Bayerischer Jagdverband e.V. - staatlich anerkannter Naturschutzverband

BJV-Präsident Vocke warnt vor den Gefahren durch Zeckenbisse

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Videobeitrag: BJV-Präsident Vocke warnt vor den Gefahren durch Zeckenbisse

Jetzt, wenn’s wieder wärmer wird, werden auch die Zecken wieder aktiv. Ihre Bisse können’s in sich haben.

Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:
„Sind ja Winzlinge in der Natur, diese Zecken.“

Bei weitem nicht jede trägt für uns gefährliche Erreger mit sich herum. Trotzdem gelten inzwischen 83 der 96 Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern als Risikogebiete, in denen die gefürchtete Frühsommer-Meningo-Enzephalitis – kurz FSME - übertragen werden könnte. 2016 wurden in Bayern 159 Erkrankungen registriert, die Dunkelziffer dürfte höher liegen.

Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:
„Das heißt für uns Jäger , wenn wir rausgehen, und alle Naturfreunde, also nicht nur die Jäger, erhöhte Sorgfaltspflicht.“

Um nicht durch einen Zeckenbiss mit FSME infiziert zu werden.

Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:
„Oft dauert’s ein paar Tage, dann kommt es zu Fieberschüben, dann kommt es zu Erbrechen, zu ausge­sprochenem Unwohlsein bis zu dauerhaften Schäden und im Einzelfall – was Gott verhindern mag – bis zu Todesfällen. Also man darf es nicht auf die leichte Schulter nehmen!“

Risikogruppen wie den Jägern empfiehlt deshalb die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml eine Impfung gegen FSME.

Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:
„Ich kann nur jedem dringend raten – es ist völlig schmerzfrei – dass man sich prophylaktisch schützt.“

Wer sich erstmalig gegen FSME impfen lässt, braucht 3 Impftermine in einem Jahr. 3 Jahre später sollte nachgeimpft werden.

Auch die Borreliose wird durch Zeckenbisse übertragen. Seit 2013 wurden in Bayern über 16.000 Fälle gemeldet, im laufenden Jahr bereits 160. Eine Impfung gegen die Borreliose gibt es nicht. Dafür ist sie mit Antibiotika gut zu behandeln, wenn man schnell nach dem Biss bzw. dem Auftreten der sogenannten Wanderröte zum Arzt geht.

Da die Borreliose-Erreger erst etwa 12 Stunden nach dem Biss in den menschlichen Körper abgegeben werden, kann es schon genügen, eine festsitzende Zecke möglichst sofort schonend zu entfernen. Die Zecke nahe an der Haut fassen und langsam ohne Drehen anheben, am besten mit einer Zeckenzange, einer Pinzette oder einer solchen Karte.
Die Zecke nicht abtöten. Die Stichstelle etwa 4 Wochen lang beobachten.

Am besten jedoch vor einem Zeckenbiss ganz einfache Schutzvorkehrungen beachten:

Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:
„Dass man schlichtweg nicht nachlässig ist, sondern den Zecken möglichst wenig Angriffsflächen bietet, also nackerte Haut, sei es, dass man nicht barfuß durch die Wiesen läuft, dass man Socken an hat und wir Jäger Gummistiefel. Und dann die Hosen auch ein bisschen einsprayen, all diese Dinge. Auch im Hochsommer, wenn man tatsächlich draußen ist in der Natur und sich hinlegt, ungeschützt hinlegt, muss man damit rechnen, dass man gebissen wird.“

Oder dass noch Zecken in den Kleidern hängen oder an unbedeckten Körperflächen ausharren, um noch Stunden später zuzubeißen. Deshalb alles absuchen. Und die Vierbeiner nicht vergessen!

Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:
„Die Hunde stöbern umeinand, laufen gerne durch die Wiesen und sind deshalb natürlich sehr schnell auch Lebewesen, die eben befallen werden, dass man auch da die Hunde im Vorfeld sei es mit den Zeckenhalsbändern oder SPOT-ON schützt. Und dann eben aber auch die Hunde absucht. Gerade, wenn man kleine Kinder hat oder wenn die Hunde aufs Sofa dürfen usw. und auf Decken, da braucht man sich nicht zu wundern, wenn’s dann anfängt zu krabbeln. Und plötzlich hat man’s selbst. Also eindeutig: Wer Hunde oder Katzen zu Hause hat, der muss die auch immer absuchen.“


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