Bayerischer Jagdverband e.V. - staatlich anerkannter Naturschutzverband

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Lehrerinnen und Lehrer,

hauptsächlich zur qualifizierten Arbeit mit dem Schulkalender "Wald, Wild und Wasser 2008" in Ihrer Klasse bieten wir Ihnen an dieser Stelle eine Reihe von zusätzlichen Informationen an.

Darüber hinaus haben wir zu den einzelnen Themen Unterrichtshilfen als Word-Dateien erarbeitet, die Sie nach Ihren Wünschen verändern, kürzen oder ergänzen können.

Wir stellen Ihnen diese Dateien für Ihren Unterricht selbstverständlich kostenlos zur Verfügung.

Schließlich möchten wir Sie noch darauf hinweisen, dass im April und im Oktober "Macht-mit-Aktionen" für Schüler und Schulklassen stattfinden. Es gibt tolle Preise zu gewinnen.

Wir wünschen Ihnen ein erfolgreiches Jahr und stehen für Fragen jederzeit zu Ihrer Verfügung.

Landesfischereiverband Bayern e.V.
Landesjagdverband Bayern e.V.

Hinweis: Die Zusatzinformationen und Arbeitsblätter finden Sie unter den einzelnen Monaten.

Zum Kalender Wald, Wild & Wasser 2008

Der Lebensraum der vorgestellten Tierarten sind Mittel- und Hochgebirgslandschaften oder gar die Region darüber. Bergwald erstreckt sich dabei über mehrere Vegetationsstufen und verändert von Stufe zu Stufe sein Gesicht. Unsere Mittelgebirge gehören in ihren höheren Lagen der submontanen Stufe mit der Buche als vorherrschender Baumart und der montanen Stufe mit Buchen-Tannen-Fichtenmischwald an. In dieser montanen Stufe, die je nach Exposition auf 1600 bis 1800 m Meereshöhe reicht, treffen wir im oberen Bereich auf reine Fichten oder Fichten-Lärchenwälder. Darüber, im subalpinen Bereich bestimmen Legföhren und Grünerlengebüsche, vereinzelte Lärchen-Arvenvorposten und schließlich Zwergstrauchheiden das Bild. Grasheiden (Matten) gehören dann bereits zur alpinen Stufe oberhalb der Baumgrenze.

Insgesamt verbirgt sich hinter dem Begriff Bergwald ein hochkomplexes und sensibles Ökosystem, das vielen spezialisierten Tierarten einen Lebensraum bietet. 

Unter dem Sammelbegriff Wild stellen sich viele Menschen zunächst einmal die Gesamtheit aller wildlebenden Tiere unserer Heimat vor. Dies ist zwar im Ansatz richtig, trifft jedoch auf den tatsächlichen Sachverhalt nur unzureichend zu. ?Wild? ist ein Begriff aus dem Jagdrecht und bezieht sich allein auf die wildlebenden Tierarten, auf die die Jagd ausgeübt werden darf. Diese Tierarten sind im Jagdgesetz alle einzeln benannt. Es würde zu weit führen, diesen Katalog hier vorzustellen, doch soll versucht werden, ein paar grundsätzliche Aspekte herauszuarbeiten. 
- Die Liste der jagdbaren Tierarten (Wild) ist historisch gewachsen und unterliegt immer wieder Veränderungen. So wurden z.B. in den siebziger Jahren alle Eulen herausgenommen und etwa in den neunziger Jahren in Bayern drei Rabenvogelarten aufgenommen. Derzeit umfasst die Liste über 100 Arten. 
-  Jagdbar sind nur bestimmt Arten der Säugetiere und Vögel, grundsätzlich jedoch keine Fische, Reptilien und Insekten. 
-  Sehr viele jagdbaren Arten dürfen tatsächlich aber  nicht  bejagt werden. Dazu zählen z.B. alle Greife und Falken, aber auch Säugetiere wie Luchs und Steinbock. Sie genießen eine ganzjährige Schonzeit. Obwohl sie jagdlich nicht genutzt werden dürfen, haben sie ein Recht auf Hege durch den Jäger. Somit schützt sie das Jagdrecht umfassender als das Naturschutzrecht.  Von den Säugetieren und Vögeln, die im Kalender "Wald, Wild und Wasser 2008" vorgestellt werden, unterliegen alle dem Jagdrecht aber nur eine Art, das Gamswild darf bejagt werden. Als anerkannter Naturschutzverband stellt der Landesjagdverband Bayern aber auch den Alpenbock vor.

Das Wasser steht im Kalender für die Lebensräume Fließgewässer und stehende Gewässer aller Art. Die dort heimische Fauna ist den meisten Menschen allerdings kaum bekannt. Das Leben und damit auch das Verschwinden von Fisch-, Krebs- und Muschelarten erfolgt daher lautlos und weitgehend ohne Aufschrei der Öffentlichkeit. Obwohl die Angelfischerei sowie die Berufsfischerei in Bayern eine wichtige Rolle spielen, werden im Kalender häufig Arten vorgestellt, die keinerlei angelfischereiliche oder wirtschaftliche Bedeutung haben und dennoch ein wichtiger Teil der Gewässerlebensräume sind. 

Den aquatischen Lebewesen im diesjährigen Kalender ist eines gemeinsam. Sie alle sind typische Bewohner der sog. Forellenregion. Damit sind Alpenbäche oder Alpenflüsse, aber auch Quell- und Niederungsbäche gemeint. Das Wasser ist kalt, meist schnellfließend, sauber und sauerstoffreich. Das Gewässerbett ist felsig, kiesig oder steinig. Diese Region ist ein Lebensraum für Spezialisten. Neben der Bachforelle als sog. Leitfischart trifft man hier auch auf eine sehr typische Fischart, die Mühlkoppe. Schaut man genauer unter Steinen nach, findet man die Larve der Steinfliege als wichtiges Fischnährtier und zugleich Bioindikator für eine hohe Gewässergüte. Um den recht seltenen und isoliert vorkommenden Steinkrebs zu Gesicht zu bekommen, braucht man allerdings viel Glück.

Der Erkenntnis, dass wir nur eine Natur haben, dass Wald, Wild und Wasser Bestandteile dieser einen Natur sind, dass wir Menschen selbst in dieser Natur und von ihr leben müssen, dass wir ihr deshalb im eigenen Interesse mit Achtung begegnen müssen, entspringt das Konzept dieses Kalenders. Achtung kann aber nur erfahren, was bekannt ist.

J. Weißmann


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