Bayerischer Jagdverband e.V. - staatlich anerkannter Naturschutzverband

Video zur Wiesenmahd – Gefahr für die Jungtiere / Mai 2015

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Wiesenmahd – Gefahr für die Jungtiere / Mai 2015

Im Mai rücken überall in Bayern die Grünlandbauern zur Wiesenmahd aus. Damit steigt die Gefahr für die Jungtiere in den Feldern – sie werden grausam verstümmelt oder auf der Stelle getötet.

Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:
„Natürlich volles Verständnis für unsere Grünlandbauern, aber wir brauchen unsere Bauern, die müssen mit Rücksicht nehmen auf die Bodenbrüter im Allgemeinen, aber natürlich auch für die Rehkitz, für die Junghasen und Rebhühner und was jetzt alles draußen ist - bitte erhöhte Aufmerksamkeit.“

Rehkitzen und Feldhasen wird ihre eigene „Feind­vermeidungs­strategie“ zum Verhängnis. Denn bei Gefahr flüchten sie nicht sofort, sondern sie ducken sich und sind für den Bauern auf seiner Mähmaschine nicht zu sehen.

Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:
„Eigentlich weiß er ja, dass in jeder Wiese was drin ist, das ist nun mal so. D.h., wenn er einfach mäht, ohne sich mit dem Jäger zu verständigen, kann er ein Problem bekommen nach dem Tierschutzrecht. Deshalb – ich will jetzt nicht mit dem Gesetz drohen – aber dringende Empfehlung und Bitte: kurzschließen mit den örtlichen Jägern, also mit dem jeweiligen Revierinhaber, dass man gemeinsam – gemeinsam – versucht, diesen grässlichen Ausmähtod zu vermeiden.
Es gibt natürlich die klassischen Mittel, dass man den Stempen hinstellt und irgendwelche Plastiktüten in der Nacht wedeln lässt im Wind oder mit Blinkern, teilweise stellen sie sogar Radios auf, es gibt alle möglichen Dinge. Aber das funktioniert alles nur, wenn es erst wenige Stunden vor der tatsächlichen Mahd abends ausgebracht wird, damit die Geis die Kitz nicht rausbringt. Also es kommt darauf an, dass der Bauer – soweit das witterungsmäßig machbar ist – vorher schnell anruft: Du, pass‘ mal auf, morgen früh um 4 Uhr bin ich draußen, stell‘ heute Abend was raus. So stell ich mir eigentlich eine Partnerschaft auch vor.“

Die Partnerschaft zwischen dem Bauern und dem Jäger bzw. Revierinhaber.

Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:
„Ansonsten natürlich – ich habe das auch Jahrzehnte gemacht, das war nicht gerade nett – durch das hohe Gras mit dem Hund hektarweise absuchen, aber das kannst Du gar nicht schaffen. Das kannst Du gar nicht schaffen, vor allen Dingen, wenn die heute mit den unglaublich schnellen Mähwerken fahren. Deshalb haben wir ja auch diesen modernen Oktocopter entwickelt. Aber der ist noch nicht endgültig serienreif, kostet augenblicklich auch noch sehr sehr viel Geld. Aber der sucht eben dann innerhalb von 3-4 Minuten einen ganzen Hektar ab und sagt exakt, wo eben die Rehkitz oder die Bodenbrüter liegen. Es läuft an und wir haben schon tatsächlich 3 oder 4 im Einsatz, aber in ganz Bayern bräuchte man ein paar Hundert, das ist natürlich eine Investitionsfrage – wer bezahlt die Dinger?“

Doch schon ein bestimmtes Muster beim Mähen bietet den Jungtieren ein gewisses Maß an Sicherheit. In Lebensgefahr geraten sie, wenn der Bauer wie üblich von außen nach innen mäht:

Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:

„Dann drängen die sich immer mehr zusammen, dann ist das der sichere Tod.“
Wird aber von innen nach außen gemäht, können die Tiere noch flüchten.
Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:
„Das kostet wie gesagt nichts, würde aber sehr viel bewirken. Da kann ich unsere Landwirte nur bitten, das zu machen.“

Je nach Lage der Wiese empfehlen sich auch etwas andere Muster, die alle in einem Flyer des Bayerischen Jagdverbandes (herunterzuladen hier über die BJV-Website) zusammengestellt sind.

Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:
„Das wäre natürlich auch eine gute Sache, auch gleichzeitig für unsere Jäger, dass sie mit diesen Flyern – so viele Landwirte haben wir ja draußen nicht mehr – dass man da rechtzeitig auf die Höfe geht und den Bauern so einen Flyer übergibt und vielleicht auch mit einem kleinen Plausch und vielleicht auch mit einem Fläschchen, egal wie, hinrückt und sich mit dem Landwirt da mal unterhält. Da kann man neue Freundschaften begründen und sehr viel bewirken.“


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