Bayerischer Jagdverband e.V. - staatlich anerkannter Naturschutzverband

Kitzrettung durch Drohnen

7 Uhr früh kurz vor Neuburg an der Donau. Jäger, Landwirte und der Maschinenring wollen sich selbst ein Bild machen, wie Rehkitze innerhalb kurzer Zeit im hohen Gras aufgespürt und rechtzeitig vor der Mahd in Sicherheit gebracht werden können.

Dr. Katrin Umstätter (Fa. geo-konzept GmbH) hat in Zusammenarbeit mit dem BJV eine Drohne mit Wärmebildkamera entwickelt.

Thomas Hausner
, Dohnenexperte beim Bundesverband der Maschinenringe:
„Die digitale Technik wird immer mehr. Und hier ist der Maschinenring da, um die Landwirte zu unterstützen mit neuster Technik und hier Dienstleister zu sein. Deswegen ist es für uns auch wichtig, sich solche Techniken anzusehen und in der Praxis auszuprobieren, wie’s funktioniert.“

Der fliegende Helfer zeigt auf einem solchen Bildschirm an, was wärmer ist als seine Umgebung. An diesem Morgen scheint kein Kitz im Wildacker zu liegen. Zu sehen stattdessen Dackel Max, der durch das Feld streift.

Bald ist doch noch ein länglicher heller Fleck auszumachen.

Dr. Katrin Umstätter, geo-konzept GmbH:
„Dann kann ich auch schon das Foto hier reinziehen. Jetzt spiele ich diese Koordinaten auf meinen Handrechner oder auf Handy oder wo auch immer hin.
Dieses leuchtende Kreuzchen, das sind wir. Und das hier ist der Punkt, den wir jetzt ansteuern werden.
Ich klicke diesen Punkt an und sage Navigieren zu’.
“   

Und los geht’s mit der Suche.

Dr. Katrin Umstätter, geo-konzept GmbH:
„Also da hatten wir jetzt praktisch einen Lagerplatz.“

An dem vermutlich noch bis wenige Minuten vorher eine Geiß gelegen hatte, bis sie aufgeschreckt wurde.

Dr. Katrin Umstätter, geo-konzept GmbH:
„Und hier gehen Spuren raus.“

Ein Kitz hätte sich nicht gerührt und wäre bei einer Mahd grausam verstümmelt oder getötet worden – wie bisher alljährlich 90.000 andere allein in Bayern.

Nur 10 Minuten braucht die Drohne, um 10 Hektar Land abzusuchen. Hauptknackpunkt sind allerdings die Kosten.

Thomas Hausner, Dohnenexperte beim Bundesverband der Maschinenringe:
„Ein einzelner Landwirt kann sich das nicht anschaffen, da ist die Technik zu teuer.“

Denkbar wäre,

Thomas Hausner, Dohnenexperte beim Bundesverband der Maschinenringe:
„dass z.B. ein einzelner Maschinenring sich mehrere Geräte anschafft. Dazu braucht es aber Unterstützung, wahrscheinlich auch vom Staat und von Programmen. Das ist ein großer Invest, den man hier tun muss. Und dann kann man sich schon überlegen, dass der Maschinenring das auch grenzübergreifend in Bayern oder auch in Baden-Württemberg  oder deutschlandweit einsetzt.“

Und damit viele Wildtiere vor einem qualvollen Ende bewahren hilft.

Weiteres Ausgabeformat zu diesem Video

JV_Drohne_Kitzrettung.mp4

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41 MB

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