Bayerischer Jagdverband e.V. - staatlich anerkannter Naturschutzverband

12.01.2018

Gemeinsam gegen die Schweinepest

Gemeinsame Erklärung des Bayerischen Jagdverbandes (BJV) und der Bayerischen Staatsforsten (BaySF): Jagdverband und Staatsforsten kooperieren im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest


BJV Präsident Prof. Dr. Jürgen Vocke und Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten, Martin Neumeyer, trafen sich am 9. Januar zu einem vertrauensvollen Austausch in der Zentrale der BaySF in Regensburg. In dem ausführlichen Gespräch bekräftigten beide Seiten, dass BJV und Staatsforst ihre bislang gute Zusammenarbeit auch in Zukunft fortführen wollen.

Wir ziehen an einem Strang

In wichtigen Fragen waren wesentliche Übereinstimmungen festzustellen: Einig war man sich etwa darin, dass auch vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen, wie etwa der Afrikanischen Schweinepest, alle Seiten in der Prävention an einem Strang ziehen sollten. Vorstandsvorsitzender Neumeyer betonte, dass die Staatsforsten ihrerseits gefordert und bereit seien, das vom Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten federführend erstellte Maßnahmenpaket zur Schwarzwildjagd aktiv umzusetzen und so wirkungsvolle Präventionsmaßnahmen in den Staatsjagden zu leisten. Dazu gehören revierübergreifende Bewegungsjagden und ein verstärkter Abschuss von Zuwachsträgern, aber auch der probeweise Einsatz von Saufängen im Staatswald. Wie Neumeyer verdeutlichte, bejagen die Staatsforsten selbst lediglich rund. 11 Prozent der Jagdfläche Bayerns. Für den überwiegenden Rest der Fläche seien private Jäger verantwortlich. Daher brauche es für eine wirksame Prävention auch wirksame Maßnahmen über die Grenzen des Staatswaldes hinaus.

Zusammenarbeit auch in Forschungsfragen

BJV-Präsident Vocke betonte, dass seitens der privaten Jägerschaft viele Anstrengungen unternommen würden, um einen Ausbruch der Schweinepest zu verhindern. Wichtig sei es, dabei Tierschutz und Jagdethik nicht außer Acht zu lassen. Die Spitzen von Jagdverband und Staatsforsten bekundeten weiterhin ihre Absicht, sich auch in Forschungsfragen auszutauschen. Nach Prüfung des Einzel-falls sei in diesem Themenfeld auch eine konstruktive Zusammenarbeit möglich.

Für eine ethisch hochstehende Jagdausübung

Vorstandsvorsitzender Neumeyer stellte weiterhin klar, dass die Förster der Staatsforsten bemüht seien, Abschusszahlen gemäß der rechtlichen Vorgaben zu erfüllen und einzuhalten. Dies gelinge auch bei hunderten Bewegungsjagden, die das Unternehmen im Jahr durchführe. Einig waren sich die Chefs der Staatsförster und Jäger auch darin, dass die bereits im November 2002 gemeinsam erarbeiteten Grundsätze zur Bewegungsjagd noch immer aktuell und gut geeignet seien, als grundsätzliche Richtschnur für die Durchführung der großräumigen Jagden zu dienen. Neumeyer und Vocke appellierten an Jagdverantwortliche in Bayern, hier noch enger zu kommunizieren und so mehr gemeinsame Jagden zu ermöglichen.

Auf gute Zusammenarbeit mit den privaten Jägern

Vorstandsvorsitzender Neumeyer betonte, dass die Staatsforsten seit Jahren hervorragend und konstruktiv mit einer Vielzahl an privaten Jägern, darunter viele BJV-Mitglieder, zusammenarbeiteten. Auf die gute Zusammenarbeit mit tausenden privaten Jägern setze er auch in Zukunft. In der Summe seien es über  8.000 engagierte private Jäger, die einen Großteil des Wildes bei den Staatsforsten erlegen. Diese vertrauensvolle Zusammenarbeit solle fortgesetzt und durch Einzelfälle nicht in Frage gestellt werden.

Keine sinnvolle Alternative zur Zusammenarbeit

BJV-Präsident Prof. Vocke: „Auch wenn wir im Einzelfall unterschiedlicher Auffassung sind, sollen die gemeinsamen Interessen im Vordergrund stehen.“ Miteinander und nicht gegeneinander gelte es, weiter Arbeit für Wald, Wild und Jagd zu leisten: „Die Jagd ist unverzichtbares Kulturgut und gleichzeitig in Zeiten von Klimawandel und Herausforderungen wie der Afrikanischen Schweinepest aktueller und notwendiger denn je. Daran werden wir gemeinsam weiter in engem Schulterschluss arbeiten.“ Schließlich stehe die Jagd in der heutigen Zeit unter sehr kritischer öffentlicher Beobachtung. Es gäbe daher keine sinnvolle Alternative zu einer vertrauensvollen und engen Zusammenarbeit.



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