Bayerischer Jagdverband e.V. - staatlich anerkannter Naturschutzverband

Liebe Lehrerinnen und Lehrer,

hauptsächlich zur qualifizierten Arbeit mit dem Schulkalender „Wald, Wild und Wasser 2010“ in Ihrer Klasse bieten wir Ihnen an dieser Stelle ein Reihe von zusätzlichen Informationen an. Darüber hinaus haben wir zu den einzelnen Themen Unterrichtshilfen als Word-Dateien erarbeitet, die Sie nach Ihren Wünschen verändern, kürzen oder ergänzen können. Wir stellen Ihnen diese Dateien für Ihren Unterricht selbstverständlich kostenlos zur Verfügung. Schließlich möchten wir Sie noch darauf hinweisen, dass im April und im September „Mach-mit-Aktionen“ für Schüler und Schulklassen stattfinden.

Wir wünschen Ihnen ein erfolgreiches Jahr und stehen für Fragen jederzeit zu Ihrer Verfügung.

Landesjagdverband Bayern e.V.

Landesfischereiverband Bayern e.V.

Dachs Zusatzinformationen, Dachs Arbeitsblatt mit Lösungen,

Dachs Lückentext mit Lösungen 


Bild: Armin Hoffmann

Zum Kalender „Wald, Wild und Wasser 2010“

Die Auswahl der vorgestellten Tierarten wurde unter dem Leitthema „Prädatoren“ getroffen. Vorgestellt werden Säugetiere, Vögel, Fische und eine Amphibie, die sich von anderen Tieren ernähren. Die früher üblichen Begriffe Raubtier, Raubvogel und Raubfisch sind heute zurecht verpönt, da menschliche Moralbegriffe nicht natürlichen Verhaltensweisen übergestülpt werden dürfen. Unsere Wälder werden nach ökonomischen Gesichtspunkten bewirtschaftet. Wichtig aus ökologischen Aspekten ist aber auch, dass nicht jeder alte Baum entfernt und einer menschlichen Nutzung zugeführt wird. Gerade „überaltertes“ Holz und auch stehendes oder liegendes „Totholz“ bietet Lebensräume und teilweise sogar Lebensgrundlage für viele Arten.

Unter dem Sammelbegriff „Wild“ stellen sich viele Menschen zunächst einmal die Gesamtheit aller wildlebenden Tiere unserer Heimat vor. Dies ist zwar im Ansatz richtig, trifft jedoch auf den tatsächlichen Sachverhalt nur unzureichend zu. „Wild“ ist ein Begriff aus dem Jagdrecht und bezieht sich allein auf die wildlebenden Tierarten, auf die die Jagd ausgeübt werden darf. Diese Tierarten sind im Jagdgesetz alle einzeln benannt. Es würde zu weit führen, diesen Katalog hier vorzustellen, doch soll versucht werden, ein paar grundsätzliche Aspekte herauszuarbeiten.

  • Die Liste der jagdbaren Tierarten (= „Wild“) ist historisch gewachsen und unterliegt immer wieder Veränderungen. So wurden z.B. in den siebziger Jahren alle Eulen herausgenommen und etwa in den neunziger Jahren in Bayern drei Rabenvogelarten aufgenommen. Derzeit umfasst die Liste über 100 Arten.
  • Jagdbar sind nur bestimmte Arten der Säugetiere und Vögel, grundsätzlich jedoch keine Fische, Reptilien und Insekten.
  • Sehr viele jagdbare Arten dürfen tatsächlich aber nicht bejagt werden. Dazu zählen z.B. alle Greife und Falken, aber auch Säugetiere wie Luchs und Steinbock. Sie genießen eine ganzjährige Schonzeit. Obwohl sie jagdlich nicht genutzt werden dürfen, haben sie ein Recht auf Hege durch den Jäger. Somit schützt sie das Jagdrecht umfassender als das Naturschutzrecht.

Von den Säugetieren und Vögeln, die im Kalender „ Wald, Wild und Wasser 2010“ vorgestellt werden, unterliegen nur fünf dem Jagdrecht. Davon dürfen zwei Arten – Dachs (Titelblatt) und Hermelin – bejagt werden, Habicht, Luchs und Wildkatze haben ganzjährige Schonzeit. Als anerkannter Naturschutzverband stellt der Landesjagverband Bayern aber auch die anderen Arten vor. Das „Wasser“ im Kalender steht für die Lebensräume „Fließgewässer“ und „stehende Gewässer“ aller Art. Dieser Bogen ließe sich über alle bayerische Gewässer spannen. Unseren Mitmenschen ist die dort heimische Fauna kaum bekannt. Das Verschwinden von Arten, wie die Gefährdung weiterer, erfolgt lautlos und weitgehend ohne Aufschrei der Öffentlichkeit. Obwohl Angelfischerei und auch Teichwirtschaft im Land eine wichtige Rolle spielen, werden auch Fischarten vorgestellt, deren wirtschaftliche Bedeutung – wenn überhaupt davon gesprochen werden kann – gering ist. Der Erkenntnis, dass wir nur eine Natur haben, dass Wald, Wild und Wasser Bestandteile dieser einen Natur sind, dass wir Menschen selbst in dieser Natur und von ihr leben müssen, dass wir ihr deshalb im eigenen Interesse mit Achtung begegnen müssen, entspringt das Konzept dieses Kalenders. Achtung kann aber nur erfahren, was bekannt ist.

J.Weißmann


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