Wildschaden in der Landwirtschaft

Hirschkuh im Fruehjahr - Foto: Peter Schild/Piclease

Bei Wildschäden, die zum Beispiel Schwarzwild durch Brechen auf einem Acker verursacht hat oder Rotwild durch Abschälen, gibt es für den Jäger und den Landwirt einige wichtige Punkte zu beachten.

Rechtliches

Die Rechtgrundlage für Wildschäden regelt § 29 Abs. 1 BJagdG. 

Auszug: “Wird ein Grundstück, das zu einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk gehört oder diesem angegliedert ist (§ 5 Abs. 1), durch Schalenwild, Wildkaninchen oder Fasanen beschädigt, so hat die Jagdgenossenschaft dem Geschädigten den Wildschaden zu ersetzen. […] Hat der Jagdpächter den Ersatz des Wildschadens ganz oder teilweise übernommen, so trifft die Ersatzpflicht den Jagdpächter. […]”

Gilt die Ersatzpflicht für jede Fläche?

Flächen, auf denen die Jagd ruht oder dauernd nicht ausgeübt werden darf, sind von der Ersatzpflicht ausgeschlossen. Dies sind vor allem so genannte “befriedete Bezirke”. Dies sind unter anderem: Damwildgehege zur Fleischerzeugung oder Solarparke.

Was muss ersetzt werden?

  • Substanzschäden inkl. Bestandteile des Grundstücks
  • Bewuchsschäden
  • Fruchtschäden
  • Rekultivierungskosten

Mitverschulden des Geschädigten

Den Geschädigten trifft Mitverschulden am Schadenseintritt, wenn

  • der Geschädigte die vom Jagdausübungsberechtigten zur Abwehr von Wildschäden getroffenen Maßnahmen unwirksam macht
  • bspw. bei Hopfengärten, Weingärten, Baumschulen, hochwertigen Handelsgewächsen keine üblichen Schutzvorrichtungen errichtet worden sind
  • der Geschädigte dem Schadenseintritt durch eine nicht ordnungsgemäße Landbewirtschaftung Vorschub leistet

Wann muss der Schaden angemeldet werden?

Innerhalb einer Woche nach Kenntnisnahme muss der Schaden bei der zuständigen Gemeinde angemeldet werden.

Verfahrenswege

Verfahrenswege beim Ersatz von Wildschäden