Bayerischer Jagdverband e.V. - staatlich anerkannter Naturschutzverband

Waldohreule

Die Waldohreule hat mit einer Körperlänge von ca. 36 cm und einer Spannweite von 95 cm etwa die Größe eines Waldkauzes. Sie ist jedoch wesentlich schlanker als der Waldkauz und mit einem Gewicht von 220 bis 280 Gramm (Männchen) bzw. 250 und 370 Gramm (Weibchen) erheblich leichter. Auffallende, große Federohren und ein ausgeprägter Gesichtsschleier kennzeichnen diese Art. Die Iris der Waldohreule ist leuchtend orangegelb. Die Waldohreule benötigt vor allem offenes Gelände mit niedrigem Pflanzenwuchs. In Mitteleuropa ist sie daher ein Vogel der offenen Kulturlandschaft. Die Waldohreule besiedelt auch Randbereiche von Städten, insbesondere wenn diese an landwirtschaftlich genutzte Bereiche grenzen. Die Waldohreule jagt während der Dämmerung und in der Nacht. Die Tagesstunden werden nur dann zur Jagd genutzt, wenn die Beute knapp ist (z. B. im Winter). Der Suchflug erfolgt relativ dicht über dem Boden, wobei die Waldohreule ihre Beute optisch und akustisch ortet. Die Ansitzjagd, bei der die Eule von einer Warte aus nach Mäusen lauscht, gehört gleichfalls zum Jagdverhalten der Waldohreule, selten erbeutet sie am Boden Insekten und andere Wirbellose.

Waldohreulen werden gegen Ende ihres ersten Lebensjahres fortpflanzungsfähig und leben monogam in einer sogenannten Saisonehe. Die Paare bilden sich mitunter schon unter den Vögeln einer winterlichen Schlafgemeinschaft. Die Waldohreule nutzt bevorzugt verlassene Nester von Krähen und anderen Greifvögeln. Auch Bodenbruten kommen vor, stellen aber eine Ausnahme dar.

Die relativ kleine Waldohreule gehört wie andere kleine Eulenarten zu den Beutetieren des Uhus. Auch größere Greifvogelarten jagen hin und wieder Waldohreulen.

Bestandsrückgänge sind insbesondere auf die intensivere Nutzung landwirtschaftlicher Flächen zurückzuführen. Auch bei dieser Eulenart ist wichtigste Schutzmaßnahme die Erhaltung von strukturreichen, naturnahen Landschaften. 


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