Eulen
Eulenvögel sind keine jagdbaren Wildtiere nach dem Jagdgesetz. Sie unterliegen ausschließlich dem Naturschutzgesetz und genießen hier einen besonderen Schutzstatus. Der Landesjagdverband Bayern hat zahlreiche Aktionen zum Schutz und Erhalt der Eulen durchgeführt.
Die meisten Arten sind nachtaktiv und haben zahlreiche Anpassungen an ihre nächtliche Aktivität entwickelt. Der Körper ist gedrungen und der Kopf, im Vergleich zu dem anderer Vögel, auffällig groß und rundlich. Der Schnabel ist stark gekrümmt und scharfkantig.
Eulen haben große, unbewegliche, nach vorn gerichtete Augen, die es ihnen ermöglichen, Gegenstände sowie ihre Beutetiere räumlich zu sehen und Geschwindigkeiten und Abstände abzuschätzen, und das bei minimalem Licht. Die Tiere können ihren Kopf bis zu 270° drehen, wodurch das Gesichtsfeld stark erweitert wird.
Während andere Vogelarten in der Regel kleine runde Ohröffnungen haben, zeichnen sich Eulen durch schlitzförmige, asymmetrisch am Kopf angeordnete Ohröffnungen.
Viele Eulen haben außerdem einen optisch auffallenden Gesichtsschleier zur Schallortung. Die oft vorhandenen Federohren sind keine „Hörorgane“ sondern drücken Stimmungen aus und dienen der innerartlichen Kommunikation.
Die anatomischen Besonderheiten der Eulenfedern, wie fehlende Verzahnung, fellartiger Flaum auf der Federoberfläche sowie die leichte Zähnung an der Außenkante verwirbeln die Luft so, dass keine lauten Luftgeräusche entstehen und ein lautloser Flug möglich ist. Der Fuß der Eulen besitzt vier Zehen, wobei die sogenannte Wendezehe, die dritte nach vorne gerichtete Zehe, nach hinten gedreht werden kann und so Beutetiere besser festgehalten werden können.
Der für fleischfressende Arten typische Speiballen, das Gewölle, enthält im Gegensatz zu Greifvögeln aufgrund der schwächeren Magensäure noch eine Vielzahl von Knöchelchen der Beutetiere.

Schleiereule
Die Schleiereule kommt als Brutvogel in vielen Regionen der Welt vor. In Mitteleuropa ist sie ein verbreiteter und häufiger Brutvogel, stellenweise ist sie aber durch Lebensraumzerstörung, den Einsatz von Rodentiziden, die ihre Hauptbeute, Feldmäuse, dezimieren, sowie Flurbereinigungsmaßnahmen selten geworden. In vielen Gebieten kann sie heute nur noch entlang von Straßen auf die Jagd gehen, was zur Folge hat, dass viele Exemplare vermehrt zu Verkehrsopfern werden.
Der Abbruch alter Gebäude mit Schleiereulen-Brutplätzen und Kirchtürmen sowie die Vergitterung von Stallgebäuden und Scheunen haben den Bestand ebenfalls negativ beeinflusst.
Sie ist nachtaktiv und tagsüber nur an ihren Ruheplätzen sowie am Brutplatz zu beobachten. Gelegentlich kann man sie in der späten Dämmerung sehen, wie sie in niedrigem Jagdflug an Dorfrändern und auf Viehweiden sowie in Scheunen nach Mäusen sucht. Zu ihren auffälligsten Erkennungsmerkmalen gehören der herzförmige Gesichtsschleier, die langen Beine sowie die verhältnismäßig kleinen, schwarzen Augen. Sie kommt in einer hellen und einer dunklen Variante vor.
Durch Anbringen von Nistkästen auf Kirchtürmen und in Feldscheunen ist es zum Teil gelungen, den Bestand wieder etwas anzuheben.

Steinkauz
Der Steinkauz galt in der griechischen Mythologie als Vogel der Weisheit und war Sinnbild der Göttin Athene. Darauf verweist auch der wissenschaftliche Name, der übersetzt „nächtliche Athene“ bedeutet.
Das Verbreitungsgebiet des Steinkauzes erstreckt sich über Eurasien und Nordafrika. Er ist ein charakteristischer Bewohner einer reich gegliederten Kulturlandschaft mit spärlicher oder niedriger Vegetation und jagt hier bevorzugt in Bodennähe. In den Siedlungen und Randbereichen findet er in kurzgrasigem Weidegrünland, an Feldwegen, in Gärten und Streuobstwiesen beste Nahrungshabitate. Die Beuteliste ist umfangreich, denn der Steinkauz ist ein gewandter und flexibler Jäger. Auf Koppelpfählen oder Einzelbäumen ansitzend, fängt er Mäuse und kleine Vögel. Zu Fuß werden auch Insekten und Regenwürmer erbeutet. Ein einmal gewähltes Revier besetzt er meist über mehrere Jahre und zum Teil sogar lebenslang. Diese kleine, kurzschwänzige Eule brütet nicht nur in Baumhöhlen, sondern auch in Scheunen, Kapellen und Weinkellern.
In Mitteleuropa gehen die Steinkauzbestände seit einigen Jahrzehnten stark zurück. Hauptursache dieses Rückgangs ist die Zerstörung von Lebensräumen. Die Habitatsuche ist durch fehlenden Biotopverbund fast unmöglich. Hinzu kommen tödliche Hindernisse wie der Straßenverkehr.

Uhu
Die deutsche Bezeichnung ist lautmalerisch vom zweisilbigen Balzruf des Uhus abgeleitet, ebenso die lateinische Artbezeichnung "Bubo bubo". Der Uhu ist die größte bei uns heimische Eulenart. Der Bestand des Uhus hat in Deutschland seit Mitte der 1980er Jahre aufgrund von Schutzmaßnahmen sowie durch Auswilderungsaktionen stark zugenommen.
Uhus haben einen massigen Körper und einen auffällig dicken Kopf mit Federohren. Die Augen sind orangegelb. Das Gefieder weist dunkle Längs- und Querzeichnungen auf. Brust und Bauch sind dabei heller als die Rückseite.
Der Uhu ist in Europa Standvogel und gilt als äußerst standorttreu. Auch die Jungvögel wandern meist nur 50 bis 80 km ab.
Vor allem durch menschliche Verfolgung war der Uhu in Mitteleuropa weitgehend auf die Mittelgebirge sowie die Alpen beschränkt. Inzwischen wird zunehmend das Flachland wiederbesiedelt. Die Brutplätze finden sich vor allem in Felswänden und Steilhängen und in alten Greifvogelhorsten, seltener auf dem Boden.
Der Uhu ist ein nächtlicher Jäger des Offenlandes, aber auch reich gegliederter Kulturlandschaften. Uhus ernähren sich in erster Linie von kleinen bis mittelgroßen Säugern und Vögeln. Er schlägt seine Vogelbeute allerdings bevorzugt dann, wenn sie entweder nachts auf den Ästen ruht oder wenn sie durch ihn aufgeschreckt auffliegt. Bei der Jagd auf bodenbewohnende Säuger kontrolliert er im Gleitflug dicht oberhalb des Erdbodens sein Revier. Zu seiner Beute zählen in Mitteleuropa vor allem Igel, Ratten und Mäuse, Hasentiere, Rabenvögel und Füchse. Er sucht den Boden jedoch auch zu Fuß nach Schnecken, Insekten und Würmern ab.

Waldohreule
Die Waldohreule hat mit einer Körperlänge von ca. 36 cm und einer Spannweite von 95 cm etwa die Größe eines Waldkauzes. Sie ist jedoch wesentlich schlanker als der Waldkauz und mit einem Gewicht von 220 bis 280 Gramm (Männchen) bzw. 250 und 370 Gramm (Weibchen) erheblich leichter. Auffallende, große Federohren und ein ausgeprägter Gesichtsschleier kennzeichnen diese Art. Die Iris der Waldohreule ist leuchtend orangegelb. Die Waldohreule benötigt vor allem offenes Gelände mit niedrigem Pflanzenwuchs. In Mitteleuropa ist sie daher ein Vogel der offenen Kulturlandschaft. Die Waldohreule besiedelt auch Randbereiche von Städten, insbesondere wenn diese an landwirtschaftlich genutzte Bereiche grenzen. Die Waldohreule jagt während der Dämmerung und in der Nacht. Die Tagesstunden werden nur dann zur Jagd genutzt, wenn die Beute knapp ist (z. B. im Winter). Der Suchflug erfolgt relativ dicht über dem Boden, wobei die Waldohreule ihre Beute optisch und akustisch ortet. Die Ansitzjagd, bei der die Eule von einer Warte aus nach Mäusen lauscht, gehört gleichfalls zum Jagdverhalten der Waldohreule, selten erbeutet sie am Boden Insekten und andere Wirbellose.
Waldohreulen werden gegen Ende ihres ersten Lebensjahres fortpflanzungsfähig und leben monogam in einer sogenannten Saisonehe. Die Paare bilden sich mitunter schon unter den Vögeln einer winterlichen Schlafgemeinschaft. Die Waldohreule nutzt bevorzugt verlassene Nester von Krähen und anderen Greifvögeln. Auch Bodenbruten kommen vor, stellen aber eine Ausnahme dar.
Die relativ kleine Waldohreule gehört wie andere kleine Eulenarten zu den Beutetieren des Uhus. Auch größere Greifvogelarten jagen hin und wieder Waldohreulen.
Bestandsrückgänge sind insbesondere auf die intensivere Nutzung landwirtschaftlicher Flächen zurückzuführen. Auch bei dieser Eulenart ist wichtigste Schutzmaßnahme die Erhaltung von strukturreichen, naturnahen Landschaften.

Waldkauz
In MEU ist der Waldkauz gemeinsam mit der Waldohreule die häufigste Eule. Er fehlt lediglich in baumarmen Gebieten. Waldkäuze benötigen als Brutareal reich strukturierte Landschaften, in denen sich Wälder und Baumgruppen mit offenen Flächen abwechseln. Er ist wie alle Käuze ein Höhlenbrüter, der neben Baumhöhlen auch in Mauerlöchern, Felshöhlen, aber auch auf Dachböden brütet. Scheunen, Dachböden, Kirchtürme und Ruinen sind ebenfalls gute Tagesverstecke.
Waldkäuze sind gewandte Flieger und Jäger und erbeuten neben Mäusen, ihrer Hauptbeute, auch Kleinvögel, nehmen gelegentlich auch Amphibien und Reptilien.
Kennzeichnend für diese dämmerungs- und nachtaktive Eulenart ist eine gedrungene Gestalt mit rundem Kopf und einer rindenähnlichen Gefiederfärbung. Von September bis November sowie im frühen Frühjahr ist der typische und wohlbekannte Reviergesang des Männchens weithin zu hören.






