Bayerischer Jagdverband e.V. - staatlich anerkannter Naturschutzverband

Bayerischer Landesjägertag 2017

Landesjägertag 2017 in Rothenburg ob der Tauber: Was bleibt, sind nicht zuletzt die Resolutionen.

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Videobeitrag: Landesjägertag 2017

Die Agrartechnik beschäftigte die Delegierten wie das Präsidium in besonderer Weise, sind doch grausige Folgen ihres Einsatzes nun wieder auf so manchem Feld zu sehen. Gerade wo die landwirt­schaftlichen Schläge immer größer werden, braucht man immer größere und leistungsfähigere Maschinen.

Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:
„Aber die Wildtiere bleiben – ich betone: ungewollt seitens der Landwirtschaft – aber dabei sehr häufig auf der Strecke. Drum die Forderung von uns an die Maschinenbauindustrie, die diese landwirtschaftlichen Maschinen bauen, wie aber auch an die Nutzer: Liebe Leut, passt’s auf!“

Dass die Maschinen den Wildtieren keinen Schaden zufügen.

Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:
„D.h. es muss etwas eingebaut werden, was den Wildtieren noch eine Chance des Überlebens lässt.“

Insbesondere um den Schutz der Gams mit ihrem ausgeprägten Sozialgefüge geht’s bei der Resolution des Landesjägertages zur Forstwirtschaft. Die Gais wird erst mit 3 Jahren geschlechtsreif und hat in der Regel nur 1 Kitz. Für eine geordnete Fortpflanzung, die bis in den Hochwinter hineinreicht, braucht es ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis. Gibt es zu wenige Böcke, dauert das Beschlagen der Gaisen sehr lange, so dass die Böcke im Spätwinter stark abgebrunftet sind und dann fehlen.

Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:
„Da appellieren wir insbesondere in den staatlichen Bereichen am Berg an die Forstseite: Wenn Ihr jagt, nicht einfach in die Bestände rein schießen, sondern genau auch überlegen: Passt/ Ist der Abschuss richtig vom Sozialgefüge her, also Jugend vor Alter usw., aber nicht ins Mittelalter blind reinschießen, all diese Dinge. Und da hoffen wir auch auf ein vernünftiges Gespräch mit der Staatsforstverwaltung.“

In ihrer Resolution zum forstlichen Gutachten fordern die bayerischen Jäger eine Fortschreibung.

Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:
„Der Minister – also Minister Brunner – hat dankenswerterweise mal gesagt ‚Entscheidend ist, was durchkommt’, also bezogen auf die Waldbäume. Dann bitte bitte berücksichtigt das auch!
Es wird ja immer gesagt ‚Wir sind auf einem sehr guten Weg’, dann sollte man sich jetzt auch ein bisschen zurücknehmen, was die Abschussquoten anbetrifft. Nummer 2 ist die Frage mit dem Leittriebverbiss. D.h., es gibt leider Gottes in den Gutachten immer wieder auch Stellungsnahmen, wo eben auf den Seitentriebverbiss auch abgestellt wird. Der Seitentriebverbiss hat im Regelfall mit der Dichte der Bepflanzung überhaupt nichts zu tun. Also deshalb Leittrieb, das muss das Kernziel sein.“

Auch ein Wort zu den ‚lokalen waldbaulichen Zielen’:

Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:
„Wenn sich die Grundeigentümer mit den Jagdpächtern verständigt haben, dann sollte das auch gelten. Hier haben wir eine klare Eigenverantwortung der Vertragsbeteiligten.“

In der Resolution zum Waffenrecht appellieren die bayerischen Jäger an die Politik, Augenmaß zu bewahren und nachvollziehbare Regelungen zu treffen.

Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:
„Da geht es jetzt um die Frage insbesondere des Erbenprivilegs, d.h. wenn die Waffen weitergegeben werden, die bisher in einem zugelassenen Panzerschrank waren - kann ich den Panzerschrank mitsamt den Waffen einem anderen mitgeben oder muss der sich dann einen neuen Panzerschrank anschaffen? Grotesk, aber er muss sich wohl ab 2020 einen neuen Panzerschrank anschaffen. Das sind so Themen, die sind dem Bürger kaum zu vermitteln.“

Durch eine Resolution zur Wilderei will man Öffentlichkeit und Justiz auf den Hintergrund dieses Straftatbestandes aufmerksam machen.

Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:
„Wenn bei der Wilderei primär nur auf den Vermögensschaden abgestellt wird, d.h. ob z.B. ein Rehbock, der gewildert worden ist, sind vom Wildbret her 150 Euro sagen wir mal, och geringfügig, kein öffentliches Interesse, kann eingestellt werden, dann sag’ ich klipp und klar: Langsam! Wenn der mit der Waffe gewildert worden ist, dann ist da eine echte Gefährdung da. Jetzt was ist, wenn der überrascht wird, dann kann das wie beim Jennerwein sehr schnell eskalieren. Drum der Appell sowohl an das Justizministerium, das bayerische, insbesondere aber auch an die Gerichte, an die Staatsanwaltschaften in dem Fall: Kinder, das ist kein Kavaliersdelikt, sondern das ist ein echtes gefährliches Delikt, weil es sehr schnell eskalieren kann. Wilderei hart bestrafen. Also vorbeugend hier auch Generalprävention, um eben zu verhindern, dass es zu Eskalationen kommt.“

Die Ehre der Jäger verletzt sieht man durch die neue Gefahrenstoffverordnung für 30%iges Wasserstoffperoxid, die vorbeugend gegen einen Missbrauch durch Terroristen wirken soll.

Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:
„Berufsjäger, Förster und z.B. auch Friseure dürfen weiter 30%iges Wasserstoffperoxid zum Bleichen der Haare oder des Gewichterls vom Reh , was man dann später auf der Trophäenschau vorführt, benutzen. Jäger sind angeblich unzuverlässiger, bei denen nur maximal 12%ig. Das ist schon stark! Das ist schon stark! Das ist also für mich eine Diskriminierung, die ich keinesfalls hinnehme. Und deshalb werden wir hier auch auf politischer Ebene, also auch beim Bundesinnenministerium, vorstellig werden, um das wieder zu korrigieren. Aber auch im Interesse der Hygiene. Denn wenn die Stücke nicht richtig gebleicht werden, dann modern die schnell, stinken.“

Zumal das 30%ige Wasserstoffperoxid schon jetzt nur in der Apotheke zu bekommen ist, wo man seine persönlichen Daten angeben muss.

Kurz noch zum BJV-Jahresthema ‚Kulturerbe Jagd’: Die Jagd könnte auch in unseren Osterbräuchen ihre Spuren hinterlassen haben:

Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:
„Die Häsinnen werfen jetzt ihre ersten Jungen, die Märzhäschen, und das ist ja meistens Ende März bis Mitte April, genau in der Osterzeit. Deshalb sagt man schon mal Osterhase.

Dann wo kommt das Osternest her? Es liegt eigentlich sehr nah, einfach weil die kleinen Häschen in der Sasse liegen. Die Mutter legt sie ab und dann bleiben sie da oft stundenlang mutterseelenallein. Aber dieses Nest , daraus haben wir dann das sogenannte Osternest gemacht und da liegen jetzt die kleinen Eierchen und für die Kinder was drin usw. Aber Resumée - man sieht immer wieder: Auch die Jagdkultur und die Jägersprache mit der Kultur und das, was wir leben, ist sehr eng miteinander verbunden und da sind wir auch alle sehr stolz drauf.“

BJV-Informationen zum Thema:

» Landesjägertag 2017 - Resolutionen


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