Verbraucherschutz & Jagd

Aktuelle Informationen und Wiederholung allgemeiner Informationen zur Afrikanischen Schweinepest (ASP)

Sogenannte Monitoring-Programme, die eine Einschleppung eines Tierseuchen­er­regers in einen Tierbestand frühzeitig auf­zu­decken vermögen, sind für eine schnelle und effiziente Tierseuchen­bekämpfung von enormer Bedeutung. Je früher eine Tier­seuche wie die ASP entdeckt und ent­sprech­ende Bekämpfungs­maß­nahmen einge­leitet werden, desto höher ist die Wahr­schein­lich­keit, eine weitere Verbreitung zu unterbinden und die Seuche rasch zu tilgen. Aus diesem Grund ist eine ständige Überwachung des Seuchen­geschehens notwendig und geboten. In Deutschland wurde deshalb ein Monitoring zur Früherkennung der Afrikanischen Schweine­pest bei Wildschweinen aufgebaut.

Monitoring-Programme Bayern (Quellen: StMUV/LGL)

Mit einer Verordnung zur Durchführung eines Monitorings auf das Virus der Klassischen Schweinepest (KSP) und der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wild- und Hausschweinen (Schweinepest-Moni­toring-Verordnung - SchwPestMonV) wurde ab 10.11.2016 die Rechtsgrundlage für Monitoring­untersuchungen geschaffen, die als „Frühwarnsystem“ Informationen zum Eintrag des Erregers in die Wild­schwein­population liefern sollen. Seit Oktober 2017 erhalten Jagdausübungs­berechtigte für die Beprobung von tot aufgefundenen Wildschweinen (nicht für krank erlegte) eine Aufwands­entschä­digung von 20 Euro. Über die Homepage des BJV (Formulare/Jagdl. Praxis) können sowohl der LGL-Untersuchungs­antrag als auch der Einsendeschein zum Erhalt der Prämie heruntergeladen werden.

„ASP-Monitoring Wildschwein“: Im Fokus stehen verendet aufgefundene sowie im Rahmen der Jagd erlegte Wildschweine, die klinisch auffällig waren oder bei denen pathologisch-anatomische Verände­rungen festgestellt wurden. Das aktuelle bayerische Überwachungs­programm sieht vor, dass sämt­liche tot aufgefundene Wildschweine (auch krank erlegte und Unfalltiere) in Bayern auf ASP (und KSP)-Virusgenom über Organproben bzw. Bluttupfer untersucht werden. Unfallwild wird hierbei miterfasst. (Geschätzte Fallwildstrecke (FLI) in BY: 428; anzustrebende Stichprobe mind. 214/50%).

Das LGL teilte mit, dass im Jahr 2017 112 Tiere (davon 34x krank erlegt, 41x Unfallwild)  in das Monitoring eingeflossen sind.

Im Jahr 2018 waren es bis Ende März bereits 80 Proben (davon 33 krank erlegt, 10 x Unfallwild). Sämtliche Proben sind negativ auf Schweinepest getestet worden. Vielen Dank für Ihr Engagement!

Serologisches Monitoring = „Jagdmonitoring“: Daneben werden auch weiterhin Blutproben gesund erlegter Wildschweine sowie Hausschweine auf Antikörper gegen das Virus der Klassischen Schweine­pest (KSP) sowie Antikörper gegen das Aujeszky-Virus (AK) untersucht werden (serolo­gisches Schwarz­wild-Monitoring mit 59 Proben/Landkreis).

Aufgrund der „Aggressivität“ des kursierenden ASP-Virusstammes versterben infizierte Tiere in der Regel, noch bevor die Bildung von Antikörpern bei ihnen einsetzt. Aus diesem Grund richtet sich der Focus der Untersuchungen zum „Aufspüren“ des Erregers der Afrikanischen Schweinepest auf den Nachweis von vorhandenem Virusgenom (über Bluttupfer/Organproben, statt „normaler“ Blutproben) anstelle eines Nachweises von Antikörpern im Blut. Aufgrund der großen Widerstandsfähigkeit des ASP-Erregers ist Virusmaterial auch noch in verwesenden Tierkörpern nachweisbar.

Ablauf des ASP-Monitorings Wildschwein

Die Untersuchung verendet aufgefundener Wildschweine stellt einen wesentlichen Faktor dar, eine mögliche Einschleppung der ASP in die Wildschweinpopulation schnell zu erkennen. Dabei bedarf es der Unterstützung durch die Jägerschaft.

Die Kreisverwaltungsbehörden wurden von den übergeordneten Behörden über den Ablauf des ASP-Monitorings informiert. Die Koordination der Probennahme und der Weiterleitung an die Unter­suchungs­einrichtung LGL (Landesamt für Gesundheit und Lebens­mittelsicherheit in Oberschleißheim) erfolgt über die Veterinärämter. Bitte nehmen Sie deshalb Kontakt mit Ihrem örtlichen Veterinäramt auf und erhalten Sie dort bereits im Vorfeld das benötigte Probenbesteck (z.B. die Tupfermaterialien) und Informationen zur Probennahme.

Jäger, die in ihren Revieren auf verendete Wildschweine treffen, entnehmen die Probe (entsprechend dem angefügten Merkblatt-Bluttupfer und/oder Organe) unter entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen (z.B. Einmal-Handschuhe) und verbringen sie mit einem ausgefüllten Untersuchungs­antrag zurück zum Amt, welches sich um die Weiterleitung an die Untersuchungseinrichtung kümmert. Sind Sie sich „unsicher“ oder haben Sie gar einen Verdacht auf das Vorliegen von ASP oder einer anderen Tierseuche (die u.U. ja auch zoonotisches Potential haben kann), treten Sie bitte gleich mit Ihrem Veterinär­amt in Kontakt und besprechen das weitere Vorgehen. Dies gilt auch, wenn Sie die Möglichkeit hätten, den gesamten Tierkörper zur Untersuchung zu geben. Dann besprechen Sie bitte mit Ihrem Amt die Möglichkeiten eines Transportes zur Untersuchung.

Sollten die Tiere nicht frisch tot sein (i.G. zu Unfallwild, welches oft erst wenige Stunden zuvor zu Tode kam), sondern sich in einem „sehr schlechten“ Zustand befinden, reicht ein Bluttupfer (gewonnen über einen kleinen Schnitt) für die Untersuchung aus, sodass von Ihnen keine Organe entnommen werden brauchen. Ansonsten stellt die Untersuchung von Organen oder ganzen Tieren aber den Idealzustand dar. Tupfer oder Organe können bei 4°C zwischengelagert werden (statt Wegfrieren), bevor sie dem Veterinäramt übergeben werden.

Ein Wildtierkörper, das gilt natürlich auch für Wildschweine, bei dem kein Verdacht auf Vorliegen einer auf Mensch und Tier übertragbaren Krankheit besteht, bzw. Fallwild, das außerhalb tierseuchen­rechtlich festgestellter Restriktionsgebiete anfällt, kann grundsätzlich gemein­wohlverträglich und nicht umweltschädigend in der Natur verbleiben. (Anmerkung: Nicht jede gefallene Sau wird gefun­den und verbleibt dann sowieso im Naturkreislauf. Dennoch ist das mit Schwarzwild so eine Sache…… Es kann Träger von Trichinen sein, den Aujeszky-Erreger beherbergen und als Überträger für KSP und ASP (und Brucellose etc.) fungieren.  Aus diesem Grund ist es ratsam, gefallene Schwarzkittel unschädlich zu beseitigen. Einen Frischling kann man noch eingraben (im Winter schon nicht mehr), bei einer 100-Kilo-Sau ist das schon nicht mehr so einfach. Hier bleibt eigentlich nur der Weg über eine TBA (dies verursacht wieder Kosten), falls der Landkreis keine Sammelstellen einge­richtet hat. Denn z.B. bei Drückjagden kommt ja u.U. auch viel Schwarzwild-Aufbruch zusammen, den man aus seuchen­polizei­lichen Gründen nicht einfach in der Menge im Wald liegen lassen kann und sollte. Deshalb haben tatsächlich viele Landkreise „mitgedacht“ und unterhalten Sammel­stellen. Jetzt, in Zeiten von ASP ist es tatsächlich erforderlicher denn je, Fallwild und Aufbrüche unschädlich zu beseitigen.)

Einen ausgefüllten Untersuchungsantrag fügen Sie bitte pro Wildschweinprobe dazu. Äußerst wichtig ist die Angabe des Fundortes. (Dieser „Probenbegleitschein“ kann für jegliche Einsendung von Wildschwein-Probenmaterial (Blutprobe, Tupferprobe, Organprobe//erlegtes Tier oder Totfund) verwendet werden, da dieser vom LGL nicht ausschließlich für die nun intensivierte Untersuchung von Totfunden angepasst worden ist.)

In Anlehnung an die positiven Erfahrungen, die bei der Proben­gewinnung im Rahmen der Über­wachung der Tuberkulose beim Rotwild gewonnen wurden, wird aus dem Staatshaushalt eine zeitlich befristete Pauschale in Höhe von 20 Euro an private Jäger, die sich am ASP-Monitoring durch die Abgabe von Organen bzw. Bluttupfern von tot aufgefundenen Wildschweinen beim Veterinäramt beteiligen, ausbezahlt und damit ihr Engagement gewürdigt.

Die Abgabe der Probe(n) wird Ihnen vom Veterinäramt auf dem sogenannten Einsendeschein =Erstattungsantrag, bei dem Sie die Probe(n) abgeben, quittiert, so dass Sie als Antragsteller nun die Aufwands­entschädigung über den Bayerischen Jagdverband in Feldkirchen anfordern können.

Zusatzinformationen:

Das Friedrich-Loeffler-Institut veröffentlichte am 12.07.2017 eine immer noch aktuelle qualitative Risikobewertung zur Einschleppung der ASP nach Deutschland. Hier wird das Risiko eines Eintrags der ASP nach Deutschland durch Weitergabe von Wildschwein zu Wildschwein als mäßig eingeschätzt.

„Das Risiko des Eintrags von ASP nach Deutschland durch illegale Verbringung und Entsorgung von kontaminiertem Material wird als hoch eingeschätzt. Das Risiko des Eintrags durch kontaminiertes Schweinefleisch oder daraus hergestellte Erzeugnisse entlang des Fernstraßennetzes durch Fahrzeuge oder Personen wird im Sinne eines „worst case scenario“ als hoch bewertet. Das Risiko einer Einschleppung durch den Jagdtourismus und das Mitbringen von Jagdtrophäen aus betroffenen Regionen wird als mäßig eingeschätzt. Das Risiko eines Eintrags der ASP durch direkten Kontakt zwischen infizierten Wildschweinen wird als mäßig beurteilt.“

Es gilt, die Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest nach Deutschland und womöglich ihre Ausbreitung in den Schweine­beständen oder der Schwarzwildpopulation unbedingt zu verhindern.

Neben Landwirten, Tierärzten und Jägern ist auch die Gesamt-Bevölkerung (insbesondere Touristen) aufgerufen, ihren Beitrag zur Minimierung des Risikos eines Eintrags zu leisten (siehe Warnschilder an Autobahnrastplätzen, Information in Funk, Fernsehen und über die Presse).

Die Infektion führt sowohl bei Haus- als auch bei Wildschweinen zu einer schweren Erkrankung und ist fast immer tödlich. Eine Einschleppung nach Deutschland hätte schwerwiegende Folgen für die Gesundheit unserer Wild- und Hausschweinebestände und die landwirtschaftliche Tierproduktion. Für den Menschen und andere Haustierarten ist die Schweinepest nicht gefährlich. Selbst der Verzehr infizierten Schweinefleisches birgt kein gesundheitliches Risiko. Dennoch muss sich jeder einzelne Bürger seiner Verantwortung für die sichere Entsorgung von Speiseresten bewusst sein ("die weggeworfene Wurstsemmel")

Für die Afrikanische Schweinepest besteht Anzeigepflicht (bereits der Verdacht ist anzeigepflichtig)! Ein Impfstoff gegen die ASP ist nicht verfügbar und wird auch auf absehbare Zeit nicht zur Verfügung stehen.

Die Reduktion der Schwarzwildbestände trägt dazu bei, die Aus-/Verbreitung einer Tierseuche wie ASP zu verhindern, sollte es tatsächlich zu einer Einschleppung nach Deutschland gekommen sein. Die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs der ASP wird allein durch ein „Ausdünnen“ der Bestände jedoch nicht zwangsläufig reduziert (Siehe Risikobewertung des FLI, die „das Wirken“ des Menschen als größte Gefahr im Zusammenhang mit der ASP sieht.)

Selbstverständlich wissen wir Jägerinnen und Jäger um unsere große Verantwortung bei der Seuchenprophylaxe und bei der Bekämpfung der ASP. Der Jägerschaft kommt hier eine sehr große Verantwortung zu, da sie tagtäglich mit der Thematik Schwarzwild und Bejagung befasst ist. So könnten die Jägerinnen und Jäger die Ersten sein, die einen Ausbruchsherd entdecken, damit unverzüglich entsprechende geeignete Maßnahmen eingeleitet werden können, um  Schlimmeres zu verhindern.

Entgegen der Einschätzung, dass Nachtzielgeräte oder Saufänge probate Mittel der Seuchen­vor­sorge wären, legt der BJV sehr viel mehr Wert auf die Betonung der Einhaltung strikter Hygiene­maßnahmen und setzt auf eine verstärkte jagdpraktische Organisation über das BJVdigital-System mit Blick auf die wichtigen, revierüber­greifenden Bewegungsjagden und die Abstimmung in örtlichen Schwarzwildarbeitskreisen. Die Regulierung des Schwarzwildes wird langfristig nur mit der Motivation der Betroffenen gelingen. Dazu tragen maßgeblich geringe Gebühren für die Trichinenuntersuchung oder bei Verkehrssicherungs­maßnahmen sowie eine flächendeckende Einrichtung von Ent­sorgungsstellen bei.

Zur Erinnerung

Was ist die Afrikanische Schweinepest?

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine fieberhafte, ansteckende Viruserkrankung der Schweine (Haus- und Wildschweine) mit seuchenhaftem Verlauf und hoher Sterblichkeit in Abhängigkeit von den Eigenschaften des auslösenden Virus-Isolates. Während manche ASP-Virusisolate nur geringe oder moderat krankmachende Eigenschaften aufweisen (z.B. in Endemiegebieten in Afrika (Warzen­schweine), sind die momentan in der Russischen Föderation und in den Transkaukasischen Gebieten auftretenden Viren (und damit auch „das Tschechische Virus“) als hoch virulent einzustufen. Das bedeutet, dass mit einem solchen Virus infizierte Schweine zu einem sehr hohen Prozentsatz (bis zu 100 %) an der Seuche innerhalb weniger Tage verenden.

Eingeschleppt in nicht verseuchte Gebiete verläuft die Erkrankung bei Schweinen verheerend und ist mit enormen wirtschaftlichen Konsequenzen verbunden. Die Vorgehensweise zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest ist in Deutschland in der "Schweinepest-Verordnung" geregelt. Neben der Tötung und unschädlichen Beseitigung aller Schweine des betroffenen Betriebes sowie seiner Kontaktbetriebe werden großflächige Schutzzonen mit strengen Handels- und Transportverboten eingerichtet.

Wie erkennt man die Afrikanische Schweinepest?

Es können verschiedene Verlaufsformen unterschieden werden. Im Gegensatz zur Klassischen Schweinepest (KSP) hat das Alter der Tiere jedoch bei der ASP keinen oder nur einen geringen Einfluss auf den Verlauf der Krankheit.

Bei Vorliegen einer hoch virulenten Virusvariante können die Tiere innerhalb kürzester Zeit ohne vorher charakteristische Krankheitssymptome gezeigt zu haben verenden. Oder sie zeigen anhaltend hohes Fieber (>40°C), eine allgemeine Schwäche, Atembeschwerden und versterben dann nach wenigen Tagen. Bei den Tieren können Rötungen und Verfärbungen der Haut insbesondere im Bereich der Ohren, des Schwanzes, der unteren Extremitäten sowie im Unter­bauchbereich festgestellt werden (gut sichtbar bei Hausschweinen, bei Wildschweinen u.U. nicht auf den ersten Blick erkennbar), auch blutiger Durchfall kann beobachtet werden. Bei der Sektion verendeter Tiere sind die punkt- oder flächenhaften Blutungen in der Haut und den inneren Organen auffällig.

Besondere Gefahren der Einschleppung aus den betroffenen Regionen:

• Lebensmittel, die Schweinefleisch enthalten, welches nicht erhitzt wurde. Aus betroffenen Gebieten mitgebrachte Nahrungsmittel/Speisereste dürfen unter  keinen Umständen an Haus- oder Wildschweine verfüttert werden, sondern müssen sicher entsorgt werden. Sogar gepökelte und geräucherte Fleischerzeugnisse können noch nach Monaten ansteckungsfähige Erreger enthalten.

• Teile von Schweinen (z.B. Häute, Jagdtrophäen) und lebende Schweine

• Gegenstände, die Kontakt zu Schweinen hatten (z.B. Kleidung, Jagdwaffen).

• Personen, die aus betroffenen Regionen zu uns kommen oder diese besuchen, müssen unbedingt auf die Gefahr hingewiesen werden. Insbesondere durch Personen- und Fahrzeugverkehr ist eine Einschleppung der Seuche nach Deutschland möglich.

• Nicht nur Schweinehalter sind aufgerufen, besondere Vorsicht walten zu lassen und die Regeln guter Betriebshygiene unbedingt einzuhalten, auch Touristen können dazu beitragen, dass die Krankheit nicht eingeschleppt wird. Die Behörden raten davon ab, Jagdreisen in die betroffenen Gebiete Osteuropas zu unternehmen. Schweinehalter und Personen mit Kontakt zu Schweinehaltungen sollten unbedingt auf Jagdreisen in betroffene Regionen verzichten. Vor der Rückkehr ist die gesamte Jagdausrüstung gründlich zu reinigen und zu desinfizieren. Das Mitbringen von Jagdtrophäen, Fleisch und Fleischprodukten aus sogenannten Restriktionsgebieten ist streng verboten.

• Der direkte oder indirekte Kontakt von Hausschweinen zu Wildschweinen muss unbedingt vermieden werden. Freilandhaltungen sind hier besonders gefährdet, aber auch konventionelle Betriebe müssen geeignete Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.

• Jäger, die auch selbst Schweine halten oder anderweitig Kontakt zu Schweinen haben, müssen besondere Vorsicht walten lassen. Die Jägerschaft wird außerdem gebeten, Auffälligkeiten wie erhöhte Fallwildzahlen, Verhaltensänderungen und besondere Merkmale an erlegten Tieren unverzüglich der zuständigen Behörde zu melden.

Aktuelles zur Afrikanischen Schweinepest

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft informiert über Vorsichtsmaßnahmen, um die Verschleppung der Seuche zu verhindern. Den Text können Sie der unten stehenden PDF-Datei entnehmen.

Presserklärung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

Alaria alata und „Dunker´scher Muskelegel“

Meldungen über Nachweise des Duncker´schen Muskelegels (DME), das Larvalstadium des parasitischen Saugwurms Alaria alata, in Schwarzwild, die im Rahmen der Trichinenuntersuchung erbracht wurden, scheinen sich in den letzten Monaten zu häufen.

Seit 2002 wird der Parasit immer häufiger in der Bundesrepublik und anderen europäischen Ländern wie Frankreich, Kroatien und Polen als Zufallsbefund im Rahmen der amtlichen Untersuchung von Schwarzwild auf Muskelparasiten, den Trichinen, nachgewiesen. Das Vorkommen bei Wildschweinen in MEU ist zwar bekannt, aber bei der Fleischuntersuchung wird der DME in der Regel nicht gezielt untersucht. Da Alaria alata eher ein Binde – und Fettgewebsparasit ist, müsste dieses Gewebe vorrangig untersucht werden, nicht nur das Muskelgewebe wie bei der Trichinenschau. Die Erkenntnisse zur Vorkommenshäufigkeit, zur Organverteilung im Tierkörper sowie zur geographischen Verteilung des DME sind deshalb lückenhaft, was eben auch durch das Fehlen einer „eigenen“ spezifischen Nachweismethode für den DME zu begründen ist.

Befallene Stücke Schwarzwild sind als „gesundheitlich bedenklich“ und deshalb für den menschlichen Verzehr als untauglich einzustufen und werden deshalb aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes, analog zum positiven Trichinenbefund, nicht freigegeben.

Der nur wenige Millimeter große Saugwurm Alaria alata parasitiert in Europa und Asien verbreitet im Dünndarm v.a. von Carnivoren, z.B. Fuchs, Marderhund und Wolf, und legt hier seine Eier ab. Diese werden dann mit dem Kot des Wirtes ausgeschieden. Der weitere Entwicklungszyklus ist ans Süßwasser gebunden. Im wässrigen Milieu schlüpfen aus den Eiern sogenannte Wimpernlarven. Diese werden von dem ersten regulären Zwischenwirt, einer Wasserlungenschnecke, aufgenommen und entwickeln sich zu einer weiteren Larvenform. Von einem weiteren Zwischenwirt, einem Frosch, aufgenommen, entwickelt sich die Larve weiter (Feuchtbiotope!). Wenn der so infizierte Zwischenwirt von einem Fleischfresser aufgenommen wird, entwickeln sich die Larven zu adulten Saugwürmern und der Kreislauf beginnt erneut.

Neben Amphibien können aber auch Reptilien, Vögel und Säugetiere als Zwischenwirte fungieren, die den Parasiten in seiner Larvenform aufnehmen, anhäufen, aber nicht zur Vermehrung bringen (Ruhestadium). Hier nisten sich die Larven in Muskel-, Binde- und Fettgewebe ein und werden beim Wildschwein als Dunker´scher Muskelegel bezeichnet. Vor allem das Wildschwein gilt als sogenannter Stapelwirt, der alle möglichen Beutetiere frisst und deshalb den Parasiten in unterschiedlichen Entwicklungsformen beherbergen kann.

Während der Parasit Alaria alata schon um 1800 entdeckt wurde, gelangen Nachweise seiner Larvenform erst Anfang des 20. Jhd. bei Wildschweinen. 

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit einer Infektion des Menschen durch den Verzehr von Wildschweinefleisch. Während der Endwirt bei einem Alaria alata- Befall meist keine klinischen Symptome zeigt, führt die Aufnahme des DME beim Menschen zur Erkrankung larvale Alariose. Je nach Menge der aufgenommenen Larven treten erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigungen bis hin zum Tod auf. Vorbeugend sollte man deshalb Schwarzwildbret nur ausreichend erhitzt verzehren.

Dr. Claudia Gangl

Dezember 2016

Aktuelles zur Tularämie

In unregelmäßigen Abständen erschienen in der bayerischen Presse Berichte zur Tularämie bei Feldhasen. Meist wurden verendet aufgefundene Feldhasen zur Untersuchung eingesandt und anschließend der Anfangsverdacht auf das Vorliegen von Tularämie bestätigt.

Bei dem Infektionserreger handelt es sich um das Bakterium Francisella tularensis, das überwiegend bei freilebenden Nagetieren und Hasenartigen vorkommt. Bei infizierten Tieren kommt es in kürzester Zeit zu einer fieberhaften Allgemeininfektion, die mit Abmagerung, Schwäche und Apathie einhergeht. Nicht selten ist damit eine Veränderung des Fluchtverhaltens verbunden, die Tiere verlieren aufgrund von Entkräftung ihre natürliche Scheu, so dass derartig erkrankte Tiere auch von Hunden bzw. vom Jäger gegriffen werden können.

Generell sind bei Tieren milde Formen mit lokaler Lymphknotenschwellung genauso möglich wie schwerwiegende, septikämische Verlaufsformen. Insbesondere bei Hasen, Kaninchen und Nagetieren sind seuchenhafte Verläufe mit hoher Sterblichkeit bekannt.

Besondere Bedeutung kommt dem Bakterium aber zu, da es sich um einen Zoonose-Erreger handelt, d.h. er kann vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Die Ansteckung des Menschen kann über Haut- und Schleimhautkontakt oder durch Verzehr ungenügend erhitzen Wildbrets erfolgen.

Es muss darauf hingewiesen werden, dass ein gewisses Infektionsrisiko durch Tularämie vor allem für Jäger besteht, das aber durch die Anwendung und Einhaltung fleisch- und vor allem allgemeinhygienischer Grundsätze beim Umgang mit dem Wild minimiert werden kann.

Die Tularämie des Menschen ist daher in erster Linie eine Berufskrankheit von Jägern, aber auch von Köchen, Metzgern und Tierärzten. Infektionen von Landwirten durch infektiöse Stäube sind genauso beschrieben wie Infektionen nach Bissverletzungen. Eine Infektion über unzureichend erhitzte Nahrungsmittel oder kontaminiertes Wasser ist ebenso möglich.

Ohne antibiotische Behandlung kann die Sterblichkeit beim Menschen über 30% betragen. Um es nicht soweit kommen zu lassen, müssen vor allem in Gebieten mit häufigerem Auftreten von Francisella tularensis geeignete Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Verhaltensauffällige bzw. tote Tiere sollten nur mit Handschuhen angefasst werden, ein Abbalgen nur mit einem geeigneten Mundschutz erfolgen. Bei Auftreten erster Krankheitsanzeichen, wie grippeähnliche Symptome, z.B. Fieber, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen, gefolgt von Lymphknotenschwellungen etc., ist umgehend ein Arzt zu konsultieren. Da der Erreger auch durch blutsaugende Insekten und Zecken übertragen werden kann, sollten auch hiergegen Schutzmaßnahmen ergriffen werden. In diese Maßnahmen sollte man auch den vierbeinigen Jagdgehilfen miteinbeziehen. Hunde besitzen zwar eine sehr hohe, aber keine absolute Resistenz gegenüber Francisella tularensis.

Abschließend ist zu sagen, dass kein Anlass zur Hysterie, aber dennoch zur vernünftigen Vorsicht besteht.

Homepage LGL 2016: In Bayern wird das Hasenpestgeschehen vom LGL seit 2007 verfolgt (Anzahl Untersuchungen und Tularämie-Nachweise siehe Tabelle 1), seit 2012 besteht darüber hinaus auch eine Kooperation des LGL mit dem Bayerischen Jagdverband in Form eines sog. Feldhasenmonitorings. Die angegebenen Zahlen sind bezogen auf die Gesamtpopulation der Feldhasen in Bayern nicht als repräsentativ anzusehen, da bei Auftreten von Hasenpest in einem Landkreis häufig vermehrt eingesandt wird. Der Anteil an Feldhasen mit Tularämie dürfte daher, bezogen auf die Gesamtpopulation geringer sein. Die Erkrankung wird bei Feldhasen in Nord- und Südbayern gleichermaßen nachgewiesen. Daten des Friedrich-Loeffler-Instituts zeigen darüber hinaus, dass der Erreger in der Feldhasenpopulation ganz Deutschlands zwischen Nordsee und Bodensee vorkommt.

Trotz des Vorkommens des Erregers in der deutschen Feldhasenpopulation sind nur wenige humane Erkrankungsfälle bekannt. Gemäß den Daten des Robert-Koch-Instituts wurden seit 2010 nachfolgend aufgeführte Fallzahlen humaner Tularämie-Infektionen gemeldet (siehe Tab. 2).

Tote Feldhasen können pathologisch-anatomisch, histologisch und bakteriologisch untersucht werden. Eine Absicherung erfolgt durch kulturellen Erregernachweis aus klinischem Probenmaterial in Speziallaboratorien bzw. durch molekularbiologische Untersuchungen. Die Diagnose beim Menschen wird meist als klinische Verdachtsdiagnose mit dem Vorbericht „Kontakt zu Wildtieren“ gestellt. Der Antikörpernachweis aus dem Blut ist hier ein etabliertes Nachweisverfahren.                                             Dr. C. Gangl

„Wild – Gut erlegt?“
BfR-Symposium zu Forschungsvorhaben zum Thema Wildbret

Jagd mit bleifreier oder mit bleihaltiger Munition – diese Frage erregt die Gemüter. Wegen des großen Interesses beschäftigte sich das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und das Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR) in einem gemeinsam durchgeführten Symposium im März 2014 in Berlin mit dieser Frage. Zum einen ging es um die Lebensmittelsicherheit jagdlich gewonnenen Wildbrets, zum anderen um die Tötungswirkung bleifreier Geschosse.

Der Tagungsband „Wild – Gut erlegt?“ BfR-Symposium zu Forschungsvorhaben zum Thema Wildbret liegt nun als PDF-Datei (13 MB) auf der BfR-Website zum Download vor.

EU regelt Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln neu

Ab dem 1. Juli 2012 gilt eine neue Durchführungsverordnung der EU zur Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln (Durchführungsverordnung EU Nr. 931/2011). Damit soll sichergestellt werden, dass die Herkunft eines Lebensmittels generell bis zum Erzeuger zurück nachvollziehbar ist.

Davon sind Jäger dann betroffen, wenn sie Wild an Lebensmittelunternehmer (z.B. Metzger, Gastwirte und Wildhändler) abgeben. Bei der Abgabe direkt an den Endverbraucher gilt diese VO nicht.

Es gibt keine amtlichen Vordrucke. Sie können sich einen solchen mit den erforderlichen Informationen selbst erstellen oder Sie benutzen das vom BJV entworfene Nachweisformular, das Sie unter dem Text finden.

Nachweis über Rückverfolgbarkeit von Wildbret

Radiocäsiumbelastung von Wildbret

Manche Regionen Bayerns sind auch 30 Jahre nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl radioaktiv belastet. Um sicherzustellen, dass nur einwandfreies Wildbret auf den Teller kommt, hat der Landesjagdverband Bayern e.V. ein flächendeckendes Netz von Messstationen eingerichtet.

Reduktion der Cäsium-137-Aktivität in Wildschweinen durch Zusatz von Ammonium-Eisen-Hexacyanoferrat (Berliner Blau) zum Kirrfutter - Abschlussbericht

Antrag auf Schadensausgleich für radioaktiv belastetes Wildbret nach der Ausgleichsrichtlinie zu § 38 Abs. 2 Atomgesetz

Radiocäsiummessstationen des BJV

Ansprechpartner Radiocäsiummessstationen im BJV

Link zum Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU)

Informationen zum Dekontaminationsfutter für Schwarzwild