Bayerischer Jagdverband e.V. - staatlich anerkannter Naturschutzverband

„Bonne chasse“ heißt Waidmannsheil

Leica Hunting Experience – Jagen mit Freunden

Völkerverständigung im Waidmanns­gewand: Der Leiter des Projektes „Leica Hunting Experience“, Philippe Jaeger, und Thomas Schreder, Geschäftsführer der BJV-Service GmbH, ermög­lichten drei Vertretern der Jungen Jäger Bayern einen deutsch-französi­schen Austausch in das Leica-Revier in die Vogesen.

Zweiundzwanzig Stiefel junger Jäger mit moderner Jagdausrüstung und orangen Signal­westen stapfen durchs Herbstlaub. Gelächter, ein französisch-deutsches Stimmengewirr – Jagen mit Freunden

© M. Agel/Leica
© M. Agel/Leica

Die „Leica Hunting Experience“, ein deutsch-französisches Projekt, ermöglicht jungen Jägern aus verschiedenen Ländern, Praxiserfahrungen zu sammeln, andere Arten der Jagd kennen zu lernen und von gegenseitigen Erfahrungen zu profitieren. Cyril Thomas, Chef von Leica Sport Optik, hatte die zündende Idee, eine Begegnung junger Deutscher und Franzosen an einem geschichtsträchtigen Ort zu erschaffen. „Wie wäre es, wenn wir jedes Jahr zum Jagen zusammen  kämen, Franzosen und Deutsche? An einem Ort, an dem sich unsere Großväter noch gegenseitig umgebracht haben.“ Seitdem treffen sich junge Jäger aus Deutschland und Frankreich, aber auch aus Belgien, der Schweiz und England mehrmals jährlich zur gemeinsamen, internationalen Jagd, der „Leica Hunting Experience“, in den Vogesen – bayerische junge Jäger waren mit dabei. Sie erlebten eine gemeinsame Ansitzjagd, eine „Drückjagd auf Französisch“, und eine geführte Morgenpirsch. Die Strecke blieb überschaubar: ein Stück Rotwild, zwei Rehe und ein Frischling. Vielleicht lag es an den Treibern, den Hunden, dem Wetter, den Schützen – an der Ausrüstung jedenfalls nicht. Als Testwaffen stellte die Firma Merkel jedem jungen Jäger eine Helix-Waffe zu Verfügung. Die Optik kam von Leica: Das Zielfernrohr, Leica Magnus, und das Fernglas Geovid HDB. Alle Testgeräte über­zeugten ihre Testpersonen im jagdlichen Einsatz. Die gute Führigkeit und einfache Handhabung der Helix gefiel vor allem den jungen Jägerinnen. Das Geovid HDB bestach mit brillanter Schärfe und vielen nützlichen Extras wie der Ermittlung des korrekten Anhaltspunkts durch Messung von Entfernung, Steigungswinkel, Temperatur und Luftdruck und der automatischen Ver­rechnung dieser mit den gespeicherten ballistischen Daten der Munition. Die Geschichts­stunde über den erbitterten Stellungskrieg und die Vogesenfront, die die einstige Grenze zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich bildete, ließ einige junge Jäger kräftig schlucken. Zu Ehren der gefallenen Soldaten erinnern mehrere Kriegsdenk­mäler und bauliche Überreste entlang der Gebirgsfront an die schrecklichen Jahre des Krieges. Eines dieser Bauten steht auf dem Le Coquin – mitten im heutigen Leica-Revier gelegen. Die Stellung thront hoch über den Baumwipfeln des Waldes. Ein beein­druckender Ausblick, aber auch eine traurige Erinnerung an die einstige Feindschaft zweier heute befreundeter Nationen.

© M. Agel/Leica
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Die „Hunting Experience – Jagen mit Freunden“ hat gehalten, was sie verspricht: aus bayerischen und französischen jungen Jägerinnen und Jägern wurden Freunde. Das gemeinsame Bergen eines abgestürzten Stück Rotwilds, das Aufbrechen der Strecke oder das Schüsseltreiben ala frances – in feinem Zwirn und mit Vier-Gänge-Menü – trugen ihren Teil dazu bei. Eine Rückeinladung französischer junger Jäger nach Bayern wurde bereits vereinbart. Ob sie einem original bayerischen Knödelbogen gewachsen sind, wird sich zeigen. SuS

44-45_JiB_01_16_Vogesen.pdf

Artikel in der Ausgabe 01/2016 der Jagd in Bayern

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