Bayerischer Jagdverband e.V. - staatlich anerkannter Naturschutzverband

26.02.2016

Jagdgesetzesnovelle: Entwurf des Bundesjagdgesetzes liegt vor – Würdigung des Bayerischen Weges

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (MdB) hat den Entwurf zur Änderung des Bundesjagdgesetzes vorgelegt.


Mit der Änderung des Bundesjagdgesetzes sollen einige Regelungen vereinheitlicht werden.

• Schießübungsnachweis

• Bleireduzierte Büchsenmunition

• Bleifreie Schrotmunition

• Einheitliche Jägerprüfung – Wildbrethygiene als Sperrfach

• Einheitliche Jägerprüfung – Flintenschießen

Am vergangenen Mittwoch haben die Koalitionsfraktionen von CDU und SPD einen „Entwurf eines Gesetzes zur Änderung jagd­rechtlicher Vorschriften und zur Änderung des Bundesjagdgesetzes“ vorgelegt. Am 10. März soll diesbezüglich eine Verbändeanhörung stattfinden. „Ziel ist es unter anderem eine zukunftsfähige, nachhaltige Jagd zu sichern“, so Bundes­land­wirtschafts­minister Christian Schmidt.

Der Entwurf des Bundesjagdgesetzes wird derzeit von den Landesverbänden geprüft und mit den bestehenden Landesjagd­gesetzen verglichen. Der Präsident des Bayerischen Jagdverbandes Prof. Dr. Jürgen Vocke meint hierzu: „Der Gesetzes­entwurf stellt keine Verschlechterung für Bayern da. Im Gegenteil: Der Bayerische Weg wird mit dieser Novelle vom Bund bestätigt und gewürdigt.“

Schießübungsnachweis

Bundesweit soll ein Schießübungs­nachweis für die Teilnahme an Gesellschafts­jagden eingeführt werden. Dabei ist kein Leistungsnachweis mit einer vorgegebenen Trefferzahl vorgesehen. Jäger sollen zukünftig dem Jagdleiter eine schriftliche Bestätigung einer Übungsstätte für jagdliches Schießen vorlegen müssen und damit den zuverlässigen Schrot- und Kugelschuss belegen. Der Schießübungsnachweis darf nicht älter als ein Jahr sein. Er soll die sichere Handhabung der Waffe und die Präzision beim Schuss verbessern. Er ergibt sich aus dem Sicherheitsanspruch bei Gesellschaftsjagden und aus Gesichtspunkten des Tierschutzes, der die unbedingte Vermeidung unnötigen Leides der Tiere fordert. Sofern in einem Bundesland bereits ein gleichwertiges standardisiertes Schießübungssystem existiert, kann das Land eine Regelung treffen, wonach auf die Vorlage des Schießübungsnachweises grundsätzlich verzichtet werden kann; gleichwertig können im Ausnahmefalle auch Systeme auf freiwilliger Basis sein, sofern sie sich durch einen besonders hohen Grad der jährlichen Teilnahme der Jägerschaft an entsprechenden Übungsschießen auf bewegliche Ziele auszeichnen.

Bleireduzierte Büchsenmunition

Ein Bleiverbot für Büchsenmunition ist auf Bundesebene nicht vorgesehen. Dem Bund ist wichtig, dass die Büchsenmunition zuverlässig tötet - Anforderungen des Tierschutzes müssen berücksichtigt werden. Gleichzeitig soll aber die technische Entwicklung der Munition dahingehend gefördert werden, so wenig Blei wie möglich in das Wildbret und die Umwelt abzugeben. Der Stand der Technik soll hier das Kriterium sein. Es wird angestrebt, dass von 2028 an nur noch bleifreie Büchsenmunition zum Einsatz kommt.

Bleifreie Schrotmunition

Die bleifreie Schrotmunition wird bei der Jagd auf Wasserwild an Gewässern und in Feuchtgebieten vorgeschrieben, um den Bleieintrag in Gewässer zu vermeiden.

Einheitliche Jägerprüfung – Wildbrethygiene als Sperrfach

Bei der Ausbildung und Prüfung von Jägern und Falknern soll es bundesweit Mindeststandards geben, die sich sehr stark an die in Bayern geltende Rechtsgrundlage anlehnen: Bislang variierten die Prüfungen in den Bundesländern. Die neuen Zulassungsvoraussetzungen umfassen Regelungen zu Stundenumfang der Ausbildung und zur höheren Gewichtung von Unterrichtsinhalten wie Wildschadensvermeidung, Fallenjagd, Wildbrethygiene und Lebensmittelsicherheit. Die Bedeutung der Wildbrethygiene und Lebensmittelsicherheit gebietet es, zu einer einheitlichen und stärkeren Ausprägung insbesondere dieser Fachgebiete zu kommen. Außerdem haben in den zurückliegenden Jahren zunehmend auch Fragen des Natur- und Tierschutzes an Relevanz gewonnen. Zudem muss der Prüfling zum Bestehen jetzt auch im Fach Wildbrethygiene ausreichende Leistungen erbringen. Bislang waren nur die Waffenhandhabung und das Schießen sogenannte Sperrfächer.

Einheitliche Jägerprüfung – Flintenschießen

Die Treffernachweise beim Flintenschießen können auch in der Schießausbildung erbracht werden, sofern im konkreten Fall mindestens Schießübungen auf 250 Tontauben nachgewiesen wurden. Den einzelnen Bundesländern wird die Möglichkeit offen gehalten, weitere Vorgaben für den Umfang und die Zulassung zur Jägerprüfung festzulegen.

Bis Mitte März sollen die Länder und Verbände zum Gesetzentwurf Stellung nehmen. Anschließend wird der Entwurf im Bundeskabinett beschlossen.

QUELLE: Entwurf eines Gesetzes zur Änderung jagdrechtlicher Vorschriften und zur Änderung des Bundeswaldgesetzes; Stand: 24.02.2016.



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