungen und in zoologische Einrichtungen bzw. der weiteren Verbreitung mit all ihren dramatischen Folgen wird vom Bundesinstitut für Tiergesundheit, dem Friedrich-Loeffler-Institut, als hoch eingestuft.

….in Bayern

In Bayern wurde der Erreger H5N8 im November letzten Jahres erstmals bei mehreren Stockenten im Landkreis Passau nachgewiesen.

Am 5. Januar 2021 teilte das Landratsamt Landsberg am Lech mit, dass die Geflügelpest im Landkreis ausgebrochen ist. Das Virus wurde bei einem tot aufgefundenen Schwan in Apfeldorf nachgewiesen. Für die rund 800 Geflügelhaltungen im Landkreis wurde sofort Stallpflicht angeordnet. Der Leiter des örtlichen Veterinäramtes mutmaßt, dass sich das Virus bereits in der Umgebung ausgebreitet hat, weil viele Wasservögel am Lech und am Ammersee überwintern bzw. rasten. Die oft lange Zeit symptomlos infizierten Wildvögel gelten als „mobile Virusträger“ und verbreiten das Virus von den Rastgewässern in das Hinterland. Greifvögel und Rabenvögel ernähren sich u.a. auch von toten Wasservögeln. Durch das Verschleppen von Innereien und Körperteilen können Acker- und Weideflächen mit dem Erreger kontaminiert werden. Personen und Fahrzeuge, die solche Flächen betreten, können dieses Virus weiterverbreiten und auch in Geflügel-haltende Betriebe eintragen.

Auch im Landkreis Hassberge ist ein Fall von Geflügelpest amtlich bestätigt: Bei drei Schwänen wurde das H5N8-Geflügelpest-Virus vom nationalen Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) nachgewiesen. Zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung und insbesondere zum Schutz von Haus- und Nutzgeflügel wurden deshalb im gesamten Landkreis Hassberge Schutzmaßnahmen, z.B. eine allgemeine Stallpflicht angeordnet. Sie gilt sowohl für gewerbsmäßige Geflügelhalter als auch für Züchter und Privatpersonen, die Geflügel halten. Das Landratsamt wies darauf hin, dass Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen der Allgemeinverfügung und der Geflügelpest-Verordnung mit einer Geldbuße bis zu 30.000 Euro geahndet werden können.

Seit wenigen Tagen ist die Geflügelpest auch im Münchner Umland „aktenkundig“ geworden. Wie das Landratsamt Starnberg meldete, wurde bei einer Möwe aus dem Gemeindegebiet Herrsching am 26. Januar 2021 das gefürchtete Virus nachgewiesen. Deshalb gilt auch im gesamten Landkreis ab sofort und vorerst bis 15. März Stallpflicht für Geflügel. Zudem greifen strikte Hygienemaßnahmen.

Leider hat die Geflügelpest nun auch in Bayern den Wildvogelbereich verlassen und ist auf Nutzgeflügel „übergesprungen“…..

Der erste Fall in einem bayerischen Geflügelbestand wurde in der Gemeinde Pottenstein im Landkreis Bayreuth bestätigt. Das Friedrich-Loeffler-Institut hat den Ausbruch in einem kleinen Hausgeflügelbestand mit rund 20 Hühnern amtlich bestätigt.                                                                                    Der Betrieb wurde von der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde gesperrt und die Tiere gemäß der Geflügelpest-Verordnung gekeult. Die weiteren Maßnahmen vor Ort, darunter auch die Anordnung der Stallpflicht, wurde durch das Landratsamt geregelt. Wegen der Nähe zum Landkreis Forchheim wurden auch dort durch das Landratsamt entsprechende Maßnahmen ergriffen.

Verstärkte Biosicherheitsmaßnahmen gegen Geflügelpest

Zum Schutz der bayerischen Geflügelhaltungen hat das Bayerische Umweltministerium (StMUV) am 1. Februar verstärkte Biosicherheitsmaßnahmen für Haus- und Nutzgeflügel bayernweit angeordnet. Erforderliche Maßnahmen werden von den zuständigen Kreisverwaltungsbehörden vor Ort durch eine Allgemeinverfügung bekannt gegeben.

Oberste Priorität hat der Schutz des Nutzgeflügels vor einem Eintrag und der möglichen weiteren Verbreitung der Geflügelpest. Zur Einhaltung von Grundregeln der Biosicherheit sind Geflügelhalter gesetzlich verpflichtet. Die Aufstallung von Geflügel und weitere Biosicherheitsmaßnahmen minimieren das Risiko eines Kontakts mit infizierten Wildvögeln. Berücksichtigt werden müssen auch indirekte Eintragswege wie kontaminiertes Futter, Wasser oder verunreinigte Einstreu und Gegenstände (Schuhwerk, Gerätschaften, Fahrzeuge usw.). Diese sind zu unterbinden und geeignete Desinfektionsmaßnahmen vorzunehmen.

Auffälliges Verhalten bei Wildvögeln, z.B. Vögel mit zentralnervösen Störungen, Flugunfähigkeit, Apathie, und Totfunde sollten umgehend den Veterinärbehörden zur Bergung und Untersuchung gemeldet werden. Eine zeitnahe Bergung und sichere Entsorgung ist wichtig, um Infektionsketten, z.B. auch durch aasfressende Vögel zu verhindern.

Überwachungsmaßnahmen hinsichtlich toter und krank erlegter Wildvögel sollten auch in Zusammenarbeit mit den Jägerschaften weiter intensiviert werden, so wird z.B. in Bayern das bestehende Wildvogel-Monitoring konsequent weitergeführt.

Hintergrundinfo

Die hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI) ist eine anzeigepflichtige Tierseuche bei Vögeln. Bei der Geflügelpest („Vogelgrippe“) handelt es sich um eine besonders schwer verlaufende Form der Aviären Influenza bei Geflügel und anderen Vögeln, die durch hochpathogene Influenzaviren der Subtypen H5 und H7 verursacht wird. Die gesetzliche Grundlage für die Bekämpfung der Geflügelpest bei Hausgeflügel in Deutschland ist die Geflügelpestverordnung, welche darüber hinaus auch Maßnahmen zur Bekämpfung im Wildvogelbereich enthält.

Infektionen des Menschen mit dem aktuell vorherrschenden Erregertyp H5N8 sind bisher nicht bekannt. Dennoch kann eine Übertragung nie völlig ausgeschlossen werden. Daher sind die generellen Hygiene- und Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Geflügel, Geflügelprodukten und auch Wildvögeln konsequent einzuhalten. Tote oder sterbende Tiere sollen nicht von der Bevölkerung eingesammelt, Hunde und Katzen ferngehalten werden. Die Jägerschaft wird aufgrund ihres Sach- und Fachverstandes gebeten, tote Wildvögel bzw. erlegte Wasservögel nach Rücksprache mit den örtlichen Veterinärämtern einer Untersuchung zuzuführen.

Unter Influenza bzw. “Grippe“ sind Infektionen mit den Influenzaviren A, B und C zu verstehen. Für den Menschen sind vor allem Influenza A und Influenza B relevant. Die jährlich wiederkehrende, saisonale Influenza („Grippewelle“) des Menschen wird von Influenza-A und B-Viren ausgelöst und von Mensch zu Mensch übertragen, ohne dass Tiere dabei eine Rolle spielen. Influenza A-Viren werden auf Grundlage der Struktur ihrer Oberflächenproteine Hämagglutinase H (wichtig für die Anheftung an die Wirtszelle und Auslösung der Immunantwort des Wirtes) und Neuraminindase N (bedeutsam für die Virusfreisetzung aus der Wirtszelle) unterschieden, z.B. H1N1.

Bis heute sind 18 Hämagglutinin-Subtypen (H1 bis H18) und 11 Neuraminidase-Subtypen (N1 bis N11) identifiziert worden. Im Prinzip ist jede HA-/NA-Subtypkombination denkbar. Beim Menschen sind bisher vor allem die Influenza A-Subtypen H1N1, H2N2 und H3N2 in Erscheinung getreten.

Am hochpathogenen Erreger H5N1 erkrankten laut Weltgesundheitsorganisation jedoch in der jüngsten Zeit viele Hundert Menschen, ein Großteil verstarb sogar. Das Gleiche gilt für H7N9, eine Virusvariante, die vor allem bei Vögeln vorkommt, jedoch bisher nicht beim Menschen in Erscheinung getreten war, die in China jedoch in den letzten Jahren zu vielen Todesfällen geführt hat. Dieser „neue“ Virustyp stellt nun in der Tat auch eine Gefahr für den Menschen dar.

Influenza A-Viren kommen außer bei Menschen bei Vögeln und Säugetieren vor. Eine besondere Bedeutung haben die Vögel, da bei ihnen die vorkommenden Virusvarianten in der Regel (außer hochpathogene Varianten mit H5 und H7) keine Krankheitssymptome hervorrufen und damit zur „stillen“ Verbreitung von Influenzaviren beitragen.

Bei der Influenza B gibt es nicht diese Subtypen, aber seit Jahren zirkulieren weltweit zwei genetisch unterschiedliche Linien (Yamagata-Linie und Victoria-Linie).

Ausbreitung

Influenzavirusinfektionen sind weltweit verbreitet und treten in Augenschein über „Grippewellen“. In der Vergangenheit forderten globale Pandemien Millionen Menschenleben. Die Zunahme an neuen Ausbrüchen ist bedingt durch die hohe genetische Vielfalt der Influenzaviren, die sie durch Mutationen und Genaustausche erlangen. So entstehen ständig Neukombinationen mit unterschiedlicher Gefährlichkeit für Mensch und Tier. Bis zur Ausbildung einer schützenden Immunität können die Viren sich wegen der rasche Übertragung und der „modernen“ globalen Vernetzung in der Welt verbreiten.

Bekämpfung/Prophylaxe

Als Prophylaxe beim Menschen stehen Impfstoffe zur Verfügung. Die Impfung ist für besonders empfängliche Personen (ältere Menschen, Menschen mit chronischen Atemwegsinfektionen) von der Ständigen Impfkommission empfohlen. Die am Robert Koch-Institut angesiedelte Arbeitsgruppe Influenza betreibt für Deutschland ein Monitoring über alle in den Arztpraxen gemeldeten Influenzafälle. Dies dient dem Überblick über die Ausbreitung der saisonalen Influenza und soll bedrohliche Entwicklungen frühzeitig erkennen helfen.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln, hat in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V. und in Abstimmung mit dem Robert Koch-Institut im April 2018 eine sogenannte Bürgerinformation zur Influenza herausgegeben: Erregersteckbrief Influenza BZgA 2018

„Vogelgrippe“ und Geflügelpest

Erregerreservoir für Influenza A-Viren sind vor allem Vögel, aber auch Säugetiere, bes. Schweine und Pferde. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion, direkten Kontakt der Tiere und ggf. auch über kontaminiertes Wasser.

Wild lebende Wasservögel stellen das wesentliche Reservoir von den in der Natur bei Vögeln vorkommenden Influenza A –Viren dar, den sogenannten Aviären Influenzaviren (AIV). Man nennt eine Influenzaerkrankung bei Vögeln umgangssprachlich deshalb auch „Vogelgrippe“. Ein Übertrag von Wildvögeln auf Hausgeflügel und auch auf Säugetiere – den Menschen eingeschlossen – ist möglich.
Derzeit existieren bei Vögeln 16 H und 9 N Subtypen, z.B. H5N1, H5N8, H7N1, H7N9. Das ausgelöste Krankheitsbild variiert je nach Virussub­typ und Wirtsorganismus sehr stark.
Als „Geflügelpest“ wird dagegen eine seuchenhafte Erkrankung von Wildvögeln oder Nutzgeflügel bezeichnet, die durch ganz bestimmte Virussubtypen des Influenza A- Virus´ verursacht wird. AI-Viren der Subtypen H5 und H7 sind die eigentlichen Erreger der sogenannten Geflügelpest, auch als Klassische Geflügelpest bezeichnet.

Während Wildvögel meist nur milde Krankheitssymptome zeigen, sind Hühnervögel und Puten für eine Infektion mit H5 und N7 hochempfänglich. Die Klassische Geflügelpest verläuft in Hühner- und Putenbeständen mit sehr hohen Verlustraten und ist daher weltweit von großer wirtschaftlicher Bedeutung.
AI-Viren sind generell sehr wandlungsfähig, sodass ihr Gefährdungspotenzial jederzeit unvorhergesehen steigen kann. Weniger „krankmachende“ Virustypen (sogenannte niedrig pathogene Formen, LPAIV) können in Geflügel spontan zu einer hochpathogenen Form mutieren (hochpathogene aviäre Influenzaviren, HPAIV).
Vor allem die hochpathogenen aviären Influenzaviren, aber auch einige niedrigpathogene Virusvarianten, können auf den Menschen übertragen werden und bei Vorliegen einer bestimmten Infektionsdosis tödlich verlaufende Erkrankungen auslösen.
Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat vor einigen Jahren einen Steckbrief zu Influenzainfektionen bei Haus- und Wildgeflügel erstellt: Steckbrief Influenzainfektionen 18.11.2014

Rechtliches

Eine Einschleppung von jeglichen Aviären Influenzaviren in Geflügelbestände ist jederzeit möglich und muss nach Möglichkeit verhindert oder wenigstens frühzeitig erkannt werden, bevor eine weitere Aus­breitung stattfindet. Der frühzeitigen Entdeckung etwaiger Infektionen (v.a. über sogenannte Monitorings) im Geflügelbereich kommt entscheidende Bedeutung zu.
Für Infektionen mit den Subtypen H5 und H7 besteht Anzeigepflicht! (Tiergesundheitsgesetz). Das bedeutet, dass Ausbruch UND bereits der Verdacht auf Ausbruch einer anzeigepflichtigen Tierseuche (“Erscheinungen, die den Ausbruch befürchten lassen”) eine unverzügliche Anzeige bei der Veterinärbehörde (bzw. der Polizei) nach sich ziehen müssen.

Das Vorliegen anderer Virussubtypen als H5 und H7 bei Wildvögeln ist (nur) meldepflichtig, d.h. das Ergebnis wird ausschließlich von der Untersuchungseinrichtung an das Nationale Referenzlabor für Aviäre Influenza beim FLI (NRL) gemeldet. Das NRL für AIV fungiert als direkter Ansprechpartner und Referenzzentrum für Behörden des Bundes und der Länder und steht als Referenzlabor der Weltgesundheitsorganisation für Tiere (O.I.E.) sowie der Food and Agriculture Organization (FAO) der Vereinten Nationen auch außereuropäischen Ländern für Beratungen und diagnostische Hilfestellungen zur Verfügung.

Vorbeugung und Bekämpfung der Klassischen Geflügelpest sind durch die Geflügelpestverordnung bundeseinheitlich gesetzlich gemaßregelt (GeflPestSchV 15.10.2018).

Influenza-Monitoring bei Wildvögeln

Die Influenza bei Wildvögeln wird für Deutschland über ein spezielles Monitoring-Projekt am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) beobachtet.
In Bayern führt auch das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) kontinuierlich ein Wildvogelmoni­toring durch und „überwacht“ so die in den Wildvogelpopulationen zirkulierenden Influenza-Viren. Seit den weitreichenden H5N1-Geflügelpestgeschehen der Jahre 2005/2006 werden kontinuierlich Monitoringprogramme auf AI in Wildvögeln und beim Hausgeflügel durchgeführt.

Wird im Rahmen des Monitorings festgestellt, dass ein Vogel mit dem Aviären Influenzavirus infiziert ist, werden Proben in das Referenzlabor auf die Insel Riems geschickt. Dort kann dann festgestellt werden, um welchen Subtypen (z.B. H5, H7) es sich handelt.

Aktives und Passives Monitoring

Für das virologische Wildvogel-Monitoring werden entweder erlegte Tiere (sogenanntes aktives Monitoring) oder klinisch auffällige bzw. tot aufgefundene Tiere (sogenanntes passives Monitoring) beprobt. Das aktive Monitoring ist dabei insbesondere für den Nachweis der im Reservoirwirt Wassergeflügel zirkulierenden niedrigpathogenen AIV (NPAIV) essenziell.
Die Jägerschaft wird gebeten, stichprobenartig von „lebend“ erlegten Wasservögeln Tupferproben zu gewinnen, aber eben auch Todfunde einer Untersuchung über die örtlichen Veterinärämter zuzuführen. Beim Kontakt mit Todfunden zum Zweck der Beprobung sind Schutzhandschuhe anzuraten.
Für die Untersuchung eines Wildvogels am LGL bzw. die Einsendung von Proben soll folgender Probenbegleitschein ausgefüllt dem Untersuchungsmaterial beigelegt werden: Anlage-2 tg Antr Influenza Wildvoegel

Homepage des LGL: Ergebnisse

Im Zuge der durch das hochpathogene Aviäre Influenzavirus (HPAIV) vom Subtyp H5N8 verursachten Geflügelpest-Epidemie 2016/2017, die in Bayern sowohl Wildvögel als auch gehaltene Vögel betraf, wurden Ende März 2017 die letzten Infektionen bei Wildvögeln in Bayern diagnostiziert. In mehr als 50% der zur Untersuchung übermittelten, tot aufgefundenen Wildvögel wies das LGL sehr hohe AIV Genomlasten nach. Die ursächlichen Viren konnten jedoch, anders als andere AIV, schnell als für den Menschen ungefährlich eingestuft werden.

HPAIV H5N6 wurde Ende 2017 in den Niederlanden und bei Wildvögeln in der Schweiz nachgewiesen. In Bayern wurde dieser Subtyp Anfang 2018 erstmals im Wildvogel nachgewiesen. Es handelt sich bislang um einen Einzeltierbefund.
Nach Einschätzung des FLI gibt es für die in Europa gefundenen H5N6 bislang keine Hinweise auf eine Infektionsgefahr für den Menschen.

Untersuchungszahlen für 2017: Im Jahr 2017 untersuchte das LGL 244 Tiere im Rahmen des aktiven Monitorings und wies AIV in 17 Fällen nach. Eines der Virusgenome wurde vom LGL als Subtyp H5 diagnostiziert und vom Nationalen Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) als NPAIV H5N6 charakterisiert.
Anfang des Jahres 2017 lag der Fokus der Untersuchungen jedoch auf dem passiven Wildvogel-Monitoring, da sich die HPAIV in der Wildvogelpopulation ausbreitete und tote Wildvögel in ungewöhnlich hoher Anzahl aufgefunden wurden.
Im gesamten Jahr 2017 untersuchte das LGL 1.098 Wildvögel im passiven Monitoring und detektierte AIV in 144 Fällen. In 61 der vom LGL an das FLI zur weiteren Charakterisierung weitergeleiteten Proben wurde der hochpathogene Subtyp H5 in 60 Fällen nachgewiesen.

Aviäres Influenzavirus des Subtyps A -H5N8 – Risikoeinschätzung für Menschen

Bisher hat sich am für Vögel hochpathogenen (stark krankmachenden) aviären Influenzavirus des Subtyps A(H5N8) weltweit noch kein Mensch angesteckt.

Nach bisherigen Erfahrungen mit anderen hochpathogenen aviären Influenza-Virus-Subtypen scheint es generell nur bei engem Kontakt mit erkrankten oder verendeten Vögeln sowie deren Produkten oder Ausscheidungen zur Übertragung der Viren vom Tier auf den Menschen zu kommen.
Wer einen kranken oder verendeten Wildvogel findet, sollte dennoch einen direkten Kontakt vermeiden und sich an die zuständige Veterinärbehörde wenden. Gegen den Einsatz von Jagdhunden bei Wasservogeljagden bestehen im Hinblick auf H5N8 auch keine Bedenken. Der Kontakt der Hunde mit verendet aufgefundenen bzw. sichtbar kranken Tieren sollte jedoch vorsichtshalber eingeschränkt werden. Informationen zum Virustyp H5N8 gibt das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in einer 2016 veröffentlichten Broschüre: FLI-Empfehlung Geflügelpest H5N8 21.12.2016

Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine Übertragung des Erregers H5N8 über infizierte Lebensmittel theoretisch denkbar, aber unwahrscheinlich. Es gibt bisher keine Belege für die Möglichkeit einer Infektion des Menschen durch rohe Eier oder Rohwursterzeugnisse mit Geflügelfleisch von infizierten Tieren (Mitteilung des BfR Nr. 032/2016 vom 10. November). In jedem Fall sollten aber bei der Zubereitung von rohem Geflügelfleisch und Geflügelfleischprodukten die allgemeinen Hygieneregeln befolgt werden (Sieben Hauptregeln zum hygienischen Umgang mit Lebensmitteln)