Bayerischer Jagdverband e.V. - staatlich anerkannter Naturschutzverband

Unfallgefahr durch verwirrte Wildtiere

Videobeitrag: „Unfallgefahr durch verwirrte Wildtiere“

Rush hour auf den Feldern und Straßen. Wenn die Landwirte ihre Ernte einfahren, beginnt für Rehe, Hasen, Rebhühner und viele andere Wildtiere eine harte Zeit.

Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:
„Innerhalb von Stunden, wirklich wenigen Stunden ändern sich größträumig die ganzen Lebensräume. D.h. heute durch den Maschineneinsatz – was ja auch alles sein muss – aber für die Tiere ist es eine Katastrophe, weil die über Nacht innerhalb von 1-2 Stunden ihr ganzes Umfeld verlieren. Man kann sich das immer nur verdeutlichen, wie es wäre, wenn das eigene Dorf, das eigene Haus abgebrannt ist, wenn man mal eine Stunde nicht da ist und kommt zurück und es ist gar nichts mehr da, nicht eine Mauer, gar nichts mehr. Da kommt es zu diesem sogenannten Ernteschock, bei dem viele sich sogar derart aufregen, dass sie sterben.“

Wo es Landwirten und Jägern noch nicht gelungen ist, zum Beispiel Äsungsinseln zu schaffen, irren die hungrigen Wildtiere auf der Suche nach neuem Lebensraum verwirrt umher.

Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:
„Sie müssen sich neu orientieren. Deshalb ganz klar in unseren vielen dichtest besiedelten Regionen in Bayern, dass die dann ständig über die Strasse müssen.“

Vor allem in der Dämmerung, der Hauptverkehrszeit. Daher der dringende Rat des Bayerischen Jagdverbandes:

Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:
„Seid’s gscheit und runter vom Gaspedal und beobachtet die Feldränder, beobachtet das, da stehen sie häufig. Und vor allem, wenn’s erste Stück läuft, laufen die anderen hinterher – dass es nicht zu schlimmen Unfällen kommt!“

Nicht zuletzt auch durch einen verlängerten Bremsweg, denn fallendes Herbstlaub, Nässe, Nebel und Verschmutzungen der Straßen durch Erntefahrzeuge führen zu rutschigen Belägen.

Vor potenziellen Gefahrengebieten mit erhöhter Wildwechselgefahr warnt die App „Wuidi“.  (Infos unter: www.wuidi.de)

Außer entsprechenden Warnsignalen während der Fahrt erhält der Autofahrer von Wuidi auch Hilfe, wenn dann doch ein Wildunfall passiert ist. Die App nennt etwa den direkten Ansprechpartner, der eine Wildunfall-Bescheinigung ausstellt. Die Jäger erfahren über Wuidi, wo genau ein Unfall passiert ist. Das erleichtert das Auffinden eines verletzten Wildtieres.

Der Wildunfall-Flyer des BJV informiert in traditioneller Manier über alles, was man zu den Gefahren durch Wildwechsel auf unseren Straßen wissen sollte und erläutert zum Beispiel die Bedeutung von Stationszeichen am Straßenrand.

(Der Wildunfall-Flyer kann in der Geschäftsstelle des BJV kostenlos bestellt werden: 089-990234-0)

Eine goldene Regel sollte jedoch jeder Autofahrer verinnerlichen:

Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes:
„Dass man nicht versucht auszuweichen. Da landet nämlich der Autofahrer oder Motorradfahrer meistens vorm Baum. Und deshalb: So bitter, wie’s ist, draufhalten, Lenkrad festhalten – es ist schlimm, aber es ist der einzige Rat, den man geben kann. Das Beste ist natürlich, man fährt gar nicht so schnell, damit’s gar nicht dazu kommt.“


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