Wildbret und Radiocäsium

Dichtes Netz an Messstationen in ganz Bayern – Der BJV kontrolliert seit Tschernobyl Wildbret

Wie langlebig die Folgen atomarer Katastrophen sind, zeigt das Reaktorunglück von Tschernobyl. In den Fallout-Gebieten ist Schwarzwild noch immer belastet. Um sicherzustellen, dass nur einwandfreies Wildbret auf den Teller des Verbrauchers kommt, hat der BJV ein flächendeckendes Netz von Messstationen in ganz Bayern aufgebaut. Dort wird das Fleisch von Schwarzwild kontrolliert, bevor es in den Handel kommt. Für diese Kontrolle stehen in Bayern als einziges Bundesland rund 115 Messstationen zur Verfügung.

Die Messstationen werden vom BJV mit seinen Kreisgruppen in Eigenregie unterhalten. Jeder Verbraucher, der Schwarzwild kauft, kann das Messprotokoll einsehen. Fleisch, das mit mehr als 600 Becquerel pro Kilo belastet ist, muss nach den strengen deutschen und europäischen Fleischhygienerichtlinien vernichtet werden. Es ist zum Verzehr nicht mehr geeignet.

Wildbret ist Dank des Jagdverbands eines der bestüberwachtesten Lebensmittel.

30 Jahre nach Tschernobyl noch keine Entwarnung

Knapp 30 Jahre nach Tschernobyl kann in einigen Teilen Bayerns beim Schwarzwild immer noch keine Entwarnung gegeben werden. Die Ablagerung radioaktiver Isotope auf die Böden als Folge des GAUs 1986 im damaligen sowjetischen Unglücks-Meiler fiel europaweit unregelmäßig aus. Während in weiten Teilen Bayerns die erlegten Wildschweine unbelastet oder nur geringfügig belastet sind, beobachtet der BJV in den Fallout-Regionen im Winter und Frühjahr teilweise Überschreitungswerte. Die Regionen mit den höchsten Schwarzwildpopulationen wie Unterfranken blieben von den kontaminierten Niederschlägen verschont. Zu den belasteten Fallout-Gebieten gehören das Voralpenland, Teile Schwabens und der Bayerische Wald.

In diesen Kontaminierungsregionen kann die durchschnittliche Überschreitung des Grenzwertes im Jahresdurchschnitt bei 30 bis 50 Prozent liegen. Ursächlich ist hierfür die Ernährung der Wildtiere im Wald. Die Belastung bei Wildschweinen ist hauptsächlich darauf zurück zu führen, dass sie sich von Hirschtrüffeln und Maronenröhrlingen ernähren, die als Radionuklidsammler gelten, das heißt, diese Pilze reichern strahlendes Cäsium 137 stärker an als andere Pilze.

Mehr Informationen gibt auch das Bayerische Landesamt für Umwelt und Verbraucherschutz.

 

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Headerfoto: Bache mit Frischlingen. Foto: Reinhard Siegel, piclease