Monitoring-Programme in Bayern für Schwarzwild

Bache mit Frischlingen - Foto: Reinhard Siegel/piclease

Die Afrikanische Schweinepest steht vor den Toren Deutschlands. Nachbarländer wie Belgien und Tschechien sehen sich mit der Seuche konfrontiert. In Deutschland ist jedoch bisher noch kein aktueller Fall der ASP aufgetreten. Umso wichtiger ist es, ein funktionierendes Frühwarnsystem für die ASP in Form von Monitoring-Programmen zu etablieren, mit dem die Einschleppung der Seuche zu einem sehr frühen Zeitpunkt entdeckt und entsprechende Bekämpfungsmaßnahmen eingeleitet werden können. Aus diesem Grund ist eine ständige Überwachung des Seuchengeschehens notwendig und geboten. In Deutschland wurde deshalb ein Monitoring zur Früherkennung der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen aufgebaut.

Mit einer Verordnung zur Durchführung eines Monitorings auf das Virus der Klassischen Schweinepest (KSP) und der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wild- und Hausschweinen (Schweinepest-Monitoring-Verordnung – SchwPestMonV) wurde ab 10.11.2016 die Rechtsgrundlage für Monitoringuntersuchungen geschaffen, die als „Frühwarnsystem“ Informationen zum Eintrag der Erreger in die Tierpopulationen liefern sollen.

Man unterscheidet bei dem Monitoring-Programm in Bayern zwischen einem aktiven und einem passiven Monitoring. 

Serologisches Monitoring oder aktives Monitoring

Das aktive Monitoring wird auch Jagdmonitoring genannt. Nach wie vor werden Blutproben gesund erlegter Wildschweine sowie Hausschweine auf Antikörper gegen das Virus der Klassischen Schweinepest (KSP) sowie Antikörper gegen das Aujeszky-Virus (AK) untersucht. (mit 59 Proben/Landkreis). Hier stehen die Veterinärämter mit der Jägerschaft in Kontakt.

„ASP-Monitoring Wildschwein“ oder passives Monitoring

Aufgrund der „Aggressivität“ des kursierenden ASP-Virusstammes versterben infizierte Tiere in der Regel noch bevor die Bildung von Antikörpern bei ihnen einsetzt. Aus diesem Grund richtet sich der Focus der Untersuchungen zum „Aufspüren“ des Erregers der Afrikanischen Schweinepest auf den Nachweis von vorhandenem Virusgenom (über Bluttupfer/Organproben, statt „normaler“ Blutproben) anstelle eines Nachweises von Antikörpern im Blut. Aufgrund der großen Widerstandsfähigkeit des ASP-Erregers ist Virusmaterial auch noch in verwesenden Tierkörpern nachweisbar.
Im Fokus stehen daher im „Totfund-Monitoring“ verendet aufgefundene sowie im Rahmen der Jagd erlegte Wildschweine, die klinisch auffällig waren oder bei denen pathologisch-anatomische Veränderungen festgestellt wurden. Das aktuelle bayerische Überwachungsprogramm sieht vor, dass sämtliche tot aufgefundene Wildschweine (auch krank erlegte und Unfalltiere) in Bayern auf ASP (und KSP)-Virusgenom über Organproben bzw. Bluttupfer untersucht werden. Unfallwild wird ausdrücklich miterfasst. (Geschätzte Fallwildstrecke (FLI) in BY: 428; anzustrebende Stichprobe mind. 214/50%).

Formulare zum Download