Bayerischer Jagdverband e.V. - staatlich anerkannter Naturschutzverband

23.07.2018

Tierischer Ferienspaß – so bringen Sie Ihren Hund gut durch die Urlaubszeit

Bayerns Jäger geben Profi-Tipps zum Umgang mit Hunden in der Sommerhitze.


Der Hund ist der „beste Freund des Menschen“, ein „Seelentröster“, „Weggefährte“ und für den Jäger ein echter Jagdkamerad auf vier Pfoten“ . Doch der Hundebesitzer hat auch Verpflichtungen und Verantwortung gegenüber seinem Tier. Jetzt in der Sommerzeit ist der Vierbeiner besonders darauf angewiesen.

Hundstage: Todesfalle Auto

Hunde können nicht schwitzen. Deshalb dürfen sie an so heißen Sommertagen grundsätzlich niemals im Auto zurück gelassen werden. Thomas Schreder, Vizepräsident des Bayerischen Jagdverbandes (BJV), Biologe und selbst Züchter und passionierter Hundeführer: „Das Innere des Fahrzeugs entwickelt sich – selbst, wenn es im Schatten steht und die Fenster geöffnet sind – innerhalb weniger Minuten zur Hitze- oder gar Todesfalle. Schon bei Außentemperaturen um 15 Grad, heizt sich der Innenraum innerhalb kurzer Zeit extrem auf. Auch vermeintliche Schattenplätze können schon eine halbe Stunde später der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein, weil die Sonne wandert.“

Es gibt durchaus Hilfsmittel, mit denen Hundebesitzer das Fenster oder den Kofferraum ihres geparkten Fahrzeuges geöffnet lassen können. Aber auch teilweise geöffnete Autofenster bieten im Sommer keine ausreichende Luftzirkulation.

Profi-Tipps vom Jäger und Hundeführer Thomas Schreder:

• Falls der Hund während der Fahrt im Auto am Fenster sitzt, sollten die Fenster geschlossen sein. Der erfrischende Fahrtwind kann beim Hund schnell eine schmerzhafte Bindehautentzündung verursachen.

• Beim Einkaufen mit dem Hund gilt: Nicht in der prallen Sonne anleinen!

• Auch Fahrradfans sollten daran denken, dass der Hund während der heißen Stunden nicht neben das Fahrrad gehört. Überanstrengungen in der Hitze können zum Tod des Tieres führen.

• Spaziergänge in der Mittagshitze sind weder für Herrchen und Frauchen noch für den Hund ein Vergnügen. Gehen Sie entweder früh am Morgen oder später am Abend.

• Mensch und Hund erfrischen sich gleichermaßen gern mit einem kühlen Bad im See. Im Wasser sollte Ihr Hund kein Halsband tragen, er kann daran hängen bleiben.

• Lassen Sie Ihren Hund, wenn möglich, an heißen Tagen mit ausreichend Wasser in der kühlen Wohnung.

Bitte beachten: Den Hund zu Hause nicht angeleint zurücklassen – Hunde brauchen Bewegungsfreiheit, um sich ihren Liegeplatz aussuchen und wechseln zu können.

Urlaubszeit: Wohin mit dem vierbeinigen Freund?

Wer sein Haustier nicht mit in den Urlaub nehmen will oder kann, muss sich rechtzeitig um eine Bleibe des Tieres kümmern. Zur Reisezeit spielen sich jährlich Dramen ab: Hunde und Katzen, Kleintiere und sogar Vögel werden zurück gelassen oder einfach an der Straße oder im Wald ausgesetzt. Viele von den ausgesetzten Tieren werden überfahren oder streifen orientierungslos herum und fressen – weil sie nichts anderes haben – kleine Hasen, Kitze, Singvögel oder andere kleine Wildtiere. 

Ferien in der Tierpension

Der Bayerische Jagdverband bittet alle Haustierhalter, sich rechtzeitig um die Unterbringung ihrer Vierbeiner zu kümmern. Die öffentlichen Tierheime halten Pensionsplätze bereit. Auch private Tierpensionen bieten Möglichkeiten, den Hausgenossen ein paar Tage oder Wochen in guter Obhut zu hinterlassen. Und sicher haben viele Tierbesitzer auch Freunde oder Verwandte, die sich für die begrenzte Zeit um den Hausgefährten kümmern. Auf der Homepage des Deutschen Tierschutzbundes unter www.deutscher.tierschutzbund.de finden Sie Tierheime und Pensionen für die Urlaubszeit.

Gute Planung spart Ärger

Wer seinen Hund mit in den Urlaub nehmen will, sollte bei der Fahrt mit dem Auto ausreichend Pausen einlegen und ausreichend Wasser mitnehmen. Leere Wasserflaschen sind schnell gefüllt, ein paar Eiswürfel halten das Wasser kühl. Lange Flüge, bei denen der Hund stundenlang im Frachtraum verbringen muss, sollten Sie Ihrem Vierbeiner nicht zumuten.

Bitte klären Sie im Vorhinein, ob Sie den Hund ins Hotel, ins Ferienhaus oder auf den Campingplatz auch wirklich mitbringen dürfen. In der Regel müssen Sie für Ihr Tier pro Tag zusätzlich einen Betrag zwischen fünf und 10 Euro bezahlen. Auch nicht an jedem Strand sind Hunde erlaubt.

Impfpass nicht vergessen

Wer den Hund mit auf die Reise nimmt, muss sich rechtzeitig um den notwendigen Impfschutz kümmern. Für Reisen innerhalb der EU muss der Hund gechippt sein. Wenn Sie sicher gehen wollen, sollten Sie ihn auch im Haustierregister FINDEFIX registrieren. Außerdem braucht er einen EU-Heimtierausweis und eine gültige Tollwutimpfung. In anderen Ländern kann es weitere Auflagen geben. Zu empfehlen ist auch ein Parasitenschutz, um Krankheiten vorzubeugen, vor allem bei Reisen in südliche und südöstliche Länder. Hierzu sollte man sich im Vorfeld beim Tierarzt beraten lassen.



↑ nach oben ↑