Bayerischer Jagdverband e.V. - staatlich anerkannter Naturschutzverband

Foto: Jan Sevcik

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Lehrerinnen und Lehrer,

hauptsächlich zur qualifizierten Arbeit mit dem Schulkalender „Wald, Wild und Wasser 2012“ in Ihrer Klasse bieten wir Ihnen an dieser Stelle eine Reihe von zusätzlichen Informationen an. Darüber hinaus haben wir zu den einzelnen Themen Unterrichtshilfen als Word-Dateien erarbeitet, die Sie nach Ihren Wünschen verändern, kürzen oder ergänzen können. Wir stellen Ihnen diese Dateien für Ihren Unterricht selbstverständlich kostenlos unter: www.jagd-bayern.de oder www.lfvbayern.de zur Verfügung.

Schließlich möchten wir Sie noch darauf hinweisen, dass im April und im Juni „Mach-mit-Aktionen“ für Schüler und Schulklassen stattfinden. Wir wünschen Ihnen ein erfolgreiches Jahr und stehen für Fragen jederzeit zu Ihrer Verfügung.

Bayerischer Jagdverband – Landesjagdverband Bayern e.V.

Landesfischereiverband Bayern e.V.

Zum Kalender „Wald, Wild und Wasser 2012“

Die Auswahl der vorgestellten Tierarten wurde unter dem Leitthema „Extreme“ getroffen. So stellen wir Tierarten (Säugetiere, Vögel, Fische) und eine Baumart vor, die in einem spezifischen Bereich unübertroffen sind. Kaum ein anderes sachliches Thema kann unsere Mitmenschen auf breiter Basis so emotional bewegen wie eine Diskussion um und über den Wald. Dies ist nachvollziehbar, wenn man die immense generelle Bedeutung des Waldes erkennt und vor allem akzeptiert. Die vielfältigen Nutz-, Schutz-, Erholungs- und Sonderfunktionen des Waldes können nur von stabilen Beständen langfristig erfüllt werden. Stürme, extreme Trockenheit und – wahrscheinlich als Spätfolge – Borkenkäferkalamitäten in jüngerer Zeit haben gezeigt, dass naturnahe Mischwälder deutlich weniger anfällig waren. Die eine oder andere fremdländische Baumart könnte diese Mischwälder vielleicht zusätzlich stabilisieren. Unter dem Sammelbegriff „Wild“ stellen sich viele Menschen zunächst einmal die Gesamtheit aller wildlebenden Tiere unserer Heimat vor. Dies ist zwar im Ansatz richtig, trifft jedoch auf den tatsächlichen Sachverhalt nur unzureichend zu.

„Wild“ ist ein Begriff aus dem Jagdrecht und bezieht sich allein auf die wildlebenden Tierarten, auf die die Jagd ausgeübt werden darf. Diese Tierarten sind im Jagdgesetz alle einzeln benannt. Es würde zu weit führen, diesen Katalog hier vorzustellen, doch soll versucht werden, ein paar grundsätzliche Aspekte herauszuarbeiten. Die Liste der jagdbaren Tierarten (= „Wild“) ist historisch gewachsen und unterliegt immer wieder Veränderungen. So wurden z.B. in den siebziger Jahren alle Eulen herausgenommen und etwa in den neunziger Jahren in Bayern drei Rabenvogelarten aufgenommen. Derzeit umfasst die Liste über 100 Arten. Jagdbar sind nur bestimmte Arten der Säugetiere und Vögel, grundsätzlich jedoch keine Fische, Reptilien und Insekten.

Sehr viele jagdbare Arten dürfen tatsächlich aber nicht bejagt werden. Dazu zählen z.B. alle Falken, aber auch Säugetiere wie z.B. der Elch. Sie genießen eine ganzjährige Schonzeit. Obwohl sie jagdlich nicht genutzt werden dürfen, haben sie ein Recht auf Hege durch den Jäger. Somit schützt sie das Jagdrecht umfassender als das Naturschutzrecht. Von den Säugetieren und Vögeln, die im Kalender „Wald, Wild und Wasser 2012“ vorgestellt werden, unterliegen nur sieben dem Jagdrecht und davon dürfen wiederum nur fünf Arten (Graugans (Titelbild), Schwarzwild, Feldhase, Waschbär und Rothirsch) tatsächlich bejagt werden. Als anerkannter Naturschutzverband stellt der Landesjagdverband Bayern aber auch den Sperlingskauz vor. Das „Wasser“ im Kalender steht für die Lebensräume „Fließgewässer“ und „stehende Gewässer“ aller Art. Dieser Bogen ließe sich über alle bayerische Gewässer spannen. Unseren Mitmenschen ist die dort heimische Fauna kaum bekannt. Das Verschwinden von Arten, wie die Gefährdung weiterer, erfolgt lautlos und weitgehend ohne Aufschrei der Öffentlichkeit. Obwohl Angelfischerei und auch Teichwirtschaft im Land eine wichtige Rolle spielen, wird auch eine Fischart vorgestellt, die keinerlei wirtschaftliche Bedeutung hat. Der Erkenntnis, dass wir nur eine Natur haben, dass Wald, Wild und Wasser Bestandteile dieser einen Natur sind, dass wir Menschen selbst in dieser Natur und von ihr leben müssen, dass wir ihr deshalb im eigenen Interesse mit Achtung begegnen müssen, entspringt das Konzept dieses Kalenders. Achtung kann aber nur erfahren, was bekannt ist.

J. Weißmann


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