Bayerischer Jagdverband e.V. - staatlich anerkannter Naturschutzverband

Parlamentarischer Abend 2016: Der BJV lud ins Gamsgebiet Karwendel

Videobeitrag: „Parlamentarischer Abend in der Vorderriss am 8.6.2016“

Sie standen beim Parlamentarischen Abend des BJV heuer nicht im Mittelpunkt.

Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:
„Wie das hier zur Vorderriss und damit zum Karwendel passt, es geht dieses Mal um die Gams. Die Gams ist ja im Moment in die Medien gekommen – zu Recht, weil in manchen Regionen Bayerns sich die Gamswildbestände deutlich reduziert haben. Hier muss gegengesteuert werden.“

Die Frage ist:

Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:
„Wie können wir gemeinsam mit der Staatsforstverwaltung, aber mit den privaten Jägern dafür sorgen, dass die Gamswildbestände – ein Stück bayerischer Heimat – wieder tatsächlich auch für die Bevölkerung erlebbar werden. Und sie dürfen nicht nur als Schädling behandelt werden, sondern wir müssen einfach verstehen, dass sie zu Bayern gehören wie das Rautenmuster der Fahne usw.

Ich hoffe, dass wir jetzt mit der Politik endlich einmal klare Vorgaben bekommen. Wie ist das in den Schutzwäldern? Was sind Schutzwälder? Sind das tatsächlich Schutzwälder? Weil da ganzjährig gejagt werden kann. Und wir müssen aufpassen, dass das auch tatsächlich nicht missbraucht wird.“


Gerhard Eck, MdL, Staatssekretär im Bayerischen Innenministerium:
„Die Politik muss es zuerst verstehen, die Kolleginnen und Kollegen. Und deshalb ist es unabdingbar wichtig, dass solche Parlamentarischen Abende veranstaltet werden, dass die Politik überhaupt erst einmal das Rüstzeug dafür kriegt, um über diese Dinge entscheiden zu können.“

Also zum Beispiel Genaueres zu erfahren über die besagten Schutzwälder. Dort wird Gamswild intensiv bejagt, zum Teil ohne Rücksicht auf Schonzeiten.

Man braucht viel Erfahrung, um das Gamswild genau ansprechen zu können.

Max Keler, Vorsitzender des Bundes Bayerischer Berufsjäger:
„Der hat jetzt glücklicherweise nur 93 Punkte. Wenn aber hier der Schlauchumfang nur einen halben Zentimeter mehr hätte – das ist fast nicht sichtbar - hätte der 2 Punkte mehr und wäre dann praktisch der Klasse A zuzuordnen und dürfte nicht geschossen werden. Das ist jetzt ein Punkt, warum’s wahrscheinlich wichtig ist, dass die Gams professionell bejagt wird und auch Jagdgäste von Profis geführt werden.“

Gerade bei der Gams kommt’s besonders darauf an, die Altersstruktur zu erhalten.

Max Keler, Vorsitzender des Bundes Bayerischer Berufsjäger:
„Eine Gams wird mit 3 Jahren geschlechtsreif, vielleicht auch erst mit 4, wenn die Verhältnisse nicht optimal sind, und hat in der Regel ein Kitz, zwei Kitze oder 3 ist höchst selten. Dann kommt dazu, dass die Brunft sehr spät ist, sie geht in den Hochwinter rein, da ist das Geschlechterverhältnis wichtig. Wir beachten ein Geschlechterverhältnis von 1: 1, also weibliches und männliches ungefähr ausgeglichen, für sehr notwendig, denn wenn die Geißen lange nicht beschlagen werden, dauert die Brunft sehr lang, d.h. wenige geschlechtsreife Böcke müssen dann viele Geißen beschlagen, die Brunft dauert sehr lang, die Böcke sind stark abgebrunftet und es verenden dann sehr viele Böcke im Spätwinter, wenn die Brunft vorbei ist.“

Hinzu kommt, dass die Gams auch natürliche Feinde hat: Die rund 50 Steinadlerpärchen in Bayern jagen Gamswild und leben zur Hälfte von dieser Beute.

Es gilt also vieles zu beachten. Schutzwälder dürfen nur eben nicht missbraucht werden. Und: Wer das Wild im Winter durch den Wald scheucht, muss sich nicht wundern, wenn es Hunger bekommt. Ungestört fährt die Gams ihren Stoffwechsel deutlich herunter.

Angelika Schorer, MdL aus dem Allgäu, Vorsitzende des Landwirtschaftsausschusses im Bayerischen Landtag:
„Wenn ich mit meinem Berufsjäger red’, dann sagt er mir schon immer, was das Gamswild für eine Bedeutung noch hat, dass es einfach auch zu unserem Gebirge gehört. Deswegen denke ich schon, ist es ein richtiger Weg, den der Herr Präsident Vocke angesprochen hat, dass wir das miteinander genau anschauen.“

Frage von Susanne Schmid, BJV-Öffentlichkeitsarbeit, an Eric Beißwenger, MdL aus dem Allgäu, jagdpolitischer Sprecher der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag:

„Waren Sie schon mal auf Gams? Hatten Sie schon einmal die Ehre, ins Gebirge zu gehen mit der Waffe?“

Antwort: „Im Gebirge bin ich eigentlich täglich mit der Waffe, auch immer im Gebirge, wenn ich auf der Jagd bin, weil bei uns einfach Gebirge ist, aber auf Gamsjagd war ich noch nicht.“

Doch noch heuer soll es soweit sein. Während sich der CSU-Fraktionsfachmann für jagdliche Themen noch auf seine erste Gams freut, kann der Staatssekretär schon von seinem Erlebnis in den Bergen schwärmen.

Gerhard Eck, MdL, Staatssekretär im Bayerischen Innenministerium:
„Ich habe das Glück gehabt, bin auf eine Gams gegangen, habe da eine wunderbare Führung und auch Waidmanns Heil gehabt. Es ist ein schier unbeschreibliches Erlebnis. Ich bin abends angereist, konnte in einer Hütte übernachten, stand um halb 4 auf und traf mich früh mit einem guten Freund. Wir sind zu Fuß hoch ins Gebirge, es war ein wunderschöner Tag. Um halb 7 konnten wir die Gams erlegen, auch der Freund von mir hat eine Gams erlegt, und dann haben wir die Gams geborgen - ohne große Schwierigkeit, das Glück haben wir gehabt. Dann sind wir so langsam nach unten, an einer bewirtschafteten Alm vorbei. Dort haben wir einfach einmal gesehen, wie schön die Welt ist, mit nichts kann man das toppen, das war wunderschön!“


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