Bayerischer Jagdverband e.V. - staatlich anerkannter Naturschutzverband

Hubertustag 2017

Weitere Ausgabeformat zu diesem Video

JV_Hubertus_2017.mp4

MP4-Datei z.B. für Quicktime-Player (960x540)

83 MB

Hubertustag 2017: Am 3. November feiern die Jägerinnen und Jäger alljährlich ihren Schutzpatron.

Am 3. November werden wieder überall in Bayern Hubertusmessen gefeiert – zu Ehren des Schutzpatrons der Jägerinnen und Jäger. Eine liebgewordene Tradition oder hat Hubertus, der  Heilige aus dem Mittelalter, auch für die moderne Jagd noch eine Bedeutung?

Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:
„...Höcherl...nicht die Brotzeit mitnehmen, sondern Gesetzeskompendien.“

Internationale Abkommen wie FFH und CITES, EU-Richtlinien wie etwa zu Fleischhygiene und Waffen, Bundes- und Landesjagdgesetz, Tierschutzgesetze, Verordnungen, ministerielle Schreiben und Verwaltungsanweisungen, all diese staatlichen Vorgaben muss der Jäger heute im Kopf haben. Und trotzdem: In Hubertus’ Sinne fehlt hier noch etwas.

Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:
„Entscheidend, wenn die Jagd Akzeptanz haben soll, ist, dass wir hohe ethische Standards einhalten, d.h. wie gehe ich mit den Wildtieren um. D.h., dass man in ihnen auch ein Geschöpf Gottes sieht und sie nicht tötet um des Tötens willen oder damit man draußen rumschießt. Das darf nicht sein, dann haben wir nicht die Akzeptanz der Gesellschaft. Also es kommt entscheidend darauf an, wie wir jagen.“

So dürfen etwa Drückjagden nicht zu Treibjagden auf Rehwild gemacht werden.

Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:
„Man sagt, man will auf Schwarzwild jagen und dann wird mit hochläufigen Hunden geschossen auf alles, was sich bewegt – das kann’s nicht sein!“

Der Muttertierschutz ist unbedingt zu beachten.

Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:
„Dass keinesfalls die Geiß vor dem Kitz geschossen wird oder die Bache vor den Frischlingen..“

Und wenn geschossen wurde, wie dann mit den Wildtieren umgehen?

Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:
„Werfe ich die zusammen auf einen Haufen oder lege ich eine Strecke - das ist auch eine Einstellungsfrage.“

Oder wenn ein Tier nicht gleich erlegt werden konnte...

Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:
„Jagd ohne Hund ist Schund, wie man so schön sagt. Aber entscheidend ist tatsächlich, dass nachgesucht werden kann.“

Weiteres Stichwort: Winterfütterung. In der Notzeit der Wildtiere muss artgerecht zugefüttert werden. Im übrigen Jahr können sich die Tiere auch nur dann selbst ernähren, wenn ihre Lebensräume erhalten werden.  Ohne die Mithilfe der Bauern nicht zu schaffen.

Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:
„Natürlich müssen die Bauern leben, gar kein Thema, aber auch die Wildtiere müssen leben.
Und da müssen wir gemeinsam schauen, wie wir das hinbekommen.“

Weiteres Stichwort: Technisierung der Landwirtschaft. Auf den Feldern werden immer mehr riesige Maschinen eingesetzt. Im Hinblick auf die notwendigen Erträge natürlich verständlich,

Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:
„Aber man sollte schon auch dran denken: Das kleine Kitz, über Jahrtausende eingegeben ‚Bei einer Gefahr drücken’ - es drückt sich und dann kommen die Maschinen und mähen es elendig zusammen. D.h., auch die Landwirte haben eine Mitverpflichtung, dass es nicht zu Ausmähverlusten kommt. Selbst auch jetzt beim Mais, da werden teilweise ganze Wildschweine in diese Riesenapparate reingewürgt, das ist entsetzlich, was sich da abspielt.“

Zur Erhaltung des Wildtierlebensraumes Wald werden auch die Förster gebraucht.

Nicht zu vergessen die Grundeigentümer:

Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:
„Der § 1Bundesjagdgesetz spricht auch die Jagdrechtsinhaber an, d.h. die Grundeigentümer, dass sie auch eine Pflicht zur Hege haben, dass sie dafür sorgen, dass artgerechte Lebensräume für die Wildtiere da sind.“

Dass z.B. Wiesen und Wildäcker angelegt werden, Zwischenfruchtanbau betrieben wird u.ä. mehr, alles, was eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, aber leider oft nicht richtig gelebt wird.

Dann der dramatische Artenschwund – in ganz Deutschland verschwinden unzählige Insektenarten.

Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:
„Die Naturkreisläufe stimmen nicht mehr zusammen. Und hier hat eben auch unsere Gesellschaft eine massive Verpflichtung, dass wir das wieder in den Griff bekommen. Man sieht es daran, die Hasenstrecken dramatisch eingebrochen, die Rebhühner fast an der Nullgrenze, es gibt noch kleine Parzellen, wo wir sie noch haben. Ähnlich ist es mit dem Fasan. Nur gemeinsam können wir das schaffen. Und da meine ich, das macht ja auch Spaß, wenn wir da mit den Grundeigentümer zusammen etwas bewirken können. Das ist eigentlich die Verpflichtung, die uns der Heilige Hubertus aufträgt.“


↑ nach oben ↑