Geflügelpest in Deutschland, 22.2.2021

Das Geflügelpestgeschehen ist in Deutschland noch nicht erloschen. Vor allem die norddeutschen Bundesländer mit ihren Küstenregionen sind betroffen.

Bisher wurden 625 Ausbruchsherde bei Wildvögeln und 65 Fälle beim Hausgeflügel amtlich bestätigt (Stand 21.02.2021). Viele Tausende Wildvögel sind der Seuche schon zum Opfer gefallen. Zehntausende Puten, Hühner, Gänse und Enten in den Nutzgeflügelhaltungen mussten im Rahmen der staatlichen Bekämpfungsmaßnahmen gekeult und unschädlich beseitigt werden.

Wie wir Anfang Februar berichteten, kam es nach dem Erstbefund in Bayern im November 2020 im Landkreis Passau zu weiteren Ausbrüchen. Am 05. 01. 2021 teilte das Landratsamt Landsberg am Lech mit, dass das Geflügelpest – Virus bei einem tot aufgefundenen Schwan in Apfeldorf nachgewiesen wurde.

Auch im Landkreis Hassberge wurde bei drei Schwänen das H5N8-Geflügelpest-Virus amtlich bestätigt.

Ende Januar wurde bei einer Möwe aus dem Gemeindegebiet Herrsching die Geflügelpest nachgewiesen.

Der erste Fall von Geflügelpest in einem bayerischen Geflügelbestand wurde in der Gemeinde Pottenstein im Landkreis Bayreuth am 29. Januar festgestellt. Das Friedrich-Loeffler-Institut hatte den Ausbruch in einem kleinen Hausgeflügelbestand mit rund 20 Hühnern amtlich bestätigt. Der Betrieb wurde von der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde gesperrt und die Tiere gemäß der Geflügelpest-Verordnung gekeult. Die weiteren Maßnahmen vor Ort, darunter auch die Anordnung der Stallpflicht, wurde durch das Landratsamt geregelt. Wegen der Nähe zum Landkreis Forchheim wurden auch dort durch das Landratsamt entsprechende Maßnahmen ergriffen.

Der jüngste Ausbruch in Bayern wurde am 19. Februar Im Landkreis Erlangen-Höchstadt bekanntgegeben. Nach offiziellen Angaben wurde ein Fall von „H5N8-Vogelgrippe“ und damit von Geflügelpest bei einer Kanadagans amtlich festgestellt.
Zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung des Virus und insbesondere zum Schutz von Haus- und Nutzgeflügel wurden deshalb im gesamten Landkreis Erlangen-Höchstadt und wegen der räumlichen Nähe auch im Erlanger Stadtgebiet Schutzmaßnahmen angeordnet.

In den Medien tauchte jüngst die Meldung auf, dass es erstmalig zu einer Infektion von Menschen mit dem Virus der Geflügelpest vom Typ H5N8 in der Russischen Föderation gekommen ist. Bisher gab es keine Hinweise darauf, dass der aktuell in Deutschland das Gefügelpestgeschehen dominierende Virussubtyp H5N8 auf den Menschen übertragen wird. Im Gegensatz zum Virustyp H5N1, dem vor Jahren viele Hundert Menschen vor allem in Asien zum Opfer gefallen sind.

Es darf jedoch nicht vergessen werden, dass der Geflügelpesterreger mit seinen verschiedenen Subtypen prinzipiell ein Zoonoseerreger ist, der auf den Menschen übertragen werden und seine krankmachenden Eigenschaften auch hier entfalten kann.

Da die Meldung von toten bzw. kranken Vögeln ans Veterinäramt und die Untersuchung derselben für die Identifizierung eines Seuchengeschehens so wichtig ist, sollen die Tiere nie ohne Handschuhe oder ohne eine über die Hand gestülpte Plastiktüte angefasst werden. Falls doch geschehen, sollten die Hände sofort desinfiziert werden.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie das zugehörige Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) sind mit den Experten in der Russischen Föderation in engem Kontakt.

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