Die ASP ist in Deutschland angekommen

ASP – die Afrikanische Schweinepest

Die Afrikanische Schweinepest ist eine hochansteckende Virusinfektion, die zu hoher Sterblichkeit in Haus- und Wildschweinpopulationen führt. Die Ansteckung kann wie bei der europäischen Schweinepest durch direkten Kontakt mit infizierten Individuen,  indirekt über die Futteraufnahme oder durch kontaminiertes Material erfolgen.

Die Euopäische Union erreichte das Virus Anfang 2014. Es wurde vermutlich 2007 über den Schwarzmeerhafen Poti in Georgien aus Afrika auf das eurasische Festland eingeschleppt. Aktuell gab es in der Europäischen Union, im ersten Halbjahr 2020 annähernd doppelt so viele Ausbrüche der ASP bei Wildschweinen als in der Vorjahresperiode. Spitzenreiter sind Ungarn mit 2.938 und Polen mit 2.737 ASP-Infektionen im Wildschweinbestand. Beide Länder übertreffen damit schon im ersten Halbjahr 2020 die ASP-Virusnachweise des gesamten Kalenderjahres 2019.

 

ASP in Deutschland

08.10.2020: Pressemeldung vom Bundeslandwirtschaftsministerium: Drei weitere Fälle von ASP bestätigt. Die Fundorte liegen innerhalb des bestehenden Kerngebiete. Insgesamt sind es jetzt 53 infizierte Tiere.

07.10.2020: Das Bundeslandwirtschaftsministerium bestätigt einen weiteren Fall von ASP. Der Fundort liegt innerhalb des ersten Kerngebiets. Insgesamt wurden jetzt 50 infizierte Tiere gefunden.

03.10.2020: Pressemeldung vom Bundeslandwirtschaftsministerium: Drei weitere Fälle von ASP bestätigt. Die Fundorte liegen innerhalb des ersten Kerngebietes. Insgesamt sind es jetzt 49 infizierte Tiere

02.10.2020: Pressemeldung vom Bundeslandwirtschaftsministerium: Sechs weitere Fälle von ASP bestätigt. Die Fundorte liegen innerhalb des ersten Kerngebietes. Insgesamt sind es jetzt 46 infizierte Tiere

01.10.2020: Pressemitteilung des BJV: Afrikanische Schweinepest – Prävention- ohne Jäger geht es nicht

01.10.2020: Pressemeldung vom Bundeslandwirtschaftsministerium: Zwei weitere Fälle von ASP bestätigt. Die Fundorte liegen innerhalb des ersten Kerngebietes. Insgesamt sind es jetzt 40 infizierte Tiere

30.09.2020: Treffen zwischen BJV-Hundeausschuss und Vertretern des StMUV wegen der Ausbildung von Kadaversuchhunden und dem Aufbau einer Kadaversuchhundestaffel durch den BJV

30.09.2020: Pressemitteilung des BJV: Afrikanische Schweinepest – In Bayerns Jagdrevieren funktioniert die Prävention

30.09.2020: Pressemeldung vom Bundeslandwirtschaftsministerium: Zwei weitere Fälle von ASP bestätigt. Der Fundort liegt diesmal außerhalb des “gefährdeten Gebietes”. Insgesamt sind es jetzt 38 infizierte Tiere

26.09.2020: Pressemeldung vom Bundeslandwirtschaftsministerium: Ein weiterer Fall von ASP bestätigt. Der Fundort liegt innerhalb des “gefährdeten Gebietes”. Insgesamt sind es jetzt 35 infizierte Tiere

25.09.2020: Pressemeldung vom Bundeslandwirtschaftsministerium: Zwei weitere Fälle von ASP bestätigt. Die Fundorte liegen innerhalb des “gefährdeten Gebietes”. Insgesamt sind es jetzt 34 infizierte Tiere

24.09.2020: Pressemeldung vom Bundeslandwirtschaftsministerium: Drei weitere Fälle von ASP bestätigt. Die Fundorte liegen innerhalb des “gefährdeten Gebietes”. Insgesamt sind es jetzt 32 infizierte Tiere

23.09.2020: Pressemeldung vom Bundeslandwirtschaftsministerium: Neun weitere Fälle von ASP bestätigt. Insgesamt sind es jetzt 29 infizierte Tiere.

21.09.2020: Pressemeldung vom Bundeslandwirtschaftsministerium: Im “gefährdeten Gebiet” in Brandenburg wurden 7 weitere Fälle von ASP bei Wildschweinen bestätigt. Insgesamt sind es jetzt 20 infizierte Tiere. Hausschweine sind nach wie vor nicht betroffen

18.09.2020: Pressemeldung vom Bundeslandwirtschaftsministerium: Im “gefährdeten Gebiet” in Brandenburg wurden 6 weitere Fälle von ASP bei Wildschweinen bestätigt. Insgesamt sind es jetzt 13 bestätigte Fälle. Hausschweinbestände sind nach wie vor nicht betroffen.

17.09.2020: Zentrale Forderungen des DJV zur Eindämmung der ASP vom DJV

17.09.2020:Pressemeldung zum 7. Fall aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium

17.09.2020: Wieder wird ein Wildschweinkadaver positiv auf ASP getestet, der 7. Fall

17.09.2020: Die Behörden in Brandenburg leiten einen umfangreichen Maßnahmenkatalog ein

16.09.2020: Schreiben des Bay, Verbraucherministeriums

16.09.2020: Das Bayerische Verbraucherschutzministerium informiert über die Maßnahmen, di ein Brandenburg ergriffen wurden.

16.09.2020: Pressemeldung zu neuen Fällen aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium

16.09.2020: Das FLI bestätigt als Refrenzlabor den Verdacht

15.09.2020: Weitere vier Wildschweinkadaver und ein krank erlegtes Wildschwein  werden im “gefährdeten Gebiet”, etwa 3 km vom ersten Fundort entfernt, positiv auf ASP getestet.

10.11.09. 2020: Der BJV führt viele Abstimmungsgespräche mit der Tierseuchenabteilung im Bayerischen Verbraucherschutzministerium

10.09.2020: Pressemeldung  des BJV

10.09.2020: Erste Exportverbote für Schweinefleisch

10.09.2020:Der BJV nimmt an der großen Telefonkonferenz mit dem  Bundeslandwirtschaftsministerium und zahlreichen betroffenen Verbänden teil

10.09.2020: Das Friedrich-Löffler-Institut bestätigt als nationales Referenzlabor den Verdacht auf ASP

09.09.2020: Erste Pressemeldungen aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium und dem Bayerischen Verbraucherschutzministerium

07.09.2020: Im Spree-Neisse-Kreis in Brandenburg wurde ein stark verwester Wildschweinkadaver positiv auf das Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) getestet. Der Fundort liegt ca. 8 km von der deutsch-polnischen Grenze entfernt.

Maßnahmenkatalog rund um den Fundort

Die Behörden legen um den Fundort eine “Kernzone” mit einem Radius von 3 km,  ein “gefährdetes Gebiet” im Umkreis von 15 Kilometern und die “Pufferzone”  mit einem Radius von 30 Kilometern fest. fest.

  • Die Kernzone wird durch mobile Zäune abgegrenzt.
  • Jagdverbot für alle Tierarten, um möglicherweise infiziertes Schwarzwild nicht unnötig aufzuschrecken
  • Intensive Fallwildsuche durch geschultes Personal und unter Beteiligung von ortsansässigen Jägern (Ortskundige Jäger werden unterstützt durch 20 geschulte Forstleute und zwei Suchhundestaffeln, Drohneneinsatz)
  • Bergung und unschädliche Beseitigung aller Wildschweinkadaver unter hygienischen Bedingungen; dafür werden vor Ort Sammelstellen für Fallwild und Unfallwild aufgestellt
  • Überprüfung der schweinehaltenden Betriebe hinsichtlich der Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen
  • Prüfung vorläufiger Nutzungsbeschränkungen für land- und forstwirtschaftlichen Flächen (Ernteverbot für Maisfelder)
  • Untersagung von Veranstaltungen mit Schweinen
  • Ermittlung von Jägern, die auch Schweinehalter sind
  • Information und Schulung von Jägern

ASP – vor allem Gefahr für Schweinehalter

Leidtragende sind derzeit vor allem die Schweinebetriebe in ganz Deutschland. Unmittelbar nach Bekanntwerden des ersten ASP Falles verhängten die großen Importländer für deutsches Schweinefleisch (China, Südkorea) eine Einfuhrsperre.

ASP in Deutschland – was bedeutet das für Bayern?

Bayern ist nicht betroffen und unterliegt daher auch keinen direkten tierseuchenrechtlichen Einschränkungen, so das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Verbraucherschutz. Das heißt, die ASP in Brandenburg hat derzeit noch keine Folgen für die Jagd in Bayern

Der BJV steht in engem Austausch mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium, dem Bayerischen Landwirtschaftsministerium und dem Bayerischen Verbraucherschutzministerium, Tierseuchenabteilung

Die Kreisjagdvereine vor Ort bringen sich aktiv in die runden Tische zur Seuchenprävention in den Landkreisen ein.

Der BJV fordert die Jägerschaft auf, in der Wildschweinbejagung nicht nachzulassen und jetzt alle Möglichkeiten einer intensiven und effektiven Jagd zu nutzen, zum Beispiel im Rahmen der herbstlichen Drückjagden. In Bayern sind Drückjagden unter Einhaltung der vorgeschriebenen Schutz-und Hygienemaßnahmen auch in diesem Jahr möglich.

Der BJV appelliert an die Jägerinnen und Jäger, Jagdreisen in Gebiete mit ASP-Befall von Wild- und Hausschweinebeständen zu meiden.

Nach einer Jagdreise in ein ASP-Risikogebiet müssen alle Gegenstände, die mit Schwarzwild in Kontakt gekommen sein könnten, gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Auf die Einfuhr von Teilen und Erzeugnissen von Schwarzwild oder sonstigen Hausschwein- oder Schwarzwildprodukten sollte unbedingt verzichtet werden.

Jägerinnen und Jäger sind jetzt besonders gefordert. Es gilt es noch aufmerksamer zu sein und die Totfundsuche zu aktivieren. Wichtig ist dabei der enge Austausch mit der zuständigen Veterinärbehörde.

An ASP erkrankte Wildschweine haben hohes Fieber und suchen kühle Stellen im Revier auf, wie feuchte nasse Mulden, Bachränder oder Tümpel. Dort sollte die Suche nach Fallwild schwerpunktmäßig stattfinden.

Die Jäger sind ein ganz entscheidender Faktor bei der Früherkennung. Durch die Früherkennung kann der Ernstfall sehr schnell unter Kontrolle gebracht werden, weil die Behörden unmittelbar nach den ersten Infektionen handeln konnten.

Als Motivation für die Totfundsuche unterstützt der Staat die Jägerschaft mit 20 Euro je gefundenes Tier
Die bayerischen Jägerinnen und Jäger erbringen seit Jahren ihren Beitrag zur Seuchenprävention und sind gut vorbereitet, in Theorie und Praxis. Die vom BJV eigens eingerichteten speziellen Schwarzwild-Arbeitskreise sind höchst sensibilisiert. Sie sind über die Online-Plattform „BJVdigital“ bestens vernetzt und stehen im ständigen Austausch.

Durch Informationen des Landesjagdverbandes und seiner Fachausschüsse, durch Schulungen und durch die intensive und aktive Schwarzwildjagd haben die Jägerinnen und Jäger sozusagen auch vorgearbeitet.

Im Jagdjahr 2019/2020 wurde eine Rekordstrecke von 112.000 Wildschweinen erreicht, hat das Bayerische Landwirtschaftsministerium mitgeteilt. Das bedeutet eine Steigerung im Vergleich zum Jahr zuvor von über 70 Prozent.

In Bayern sind Jägerinnen und Jäger seit Ausbruch der Seuche in Europa vor rund 2 Jahren sensibilisiert. Verdächtig erscheinende tot aufgefundene Tiere werden schon jetzt beprobt und schadlos beseitigt. Der BJV ruft seine Mitglieder erneut zu erhöhter Wachsamkeit und einer verstärkten präventiven Bejagung von Schwarzwild auf.

Die bayerischen Jägerinnen und Jäger haben im Jagdjahr 2019/20 eine Rekordstrecke auf Schwarzwild erreicht112.000 Stück Schwarzwild wurden im Jagdjahr 2019/20 erlegt. So viel wie noch nie zuvor. Das ist gelebte ASP-Prävention. Das zeigt, ohne uns Jäger geht es nicht. Herzlichen Dank dafür!

Wichtige Argumente in der Diskussion

  • Schwarzwild ist nicht primär das Problem und die Jagd ist nicht schuld an ASP.
  • Infizierte Wildschweine leiden unter hohem Fieber, sind geschwächt und eher immobil. Mit „menschlicher Hilfe“ zum Beispiel über kontaminierte Lebensmittel oder kontaminierte Gegenstände können große Distanzen rasch überwunden werden.
  • Jagd und Jäger leisten mit der Wildschweinjagd ehrenamtlich einen wichtigen Beitrag zur ASP Prävention, für die Allgemeinheit und für die Landwirtschaft.
  • Im Krisenfall sind die Ortskenntnisse der örtlichen Jäger wichtig für das weitere Vorgehen wie Kadaversuche oder die anschließende Tilgung des Bestandes, im betroffenen Gebiet um eine weitere Ausbreitung zu verhindern bzw. zu verlangsamen.

 

Noch mehr Informationen rund um die Viruserkrankung ASP

 

Fotonachweis: Randy von Domselaar, Adobe Stock

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