Bayerischer Jagdverband e.V. - staatlich anerkannter Naturschutzverband

Foto: Manfred Delpho

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Lehrerinnen und Lehrer,

hauptsächlich zur qualifizierten Arbeit mit dem Schulkalender "Wald, Wild und Wasser 2017" in Ihrer Klasse bieten wir Ihnen an dieser Stelle eine Reihe von zusätzlichen Informationen an. Darüber hinaus haben wir zu den einzelnen Themen Unterrichtshilfen als Word-Dateien erarbeitet, die Sie nach Ihren Wünschen verändern, kürzen oder ergänzen können. Wir stellen Ihnen diese Dateien für Ihren Unterricht selbstver­ständlich kostenlos zur Verfügung.

Schließlich möchten wir Sie noch darauf hinweisen, dass mit Einsendeschluss 5. Mai bzw. 21. November "Mach-mit-­Ak­tio­nen" für Schüler und Schulklassen statt­finden.

Wir wünschen Ihnen ein erfolgreiches Jahr und stehen für Fragen jederzeit zu Ihrer Verfügung.

Bayerischer Jagdverband e.V.

Landesfischereiverband Bayern e.V.

Zum Kalender "Wald, Wild und Wasser 2017"

Die Auswahl der vorgestellten Tierarten wurde unter dem Leitthema "Pflanzenfresser und Friedfische" getroffen. Pflanzen, die in der Lage sind, aus Kohlendioxid und Wasser Kohlehydrate aufzubauen, bilden die Grundlage allen tierischen Lebens. Viele Tierarten -die Pflanzenfresser- bleiben zeit ihres Lebens existenziell von ihnen abhängig. Vorgestellt werden Säugetiere, Vögel, Fische und ein Insekt.

Unter dem Sammelbegriff "Wild" stellen sich viele Menschen zunächst einmal die Gesamtheit aller wildlebenden Tiere unserer Heimat vor. Dies ist zwar im Ansatz richtig, trifft jedoch auf den tatsäch­lichen Sachverhalt nur unzureichend zu. "Wild" ist ein Begriff aus dem Jagdrecht und bezieht sich allein auf die wildlebenden Tierarten, auf die die Jagd ausgeübt werden darf. Diese Tierarten sind im Jagdgesetz alle einzeln benannt.

Es würde zu weit führen, diesen Katalog hier vorzustellen, doch soll versucht werden, ein paar grundsätzliche Aspekte herauszuarbeiten.

• Die Liste der jagdbaren Tierarten (="Wild") ist historisch gewachsen und unterliegt immer wieder Veränderungen. So wurden z.B. in den siebziger Jahren alle Eulen herausgenommen und etwa in den neunziger Jahren in Bayern drei Rabenvogelarten aufgenommen. Derzeit umfasst die Liste über 100 Arten.

• Jagdbar sind nur bestimmte Arten der Säugetiere und Vögel, grundsätzlich jedoch keine Fische, Reptilien und Insekten.

• Sehr viele jagdbare Arten dürfen tatsächlich aber trotzdem nicht bejagt werden. Sie genießen eine ganzjährige Schonzeit. Obwohl sie jagdlich nicht genutzt werden dürfen, haben sie ein Recht auf Hege durch den Jäger. Somit schützt sie das Jagdrecht umfassender als das Naturschutzrecht

• Die Säugetiere und Vögel, die im Kalender "Wald, Wild und Wasser 2017" vorgestellt werden, unterliegen alle dem Jagdrecht und haben -ausgenommen der Hohltauben und Auerwild -Jagdzeit.

Der Lebensraum Wasser ist in Bayern vielfältig: Bäche, Flüsse, Teiche und Seen. Genauso vielfältig sind die Bewohner dieser Unterwasserwelten. Allerdings ist diese Artenvielfalt durch eine Vielzahl menschlicher Eingriffe in unsere Gewässer bedroht. Die Fischer setzen sich deshalb für den Schutz der Gewässer und die Hege der heimischen Fischarten ein.

Im Kalender 2017 stellen wir vier Fischarten vor, die als Friedfische bezeichnet werden. Im Gegensatz zu den Raubfischen ernähren sich diese nicht von anderen Fischen und Wirbeltieren, sondern von Kleintieren und pflanzlicher Kost. Darunter versteht man hauptsächlich Insekten und deren Larven, Würmer, Kleinkrebse, Schnecken und Muscheln. Unterschiedliche Algen und junge Triebe höherer Wasserpflanzen zählen zur Pflanzennahrung. Reine Pflanzenfresser gibt es bei den Fischen streng genommen nicht. Selbst bei der Aufnahme pflanzlicher Nahrung werden immer Kleintiere, die sich zwischen den Pflanzen aufhalten, mit aufgenommen.

Das Fischmaul stellt oft eine Anpassung an die mitunter speziellen Ernährungs­gewohn­heiten der einzelnen Fischarten dar. Seine Form und Ausrichtung verrät, wo der Fisch nach Nahrung sucht. Fische, deren Mäuler nach oben geöffnet sind, suchen ihre Nahrung bevorzugt an der Wasser­oberfläche. Dies ist im Kalender bei der Rotfeder gut zu erkennen. Fische, deren Mäuler sich nach unten öffnen ernähren sich hauptsächlich von Pflanzen oder Kleinlebewesen im Gewässergrund.

Die Kalenderfische Karpfen und Schleie spüren diese Kleintiere mit einem vorstülpbaren Maul und den Geschmacksknospen auf Barteln und Lippen auf. Das Maul der vorgestellten Fischart Nase hat sich wiederum ganz auf das Abschaben der Aufwuchsalgen vom Gewässergrund spezialisiert. Ihr stark unterständiges Maul hat hierfür harte Hornlippen ausgebildet.

J. Weißmann I S. Schütze

Zum Titelbild

Das Muffelwild- im Bild ein starker Widder- gehört zu den Wildschafen, die von Sardinien und Korsika ausgehend das europäische Festland erreichten. ln Deutschland wurden erste Exemplare vor etwa 120 Jahren im Eulengebirge (Schlesien; heute polnisch) und in der Lüneburger Heide ausgewildert. Dies geschah zunächst nicht aus jagdlichen Gründen; Naturfreunde sahen in der Tierart eine Bereicherung der heimischen Fauna. Muffelwild ist tagaktiv und stellt keine besonderen Ansprüche an die Nahrung, die es aufnimmt. Es gibt Individuen, die "schälen", das heißt, die die Rinde jüngerer Bäume abziehen und so forstliche Schäden anrichten. Wo jedoch der Wolf in Muffellebensräumen auftaucht, erlöschen die Bestände.


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