Bayerischer Jagdverband e.V. - staatlich anerkannter Naturschutzverband

20.12.2017

Afrikanische Schweinepest - Die bayerischen Jäger nehmen Ihre Verantwortung ernst!

Die Afrikanische Schweinepest – eine Tierseuche, die vor allem die landwirtschaftliche Schweinehaltung bedroht – ist derzeit zum Glück nur ein Problem in einigen osteuropäischen Ländern, nicht in Deutschland. Bei uns gibt es keinen Seuchenfall. Trotzdem ist es natürlich wichtig, vorzubeugen. Deshalb begrüßt der der Bayerische Jagdverband das Maßnahmenpaket der Staatsregierung.


Die Afrikanische Schweinepest ist eine Viruserkrankung, die aus mangelnder Hygiene im Umgang mit Lebensmitteln aus Schweinefleisch von einem Land in das andere eingeschleppt wird, zum Beispiel über LKW-Fahrer, Touristen, aber auch Saisonarbeitskräfte aus Osteuropa. Ansteckungsherde sind etwa auch mangelhaft gereinigte Schlachttiertransporter. „Die Angst, die Seuche könne durch wandernde Wildschweine eingeschleppt werden, ist unbegründet“, betont Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes. „Denn infizierte Wildschweine in der freien Natur können keine größeren Strecken mehr zurücklegen. Sie erkranken sehr schnell und heftig, werden immobil und verenden in der Regel wenige Tage nach der Ansteckung.“

„Wir haben die Hausaufgaben gemacht“

Trotzdem hält der Bayerische Jagdverband (BJV) Prävention für wichtig. Um Kontakte zwischen Wild- und Hausschweinen von vornherein zu verhindern, hat der BJV seine Jäger aufgefordert, sich noch mehr für die Wildschweinjagd zu engagieren, mit Erfolg. Präsident Vocke: „Die bayerischen Jäger haben Ihre Hausaufgaben gemacht, sie haben unsere Empfehlungen mit großem Engagement umgesetzt.“ Aktuelle Trendmeldungen belegen, dass die private Jägerschaft von April bis heute schon mehr Wildschweine erlegt hat, als im gesamten letzten Jagdjahr, das jeweils bis Ende März geht. „Und das mit klassischen Methoden“, so Vocke, „ohne verbotene Hilfsmittel und ohne brutale Lebendfallen, so genannte Saufänge.“

„Das ist der richtige Weg“

Der Bayerische Jagdverband begrüßt das Maßnahmenpaket der Bayerischen Staatsregierung zur Seuchenprävention. „Wir freuen uns darüber, dass die Bayerische Staatsregierung jetzt unserer Forderung nach einer zusätzlichen Vergütung für den Abschuss von Frischlingen und Überläufern nachgekommen ist“, erklärt Prof. Vocke. „Damit wird den Jägern wenigstens ansatzweise ein Teil der Kosten zurückerstattet, die in Form von Gebühren rund um die Bejagung anfallen und mit dem Verkauf des Wildbrets nicht im Geringsten gedeckt werden.“ So ist die Verkehrssicherung bei der Durchführung von Drückjagden gebührenpflichtig und auch beim kleinsten Frischling fallen Kosten im zweistelligen Bereich für die Trichinenuntersuchung und die Untersuchung auf Radio-Cäsium an.

Viele Wünsche sind noch offen

Doch der BJV wünscht sich noch mehr Unterstützung. Er fordert die komplette Übernahme der Trichinenuntersuchungsgebühren, die Einrichtung von Konfiskat-Stellen bayernweit und die Erleichterung von Verkehrssicherungsmaßnahmen. Vor allem aber fordert der BJV die Unterstützung des Schwarzwildmonitoring-Systems BJVdigital, das in Bayern stark zum Erfolg der hohen Jagdstrecke beigetragen hat.

Auch die Bauern sind gefordert

Erfolgreiche Wildschweinbejagung funktioniert nur, fordert Präsident Vocke, wenn die Schweine für den Jäger auch sichtbar sind. „Wer große Felder bis zum Waldrand oder bis direkt an den Straßenrand bestellt, verhindert die erfolgreiche Bejagung. Deshalb brauchen wir Bejagungsschneisen. Da sind auch und gerade die Landwirte gefordert. Auch sie müssen ihren Beitrag leisten. Mit dem bloßen Ruf nach bundesrechtlich verbotenen und strafbewehrten Hilfsmitteln oder brutalen, tierschutzproblematischen Methoden, ist noch kein zusätzliches Wildschwein zur Strecke gekommen. Die Land- und Forstwirte müssen tatsächlich in Vorleistung gehen, nur dann können die bayerischen Jäger noch erfolgreicher sein.“



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