Bayerischer Jagdverband e.V. - staatlich anerkannter Naturschutzverband

07.12.2017

Zurück ins Mittelalter

Der Bauernverband fordert statt effektiver Schwarzwildjagd brutale Ausrottung und den Einsatz von Medikamenten.


„Die Zeiten brutaler Jagdmethoden à la Mittelalter sind zum Glück schon lange vorbei“, betont Prof. Dr. Jürgen Vocke, der Präsident des Bayerischen Jagdverbandes. Sie wären heute in unserer Gesellschaft  auch zu Recht nicht mehr möglich. „Um so mehr wundert es mich“, so Vocke „dass der Bauernverband immer wieder die brutalste Form der Ausrottung, den so genannten Saufang, zur Reduzierung der Schwarzwildbestände fordert.“ 

Saufänge sind eine Art Lebendfalle, in die die Wildschweine ahnungslos hinein laufen, aber nicht mehr herauskommen. Dort eingepfercht, geraten sie in Panik und schreien um Ihr Leben. In dieser Falle werden die Wildschweine dann getötet, eines nach dem anderen, vor den Augen der anderen Tiere.

Für Andreas Tyroller, Fachberater beim Bayerischen Bauernverband,  ist das – Zitat: die effektivste und tierschonendste Bejagung – Zitat Ende.  Jagdpräsident Vocke hält solche Forderungen für einen gefährlichen Zynismus, auch und gerade zum Schaden der Bauern. Stehen sie und ihre Tierhaltung doch seit langem in der öffentlichen Kritik. Große Teile der Gesellschaft  halten sie für Tierquälerei. Der Bauernverband empfiehlt deshalb, die Fallen fernab von Rad- und Fusswegen aufzustellen, damit niemand mitkriegt, wie hier mit Wildtieren umgegangen wird.

„Hier stehen eindeutig die Veterinärbehörden in der Verantwortung“, verlangt BJV-Präsident Vocke. „Mit Jagd hat das auf jeden Fall nichts mehr zu tun“.  Rückendeckung bekommt er dafür auch von den Bayerischen Staatsforsten. Robert Bocksberger, Leiter des Forstbetriebes Landsberg, hält einen Saufang für reine Schädlingsbekämpfung. „Das ist ein brutaler Eingriff. Wir können nicht anfangen, ganze Rotten niederzustrecken.“

Ein klares Nein sagt Vocke auch zur Forderung des Bauernverbandes nach einer „Pille“ für die Sau. Den Einsatz von Medikamenten lehnt der Bayerische Jagdverband vehement ab. „Wer das fordert, übersieht die Folgen. Haben wir nicht schon genug Hormonbelastung in unserer Umwelt? Das Fleisch dieser Wildschweine wäre dann auch belastet und nicht mehr verzehrfähig. Das heißt, das Wildbret von zehntausenden von Wildschweinen – die bayerischen Jäger erlegen 60.000 bis 80.000 Wildschweine im Jahr – müsste alles weggeworfen werden. Das ist aus meiner Sicht nicht zu verantworten. Nur Jagen, um etwas wegzuwerfen, da machen die Bayerischen Jäger nicht mit.“



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