Ausschuss Niederwild – Wir reden nicht, wir handeln!

Jäger verbessern Lebensraum - Bilder auf Schild: Adobe Stock
Um den Rückgang der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft aufhalten zu können, sind Veränderungen notwendig. Besonders auf den Verlust der Offenlandstrukturen reagieren unsere Niederwildarten empfindlich. Wir Jäger müssen zusammen mit den Landwirten lebensraumverbessernde Maßnahmen aufgreifen und an den aktuellen agrarpolitischen Rahmenbedingungen ausrichten. Durch diese Vorgehensweise kann die ökologische Aufwertung der Feldreviere verbessert werden.

Um dieses Ziel zu erreichen bewegen sich die Tätigkeiten des Ausschusses Niederwild auf vier Ebenen:

1. Beratung und Information

Vorträge

  • Inseln des Lebens im Feldrevier:
    Zu diesem Thema werden in regelmäßigen Abständen Vorträge angeboten. Bei dieser Gelegenheit können in persönlichen Gesprächen gemeinsame vertretbare Lösungen gefunden werden, um weitere Vorgehensschritte abzustimmen. Nur durch konsequentes Eintreten für die Verbesserung der Wildtierlebensräume im intensiv bewirtschafteten Agrarraum kann dem Niederwild geholfen werden.
  • 24.3.2018: Landesjägertag (Veitshöchheim):
    „Lebensraumansprüche des Feldhasen in der intensiv genutzten Agrarlandschaft“; Prof. Klaus Hackländer, Universität für Bodenkultur, Wien;
  • 6.4.2019: Landesjägertag (Passau):
    „Effiziente Lebendfangjagd – Aus Erfahrung lernen“; Paul Rößler, Fachreferent für Fangjagd des Landesjagdverbandes Sachsen-Anhalt; „Fünfjährige Ergebnisse der Prädatorenkontrolle des Lebendfangjagdprojektes Bayern“ Gerhard Klingler, Vorsitzender des Ausschusses Niederwild und Projektkoordinator

2. Ideen zu Lebensraumverbesserung und Prädatorenkontrolle in die Fläche bringen – neues Projekt „Bruthabitatförderung Rebhuhn!“

BJV-Projekt Bruthabitatförderung Rebhuhn (2020-2024):

Nachdem im letzten Jahr der BJV-Fachausschuss Niederwild sein fünfjähriges Projekt zur Lebendfangjagd erfolgreich abgeschlossen hat, startet er nun ein neues Niederwild­projekt in Kooperation mit der Bayerischen Futtersaatbau GmbH.

Sie haben Rebhühner im Revier und wollen mitmachen?

  1. Sie benötigen einen Saatgutantrag (Link zu PDF-Datei), welchen Sie uns unterschrieben zurückschicken. So können Sie nach vorangehen­der Prüfung in der Geschäftsstelle eigenständig Ihre Bestellung bei BSV Saaten zu Projektkonditionen tä­tigen. Die Projektkonditionen sind dort ausführlich dargestellt.
  2. Das Hinweisblatt (Link zu PDF-Datei), versorgt Sie mit allen wichtigen Informationen zu den Bedürfnissen der Rebhühner, geeigneten Flä­chen, deren Anlage, deren Pflege und vielem mehr.
  3. Mit Ihrer Teilnahme erklären sie sich bereit, das Rebhuhnmo­nitoring im Rahmen des Wildtiermonitoring Bayern während der Projektdauer zu unterstützen. Die in die­ser Zeit eingereichten Daten werden wissenschaftlich ausgewertet, und dienen als messbare Erfolgskontrol­le für die durchgeführten Maßnahmen. Hier finden Sie die Anleitung zum Rebhuhnmonitoring.

BJV-Lebendfangjagd-Projekt (2015-2019):

In drei klassischen Niederwildgebieten Erdinger Moos, Nördlinger Ries und Ochsenfurter Gau wurden Verbundreviere eingerichtet, in denen aktuelle Fragestellungen unter Praxisbedingungen geprüft werden. Eine dieser Fragen ist, wie sich die intensive revierübergreifende Regulierung der Beutegreifer mit Falle und Jagdwaffe auf den Niederwildbesatz auswirkt. Die verwendeten Lebendfangsysteme stellen gleichzeitig ein klassisches Beispiel für den modernen Tier- und Artenschutz dar.

Bemühungen um Bereitstellung von kommunalen Ausgleichs- und Ersatzflächen für wildfreundliche Gestaltung von Äsungs-, Blüh- und Deckungsstreifen

Rundbrief an Bürgermeister und Landräte „Kommunales Ausgleichsflächenmanagement zur Aufwertung der Wildlebensräume“ (Okt. 2015); Vorträge bei der Arbeitstagung der Bürgermeister auf Landkreisebene für Ersatz- und Ausgleichsflächen für lebensraumverbessernde Maßnahmen. Sensibilisierung der kommunalen Landschaftspflegedienste und Straßenmeistereien.

3. Motivation der Revierpächter und Jagdgenossen
  • Hinweise zu Mäh- und Mulcharbeiten nach der Brut-, Setz- und Aufzuchtszeit
  • Terminabstimmung mit Pflanzenbauberatern der AELF
  • Gemeinsame Empfehlungen zur Habitatförderung mit den Wildlebensraumberatern
  • Abstimmung der Heckenpflegemaßnahmen mit den Jagdgenossen
  • Jagdpächter stellen den Jagdgenossen Saatgut zur Ansaat von Blühstreifen zur Verfügung
  • Informationstafeln „Lebensraumverbessernde Maßnahmen“
4. Einbindung lokaler Presse und Medien

Kommunikationsoffensive in Printmedien zum Rückgang bedrohter Niederwildarten. Interviews, Kommentare und Veröffentlichungen zur Stabilisierung der Niederwildbesätze in der intensiven Agrarlandschaft.

  • Hasen-Streifen“ – PIRSCH 15/2013
  • „Wir sind die Anwälte der Tiere“ – Passauer Neue Presse 2015
  • „Feldhasen haben es schwer“ – MAIN-POST FRANKEN 4.4.2015
  • Am Puls des Offenlandes“ PIRSCH 7/2018
  • „Inseln des Lebens“ – Bayer. Landw. Wochenblatt Heft 16/2015
  • „Kleine Oasen der Artenvielfalt“ Bayer. Landw. Wochenblatt Heft 14/2016
  • „Verluste vermeiden“ – Wild und Hund 19/2016
  • „Der Niederwildausschuss empfiehlt“, Serie, Jagd in Bayern
  • Mulchtermine absprechen“ – PIRSCH 12/2017
  • Niederwildserie „Hege im Niederwildrevier“ PIRSCH 1-12/2018
  • Niederwildserie „Raubwildjagd“ PIRSCH 1-12/2018
  • Lebendfangfallen im Härtetest“, PIRSCH 10/2018

 

1. Vorsitzender & Ansprechpartner

Gerhard Klingler
Vorsitzender des Ausschusses Niederwild
gerhardklingler@web.de