Bayerischer Jagdverband e.V. - staatlich anerkannter Naturschutzverband

08.04.2019

Zeichen setzen in Passau – Landesjägertag 2019

BJV – 70 Jahre Dienst für Wild und Natur | Schirmherrschaft: Bernd Sibler, Staatsminister für Wissenschaft und Kunst | Staatsministerin Michaela Kaniber, Stellvertretender Ministerpräsident Hubert Aiwanger und Staatssekretär im Bundesinnenminister Stephan Mayer sprachen viel beachtete Grußworte | Fachtagung gab viele Antworten auf die aktuellen Fragen rund um Jagd und Natur


Passau, 6. April 2019 (gh): Zwei Tage lang war Passau quasi Hauptstadt der bayerischen Jäger­schaft.  Rund 600 Jägerinnen und Jäger aus ganz Bayern und viel Prominenz aus Politik und Gesellschaft sind in die Drei-Flüsse-Stadt zum Landesjägertag 2019 gekommen. Staatsminister Bernd Sibler hat die Schirmherrschaft übernommen.

Wichtige Botschaften aus der hohen Politik

Aus München und Berlin waren prominente Vertreter aus der hohen Politik nach Passau gereist. Stephan Mayer (CSU), Staatssekretär im Bundesinnenministerium, hatte für die Jägerschaft gute Nachrichten im Gepäck. Er kündigte an, dass die EU-Feuerwaffenrichtlinie eins zu eins umgesetzt  werde, ohne zusätzliche Verschärfungen. Eine Begrenzung der Zahl der Langwaffen werde es darin nicht geben. Außerdem will der Bundesinnenminister den Schalldämpfer für Jagdwaffen legalisieren.
Hubert Aiwanger (Freie Wähler), Stellvertretender Ministerpräsident und Bayerischer Wirtschafts­minister, plädierte für eine Weiterentwicklung des Forstlichen Gutachtens. Er wünschte sich, dass dieser Landesjägertag Geschichte schreibe und ein Signal für eine enge Zusammenarbeit zwischen Jägern, Förstern und der Landwirtschaft aussende.  Aiwanger:  „Wald und Wild, Jäger und Förster müssen wieder gemeinsam  Arm in Arm marschieren.“

Jagdministerin Michaela Kaniber lobte den Bayerischen Jagdverband für sein Engagement am Runden Tisch der Artenvielfalt. Kaniber: „Danke, dass Ihr so großartig mitgewirkt habt.“ Sie würdigte die Leistungen des Verbandes in seiner 70 jährigen Geschichte. Im Umgang mit dem Wolf forderte sie eine härtere Gangart.

70 Jahre und aktueller denn je

„70 Jahre Dienst für Wild und Natur“ hieß das Motto des Bayerischen Jagdverbandes (BJV) zum Landesjägertag 2019. 70 Jahre, in denen viel erreicht und auf den Weg gebracht wurde, in denen sich aber auch viel verändert hat. Die Jägerschaft ist jünger und weiblicher geworden, betonte Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbands in seinem Bericht. Mehr denn je machen junge Menschen den Jagdschein, nicht zuletzt auf der Suche nach dem echten Naturerleben. Der Anteil der Frauen in den Ausbildungskursen liege bei 30 bis 40 Prozent.

Lebensraum gestalten – Artenvielfalt erhalten

Der Landesjägertag in Passau stand ganz im Zeichen der Artenvielfalt. Die Schaffung von artgerechten Lebensräumen für die Wildtiere in Feld und Wald, für Vögel und Insekten waren ein Schwerpunkt der fachlichen Themen. Seit über 50 Jahren engagiert sich der BJV als anerkannter Naturschutzverband mit der Wildland-Stiftung Bayern, der Naturschutzstiftung des Bayerischen Jagdverbandes, aktiv in der Lebensraumgestaltung. Den Bienen, Hummeln und Wespen gilt seit 2018 das jeweils für zwei Jahre ausgerufene Naturschutzthema.
Ein Zeichen dafür setzte die Baumpflanzaktion. Vor der Universität wurde der Baum des Jahres gepflanzt, heuer ist das die Flatterulme.

BJV bezieht Stellung – drei Resolutionen verabschiedet

In der Landesversammlung sprachen sich die Mitglieder einstimmig für eine Wildtierallianz Bayern aus. Der BJV fordert alle gesellschaftlich relevanten Kräfte auf, die Wertschätzung für unsere heimischen Wildtiere aktiv zu stärken. In einer Resolution zum Forstlichen Gutachten fordert der BJV eine konstruktive Weiterentwicklung, die vor allem das berücksichtigt, was durchkommt. Schließlich fordert der BJV ein Waffenrecht mit Augenmaß.

Strukturwandel soll Verband für die Zukunft fit machen

In einem ersten Bericht wurde den Delegierten die Arbeit der seit einem Jahr tätigen Grundsatzkommission vorgestellt. Ziel ist es, den BJV fit für die Zukunft zu machen, den Verband neu zu strukturieren und die Digitalisierung voranzutreiben. Für diesen Weg hat die Kommission ein einstimmiges Mandat für ein weiteres Jahr erhalten.

Einzigartig in Deutschland

Wie jedes Jahr bestimmten aber auch viele Fachthemen den diesjährigen Landesjägertag. In 15 Vortragsveranstaltungen mit hochkarätigen Referenten aus dem In- und Ausland wurden alle aktuellen Fragen, die die Jagd und Natur derzeit bewegen, diskutiert.



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