ASP – In Bayerns Jagdrevieren funktioniert die Prävention

Mit großer Sorge blickt der Bayerische Jagdverband (BJV) nach Brandenburg auf die Entwicklung der ASP-Fälle. Zum ersten Mal wurde die Afrikanische Schweinepest jetzt auch bei einem erlegten Wildschwein außerhalb der Sicherheitszonen bestätigt. Thomas Schreder, BJV-Vizepräsident und Biologe: „Noch sind wir in Bayern nicht betroffen, aber schon morgen kann das anders sein. Wir können die Ängste der Schweinehalter und der gesamten Landwirtschaft verstehen und teilen ihre Befürchtungen. Jetzt müssen alle zusammenstehen und verhindern, dass die Seuche in die bayerischen Haus- und Wildschweinbestände eingeschleppt wird. Die Jägerschaft ist dabei zur Mithilfe bereit. Nicht zuletzt, weil eine Tierseuche immer auch großes Tierleid bedeutet.“
Bayerns Jäger nehmen Verantwortung ernst
Mit einer Rekordstrecke von über 112.000 erlegten Wildschweinen wurden im Jagdjahr 2019 /2020 so viele Schwarzkittel erlegt, wie nie zuvor. Das sind über 70 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die steigenden Strecken zeigen, dass die Jägerschaft die Verantwortung ernst nimmt. Sie zeigen aber auch, dass die Maßnahmen für eine effektive Schwarzwild-Reduktion funktionieren.

Ein Schlüssel zum Erfolg – Verbesserung der Rahmenbedingungen
Wie Staatsministerin Michaela Kaniber, MdL, auf Anfrage des BJV mitgeteilt hat, ist viel passiert, um die Rahmenbedingungen für Bayerns Schwarzwildjäger zu verbessern. So werden heute in fast der Hälfte aller Landkreise die Gebühren für verkehrsrechtliche Anordnungen – zum Beispiel bei der Geschwindigkeitsbegrenzung auf Straßen im Rahmen einer Schwarzwildjagd – gesenkt. In 17 Prozent der Landkreise sind solche verkehrsrechtlichen Anordnungen sogar ganz gebührenfrei. Ein Viertel aller Landkreise haben auch die Gebühren für die notwendige Trichinenuntersuchung gesenkt, sechs Prozent erlassen sie ganz.
Herausforderung wird angenommen
Revierübergreifende Bewegungsjagden sind ein Schlüssel zum Erfolg. Bayerns Revierinhaber haben das erkannt. Heute werden in über der Hälfte aller Landkreise solche Revier übergreifende Bewegungsjagden durchgeführt.
Aber auch die Landwirtschaft hat sich bewegt: Laut Information des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums wurden für das Jahr 2020 in allen bayerischen Landkreisen und kreisfreien so genannte Bejagungsschneisen im Ackerland und in Dauerkulturen beantragt. Gemeint sind damit breite Streifen mit einem für Schwarzwild attraktiven, kurzen Bewuchs quer durch ein Maisfeld beispielsweise, damit die Sauen im riesigen Schlag auch bejagt werden können. Auf über 12.000 Parzellen wurden heuer rund 39.000 Hektar Blühflächen und Bejagungsschneisen angelegt.
Wertvolles Wildfleisch –natürlicher Genuss vom Feinsten
Ein großes Anliegen ist auch die Wildbretvermarktung. In einem Drittel aller Landkreise haben sich regionale Wildbretvermarktungsinitiativen gebildet. Außerdem hat nach Auskunft von Staatsministerin Kaniber das Landwirtschaftsministerium die Landräte gebeten, die Jägerschaft bei der Wildbretvermarktung zu unterstützen.
Gute Zusammenarbeit zahlt sich aus
BJV-Vize Thomas Schreder: „So muss es sein, so funktioniert der berühmte Bayerische Weg. Wir bringen unser Fachwissen ein, die zuständigen Ministerien und Behörden bündeln Maßnahmenpakete und der direkte Kontakt zwischen Verbandsspitze und der politischen Führung des StMELF funktioniert ausgezeichnet. Die erreichte Jagdstrecke zeigt, dass es dieser Weg der richtige ist. Trotzdem müssen jetzt alle wachsam bleiben. Deshalb appellieren wir weiter an alle Revierinhaber, jetzt noch aufmerksamer zu sein und sich intensiv an der Totfundsuche nach verendeten Wildschweinen zu beteiligen, sich eng mit den Veterinärbehörden abzusprechen und gefundene Kadaver untersuchen zu lassen.

Jagd ist gelebter Naturschutz

 

PRESSEMITTEILUNG ASP-Prävention

Fotonachweis: Randy von Domselaar, Adobe Stock

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