Allgemein

Corona-Virus-Infektionen

Trotzdem das „neue“ Corona-Virus Sars-CoV-2 aktuell weltweite „Berühmtheit“ erlangt, weil es sich mit rasanter Geschwindigkeit weg von seinem „Ursprung“ in China ausbreitet und Menschen auf der ganzen Welt infiziert, ist vielen nicht geläufig, dass Corona-Virus-Infektionen bei Tieren sehr häufig sind.

Als Durchfallerreger unter den Viren bei Hund und Katze gelten neben Parvo-und, Rota-Viren eben auch Corona-Viren. Bei Fleischfressern zählen Corona-Viren zu den Magen-Darm-Erkrankungserregern, welche zu heftigen, blutigen Durchfällen und Erbrechen führen können.

Corona-Viren sind sogenannte RNA-Viren, die auf ihrer Hüllenoberfläche keulenförmige Anhänge tragen, die im Elektronenmikroskop das Bild einer Krone ergeben, das der Virusfamilie ihren Namen gab. Nicht nur die weite Verbreitung ist typisch für diese Virusart, sondern auch die Vielzahl an spezifischen Virustypen ist kennzeichnend.

Da Corona-Viren genetisch hochvariabel sind (Entstehung neuer, u.U. noch gefährlicher Virusvarianten jederzeit möglich), ist eine Übertragung der Viren auf verschiedenen Arten und unter verschiedenen Spezies möglich.

Corona- Viren verursachen respiratorische und/oder enterale Erkrankungen bei verschiedenen Tierarten (z.B. Hund, Katze, Pferd, Rind, Schaf, Schwein) und beim Menschen.

Die Untersuchung auf Corona-Viren als Durchfallerreger bei Nutztieren gehört zum Standardrepertoire in der Tiergesundheitsdiagnostik.

Corona-Viren, die in der Vergangenheit dem Menschen zu schaffen gemacht haben

SARS-assoziiertes Corona-Virus

SARS ist eine Infektionskrankheit, die erstmals im November 2002 aus der südchinesischen Provinz Guangdong gemeldet wurde. Die Krankheit, die aufgrund ihrer Symptomatik schweres, akutes, respiratorisches Syndrom (engl. Severe acute respiratory syndrome) heißt, wird von einem bis zum damaligen Zeitpunkt unbekannten Corona-Virus hervorgerufen. Der Erreger von SARS wurde nchfolgend als SARS-assoziiertes Corona-Virus bezeichnet und kann für eine Pandemie in den Jahren 2002 und 2003 mit tausend Toten verantwortlich gemacht werden. Ein einziger Fall von SARS ist auch in Deutschland aufgetreten.

Als Hauptwirt/Reservoirwirt dieser „asiatischen Lungenkrankheit“ gelten Larvenroller und Zibetkatzen (Schleichkatzen) und Chinesische Hufeisennasen (Fledermäuse), die in China als Delikatesse verzehrt werden, wobei auch jeweils ihr Kot in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) eingesetzt wird.

In Untersuchungen aus dem Jahr 2018 wurden Landbewohner in China untersucht, die in der Nähe einer Fledermaushöhle wohnen, wo SARS-Vorläuferviren untersucht wurden. Diese Personen hatten Antikörper gegen diese SARS-ähnlichen Viren. Das sind klare Beweise dafür, dass das SARS-Virus nicht nur einmal auf den Menschen übergesprungen ist.

Eine Übertragung des Zoonose-Erregers erfolgt über Tröpfcheninfektion aus kurzer Distanz, über Kontakt- und Schmierinfektionen, über Gegenstände und Körperoberflächen. Auch über Körperausscheidungen und „Vektortiere“, z.B. Kakerlaken, ist eine Übertragung denkbar.

MERS-Coronavirus

Das Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus (MERS-CoV) wurde im April 2012 erstmals bei Patienten auf der arabischen Halbinsel nachgewiesen.

Bei gesunden Menschen verläuft die Erkrankung MERS (engl. Middle East Respiratory Syndrome) in der Regel asymptomatisch oder mit milden grippeähnlichen Symptomen. Bei schweren Verläufen kann sich eine Pneumonie entwickeln, die in ein akutes Atemnotsyndrom übergehen kann. Ein häufiges Begleitsymptom ist Durchfall; außerdem kann es zu Nierenversagen kommen. Schwere Verläufe treten überwiegend bei Menschen mit chronischen Vorerkrankungen auf, wie z.B. Diabetes, Herzerkrankungen, chronische Nieren- oder Lungenerkrankungen.

Bei dem MERS-CoV handelt es sich ebenfalls um einen zoonotischen Erreger, d.h. einem Erreger, der vom Tier auch auf den Menschen „übergehen“ kann. Als Reservoir gelten Dromedare. Viele der erkrankten Personen hatten auch Kontakt zu diesen Tieren. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist ebenso möglich.

Wichtig für die globale Risikoeinschätzung − auch für Deutschland − ist, dass es keine Hinweise auf eine anhaltende, unkontrollierte Mensch-zu-Mensch-Übertragung gibt. Importierte Krankheitsfälle sind dennoch jederzeit möglich und könnten, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt werden, auch im Krankenhaus zu weiteren Ansteckungen führen. Von der arabischen Halbinsel reisen allein nach Deutschland jedes Jahr eine Million Menschen.

MERS in Deutschland und anderen Ländern

Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden mehr als 2.400 laborbestätigte Fälle (davon mehr als 800 Todesfälle) gemeldet, vor allem aus Saudi-Arabien. Alle bisherigen Fälle waren direkt oder über einen anderen Patienten mit der arabischen Halbinsel oder benachbarten Ländern assoziiert.

Nachdem Ende Mai 2015 die Gesundheitsbehörden von Südkorea einen Krankheitsfall meldeten, folgten 186 weitere Erkrankungen nach, in 38 Fällen führte die Infektion zum Tod.

In Europa wurden bislang nur einzelne importierte Fälle bzw. „Sekundärfälle“ von importierten Fällen (nach Reiserückkehr) gemeldet, darunter in Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Österreich und der Türkei. In Afrika, Nordamerika und anderen asiatischen Ländern traten ebenfalls importierte Fälle auf.

In Deutschland sind bislang drei MERS-Fälle bekannt geworden. 2012 und 2013 war je ein Patient aus Katar und aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in Deutschland behandelt worden. Einer der beiden Patienten konnte gesund entlassen werden, der andere verstarb.

Im März 2015 trat die Erkrankung bei einem Patienten auf, der ebenfalls zuvor die arabische Halbinsel bereist und dort einen Kamelmarkt besucht hatte. Nachdem er die eigentliche MERS-Infektion überwunden hatte, verstarb er Anfang Juni 2015 an den Spätfolgen der Erkrankung. In einer Blutprobe einer engen Kontaktperson von ihm wurden Antikörper gegen MERS-Coronaviren nachgewiesen, d.h., es bestand ein „Kontakt“ mit dem Erreger, jedoch zeigte die Person keinerlei respiratorische Symptome.

Aktuelle Corona-Virus-Infektion, engl. Corona Virus Disease 2019 oder  Covid-19, 27.3.2020

Das aktuelle, neuartige Corona-Virus Sars CoV-2 (Severe Acute Respiratory Syndrome-Corona-Virus-2) wurde im Januar 2020 in der chinesischen Stadt Wuhan, Provinz Hubei, als Verursacher der Atemwegserkrankung Covid-19 identifiziert. Da davon ausgegangen wird, dass das Virus bereits in 2019 in Erscheinung getreten ist, hat die Krankheit auch den Zusatz 2019 erhalten.

Die Corona-Virus-Epidemie legt seitdem die ganze Welt lahmt. Ausgehend von China verbreitet sich das Virus nun rasant um den Globus.

In Deutschland gibt es laut Zahlen der einzelnen Gesundheitsbehörden aktuell  42.288 bestätigte Fälle, das sind über 5.700 Fälle mehr im Vergleich zum Vortag, und 253 Todesfälle (Stand 27.3.2020, 8.00 Uhr). In Bayern betrug die Zahl der Infizierten am Vortag 8.842, wobei Oberbayern und hier die Stadt München am stärksten betroffen sind, 52 Tote sind mittlerweile zu beklagen.

„Europa ist nun das Epizentrum der Pandemie“

Die COVID-19-Pandemie ist mit der spanischen Grippe von 1918 zu vergleichen, sagte Jeremy Farrar vom britischen Wellcome Trust im Deutschlandfunk. Noch könne verhindert werden, dass die Situation so außer Kontrolle gerate wie in Italien – durch kollektives Handeln von Regierungen, Unternehmen und Gesellschaft.

„Coronakrise“ als größte Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg

Mit dramatischen Worten wendet sich Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer Fernsehansprache an die Nation – und appelliert an das Verantwortungsbewusstsein der Menschen im Land: “Im Moment ist nur Abstand Ausdruck von Fürsorge.”

Deutschland steht nach den Worten von Kanzlerin Angela Merkel vor der größten Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg. Es habe seither nichts gegeben, “bei dem es so sehr auf unser gemeinsames solidarisches Handeln ankommt”. Es ist ernst. Nehmen Sie es auch ernst.”

Schutz vor Corona-Epidemie: “Jeder muss seinen Beitrag leisten”

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte in einer Bundespressekonferenz zur aktuellen Lage gesagt: “Um die Dynamik zu verlangsamen, müssen wir die Möglichkeiten des Virus, sich im alltäglichen Kontakt der Menschen miteinander auszubreiten, verringern. Und dazu brauchen wir jeden einzelnen Bürger, der bereit ist, seinen Alltag anzupassen.  Mit einfachen Maßnahmen können auch Sie helfen, sich selbst und andere vor Ansteckung zu schützen, Krankheitszeichen zu erkennen und Hilfe zu finden.“

Was ist über die Ursache des Ausbruchs bekannt?

Man nimmt an, dass SARS-CoV-2 von Fledermäusen stammt. Derzeit wird davon ausgegangen, dass sich die ersten Patienten Anfang Dezember 2019 auf einem Markt in Wuhan in der Provinz Hubei, China, der auch mit exotischen Tieren handelt, die in China als Delikatessen verzehrt werden, angesteckt haben.

Was sind die Symptome von Covid-19?

Die häufigsten Symptome sind Fieber, Müdigkeit und trockener Husten. Andere Patienten haben Halsschmerzen, Schnupfen und Durchfall. Die Erkrankung verläuft in der Regel mild. Manche Menschen zeigen trotz Infektion keine Symptome, und fühlen sich auch nicht unwohl. Die meisten Menschen erholen sich ohne eine besondere Behandlung. Ungefähr eine von sechs Personen erkrankt ernst mit schweren Atembeschwerden. Etwa 1-2 % der Erkrankten, so heißt es aus Fachkreisen, versterben, und damit erscheint das Virus „tödlicher“ zu sein als das Grippe-Virus.

Die Inkubationszeit wird mit 1 Tag bis zu 14 Tagen angegeben. Momentan sollte man verstärkt auf „Erkältungssymptome“ achten, die nötigen Vorsichtsmaßnahmen zum eigenen Schutz und zum Schutz anderer ergreifen und sich ggf. in ärztliche Behandlung begeben.

Wie ansteckend ist das neue Corona-Virus?

Das Virus verbreitet sich vorrangig durch Tröpfcheninfektion, etwa beim Husten, Niesen oder Sprechen. Zudem ist der Erreger sehr ansteckend (mehr noch als der Influenza-Erreger), weshalb die Verbreitung und Übertragung von Mensch zu Mensch so rasant abläuft. Da sich dieses Virus nicht nur in der Lunge, sondern bereits schon im Rachenbereich vermehrt, ist der Ansteckungsweg kürzer und die Ansteckung verläuft schneller. Die Virusausscheidung ist in den 48 h vor Auftreten erster Symptome am höchsten.

Neben der direkten Erregerübertragung ist die Infektion über kontaminierte Gegenstände von erheblicher Bedeutung. Das Virus bleibt an Türgriffen, Handläufen oder Griffen von Einkaufswägen lange Zeit infektiös.

In welchem Umfang symptomfreie Menschen, die aber Träger des Virus sind, infektiös sind, ist noch nicht ganz klar. Diese sogenannten Superspreader sind Virusträger ohne Symptome, und werden deshalb nicht „erkannt“, jedoch scheiden sie Virus u.U. aus und infizieren dadurch andere. Es reicht anscheinend schon aus, wenn ein Aufzugknopf gedrückt wird, woran sich der Nächste bereits anstecken kann.

Wer infiziert war und genesen ist, hat sehr wahrscheinlich genügend Antikörper gebildet, um zumindest eine gewisse Zeit lang vor einer Neuinfektion geschützt zu sein.

Wie ist die globale Situation einzuschätzen?

Am 11.3.20 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Pandemie ausgerufen. Einer aktuellen Karte der WHO kann entnommen werden, dass über 158 Länder und Regionen betroffen sind.

Ausruf der Pandemie ändert nichts

„Dass wir die Situation nun als Pandemie bezeichnen, ändert nichts an der Beurteilung der WHO hinsichtlich der Bedrohung durch dieses Virus“, betonte WHO-Generaldirektor Tedros. „Es ändert auch nichts daran, was die WHO macht. Und es ändert auch nichts daran, was die Länder tun sollten.“

Bisher wurden „Fledermaus-SARS-Corona-Viren“ nicht als große Gefahr gesehen. Problematisch ist es aber, wenn ein Virus „Veränderungen“ durchgemacht, die z.B. zu einer besseren Anpassung an Wirtsorganismen führen oder sich seine Virulenz verstärkt, oder er schon längst viel weiter verbreitet ist, als man denkt. Und, je mobiler die Menschen sind, desto weiter und schneller verbreiten sich Krankheitserreger, sie „reisen“ quasi mit. Das Virus ist momentan auf dem besten Weg, sich rund um den Globus auszubreiten. Die Zahl der Infizierten weltweit wird aktuell mit rund 462.600 angegeben, über 20.800 Menschen sind bisher gestorben.

Unterscheidung  – Grippe oder Corona?

Nur anhand der folgenden Symptome – Husten, Schnupfen, Fieber – kann keine Diagnose abgegeben werden, vor allem nicht zu Beginn einer Infektion. Sowohl bei einer echten Grippe, einer Influenza, als auch bei der aktuellen Corona-Infektion können zusätzlich Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen und Schwächegefühl auftreten. Eine eindeutige Diagnose liefert erst ein Test. Schon bei begründetem Verdacht wird dieser durchgeführt, und sowohl auf Influenza-Viren als auch auf Corona-Viren getestet.

Getestet werden vor allem Personen, die aus aktuellen „Corona-Risikogebieten“ zurückgekehrt sind, Kontakt mit einem gesichert Kranken hatten oder eine entsprechende Symptomatik aufweisen. Da der Test sehr aufwendig ist, kann er nicht flächendeckend, sondern nur in begründeten Verdachtsfällen durchgeführt werden.

Infektiologen sagen, dass die aktuelle Corona-Infektion, die sogenannte Covid- 19-Erkrankung, sehr unterschiedlich verläuft. Kinder zeigen kaum Symptome, am häufigsten erkranken Erwachsene mittleren Alters mit milden Krankheitssymptomen, bei älteren Menschen, v.a. mit Vorerkrankungen kann es allerdings auch zu Komplikationen kommen. Schwere bis lebensbedrohliche Verläufe gibt es nach bisherigen Auswertungen bei Covid-19 häufiger als bei der Grippe.

Bei Grippe und Covid-19 greifen die gleichen Vorsichtsmaßnahmen.

Vorsicht – aber keine Panik!

Vorsichtsmaßnahmen im Hinblick auf das aktuelle Corona-Virus

  • Sich über die Situation informieren, auf den Internetseiten öffentlicher Stellen, die qualitätsgesicherte Informationen anbieten, z.B. Bundesgesundheitsministerium und Landesgesundheitsministerien, Robert Koch-Institut, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Über die Situation vor Ort informiert das zuständige Gesundheitsamt.
  • Vorgaben der Behörden befolgen
  • Keine zweifelhaften Social-Media-Informationen verbreiten
  • Eine gute Händehygiene praktizieren, sich an die Husten- und Niesregeln halten
  • Aufs Händeschütteln verzichten
  • Sich möglichst wenig ins Gesicht fassen, um etwaige Krankheitserreger nicht über die Schleimhäute von Augen, Nase oder Mund aufzunehmen
  • Abstand halten von Menschen, die sichtbar an einer Atemwegserkrankung leiden
  • Generell bei Atemwegssymptomen zu Hause bleiben.
  • Bei ersten Krankheitsanzeichen Hausarzt (oder ärztl. Bereitschaftsdienst) und Arbeitgeber informieren und weiteres Vorgehen besprechen, Kontakte zu anderen Menschen vermeiden.
  • Potentielle öffentliche „Keimquellen“, wie Griffe, Türklinken, Wasserhähne, Fahrstuhlknöpfe etc. mit Handschuhen betätigen oder die Hände im Anschluss sofort waschen bzw. desinfizieren.

Gibt es eine Behandlung oder Impfung?

Bisher gibt es noch keinen Impfstoff und auch kein spezifisches antivirales Arzneimittel, so dass nur die strenge Einhaltung der Hygiene-Maßnahmen hilft. Betroffene sollten darauf achten, Symptome zu lindern (Fieber senkende Medikamente, Infusionen). Schwerkranke Patienten sollten sich in ärztliche Behandlung begeben.

Da das Virus für den Menschen „neu“ ist, hat er auch keine Immunität dagegen vorzuweisen. Die Entwicklung eines Impfstoffes, die Testung und Zulassung kann nach Aussage von Infektiologen des Klinikums Rechts der Isar noch Jahre dauern.

Robert-Koch-Institut (RKI) – Risikobewertung zu COVID-19, 26.3.20

Situation in Deutschland

Inzwischen sind in allen Bundesländern Infektionsfälle mit dem neuen Coronavirus (SARS-CoV-2) bestätigt worden.

Risikobewertung

Die weltweite Ausbreitung von COVID-19 wurde am 11.03.2020 von der WHO zu einer Pandemie erklärt. Es handelt sich weltweit und in Deutschland um eine sehr dynamische und ernst zu nehmende Situation. Bei einem Teil der Fälle sind die Krankheitsverläufe schwer, auch tödliche Krankheitsverläufe kommen vor. Die Zahl der Fälle in Deutschland steigt weiter an.

Die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland wird derzeit insgesamt als hoch eingeschätzt, für Risikogruppen als sehr hoch. Die Wahrscheinlichkeit für schwere Krankheitsverläufe nimmt mit zunehmendem Alter und bestehenden Vorerkrankungen zu. Diese Gefährdung variiert von Region zu Region. Die Belastung des Gesundheitswesens hängt maßgeblich von der regionalen Verbreitung der Infektion, den vorhandenen Kapazitäten und den eingeleiteten Gegenmaßnahmen (Isolierung, Quarantäne, soziale Distanzierung) ab und kann örtlich sehr hoch sein. Diese Einschätzung kann sich kurzfristig durch neue Erkenntnisse ändern.

Infektionsschutzmaßnahmen und Strategie

Die massiven Anstrengungen auf allen Ebenen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) verfolgen weiterhin das Ziel, die Infektionen in Deutschland so früh wie möglich zu erkennen und die weitere Ausbreitung des Virus so weit wie möglich zu verzögern. Sie sollten durch gesamtgesellschaftliche Anstrengungen wie die Reduzierung von sozialen Kontakten mit dem Ziel der Vermeidung von Infektionen im privaten, beruflichen und öffentlichen Bereich sowie eine Reduzierung der Reisetätigkeit ergänzt werden.

Dadurch soll die Zahl der gleichzeitig Erkrankten so gering wie möglich gehalten und Zeit gewonnen werden, um weitere Vorbereitungen zu treffen, wie Schutzmaßnahmen für besonders gefährdete Gruppen, Behandlungskapazitäten in Kliniken zu erhöhen, Belastungsspitzen im Gesundheitssystem zu vermeiden und die Entwicklung antiviraler Medikamente und von Impfstoffen zu ermöglichen.