Bayerischer Jagdverband e.V. - staatlich anerkannter Naturschutzverband

12.04.2018

Bayerische Naturschutzverbände fordern in Brüssel Umdenken in der Landwirtschaft

Die europäische Agrarpolitik als Schlüssel zur Sicherung der Biologischen Vielfalt – gemeinsame Position von LBV, BJV und LFV


von links: Prof. Dr. Albert Göttle (LFV), Dr. Norbert Schäffer (LBV), Karl-Heinz Florenz (MdE, EVP), Barbara Schetter (Leiterin der Bayerischen Vertretung in Brüssel), Martin Häusling (MdE, Grüne/EFA), Prof. Dr. Jürgen Vocke (BJV), Ludwig Willnegger (FACE)

Podiumsdiskussion mit v. links: Dr. Norbert Schäffer (LBV), Karl-Heinz Florenz (MdE, EVP),Mike MacKenzie (Europäische Kommission), Martin Häusling (MdE, Grüne/EFA),Eric Imm (Geschäftsführer der Wildland-Stiftung Bayern, Referent für Naturschutz beim BJV), Dr. Albert Göttle (LFV)

Brüssel, 12.04.18 – Der Landesbund für Vogelschutz (LBV), der Bayerische Jagdverband (BJV) und der Landesfischereiverband Bayern (LFV) fordern in Brüssel neue Akzente in der Agrarpolitik. Diese muss endlich einen nachvollziehbaren Mehrwert für die Umwelt bringen. Landwirte sollen für die Erzeugung und Sicherung Biologischer Vielfalt angemessen entlohnt werden. 

Unter dem Motto „Gemeinsame Europäische Agrarpolitik – Schlüssel zur Sicherung der Biodiversität in der Kulturlandschaft“ luden LBV, BJV und LFV am Dienstag, den 10. April in die Bayerische Vertretung in Brüssel ein. In einer angeregten Diskussion, an der auch Vertreter des Deutschen Bauernverbandes teilgenommen haben, mit den Abgeordneten des Europaparlaments Karl-Heinz Florenz (EVP) und Martin Häusling (Die Grünen/EFA) und dem Vertreter der Europäischen Kommission Mike MacKenzie forderten die Verbandsvertreter ein Umdenken in der Agrarpolitik.

Bei der anstehenden Reform der GAP im Jahr 2020 muss den ökologischen Aspekten in der intensiven Landbewirtschaftung endlich mehr Rechnung getragen werden. Die aktuelle Förderpolitik führt dazu, dass immer weniger landwirtschaftliche Betriebe mit sehr großem Kostenaufwand zunehmend Gesundheitsrisiken und dramatische Umweltprobleme verursachen, wie die Verbände in ihrem Positionspapier feststellen. Selbst der Europäische Rechnungshof zieht eine düstere Bilanz: „Die Ökologisierung, wie sie derzeit umgesetzt wird, wird keinen signifikanten Nutzen für Umwelt und Klima bringen.“

Deshalb haben LBV, BJV und LFV in ihrem Positionspapier klare Forderungen für die neue Förderperiode der GAP vorgestellt:

- Die Erzeugung und Sicherung Biologischer Vielfalt muss als neuer Betriebszweig in landwirtschaftlichen Betrieben anerkannt und die Bewirtschafter dafür angemessen entlohnt werden.

- Die Direktzahlungen müssen sich an ökologischen Kriterien orientieren und so den Erhalt der Artenvielfalt garantieren.

- Die so genannten Greening-Maßnahmen müssen auf ihre Wirksamkeit hin überprüft und angepasst werden.

Die Teilnehmer der Veranstaltung waren sich einig, dass es ein „weiter so“ in der Europäischen Agrarpolitik nicht geben darf.

BJV-Präsident Prof. Dr. Jürgen Vocke: „Wir wollen, dass mit den Fördermitteln die richtigen Weichen gestellt werden. Nachweisbar darf nur das gefördert werden, was wirklich einen Mehrwert für unsere Wildtiere, für Vögel, Insekten und Fische bringt. Im Gegenzug dazu sagen wir „nein“ zu öffentlichen Geldern für umweltschädliche Maßnahmen.“

LBV-Vorsitzender Dr. Norbert Schäffer: „Wir vertreten mit unseren Anliegen die Mehrheit der Bevölkerung, und wir vertreten auch die Interessen der Landnutzer. Wir wollen die Gelder für die Landwirte nicht kürzen, sondern wir wollen sie zielgerichteter ausgeben. Die Zeit ist reif für mehr Biologische Vielfalt in unseren Feldern und Wiesen!“

LFV-Präsident Prof. Dr. Albert Göttle: „Der Wert von Umweltdienstleistungen wie sauberem Wasser ist nicht verhandelbar, das muss den Menschen bewusst werden. Wir müssen die Landwirte ökonomisch dazu in die Lage versetzen, die europäischen Ziele zum Erhalt der Biodiversität umzusetzen!“

Mike MacKenzie, der Vertreter der EU-Kommission kündigte an, dass die neue GAP mehr Flexibilität und Verantwortung für die Mitgliedsstaaten bringen soll. Das haben viele Teilnehmer der Veranstaltung skeptisch gesehen. Notwendig seien vielmehr klare Vorgaben aus Brüssel für alle EU-Länder gleichermaßen, welche Maßnahmen zur Sicherung der Biologischen Vielfalt beitragen und von den Mitgliedsstaaten in eigener Verantwortung umgesetzt werden können.

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten der Verbände:

www.lbv.de

www.jagd-bayern.de

www.lfvbayern.de



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