Bayerischer Jagdverband e.V. - staatlich anerkannter Naturschutzverband

21.04.2016

Tschernobyl: Wildbret Dank Bayerischem Jagdverband (BJV) eines der am besten überwachten Lebensmittel

Die Explosion des Atomkraftwerks in Tschernobyl und dessen Folgen ist auch nach 30 Jahren aktuell. Die Erinnerung an die bisher größte Atomkatastrophe ruft auch die jüngste radioaktive Katastrophe in Fukushima ins Gedächtnis. Die nachweisliche Strahlenbelastung in unserer Umwelt fordert nach wie vor eine flächendeckende Kontrolle.


Wildschweinrücken-Filets, Quelle: S. Schmid / BJV

München, 21. April 2016 – Am 26. April 1986 explodierte Block IV des Atomkraftwerks in Tschernobyl, und schleuderte radioaktives Material in die Atmosphäre, das bis heute weite Teile Russlands, Weißrusslands und der Ukraine verseucht. Die radioaktive Wolke zog bis nach Mitteleuropa und zum Nordkap. Der Fallout nach dem Unglück hat in den einzelnen Ländern zu einer sehr unterschiedlichen Strahlenbelastung geführt. Insgesamt wurde eine Fläche von 200.000 Quadratkilometern verseucht. Starker Regen sorgte dafür, dass sich die Radionuklide auch über dem Süden Deutschlands auswuschen.

30 Jahre Tschernobyl – 5 Jahre Fukushima

Der schwerste Unfall der Kerngeschichte jährt sich nun zum 30. Mal – und hinterlässt seine Spuren bis heute. Auch Jahrzehnte nach dem Unglück ist nicht abschließend geklärt, was tatsächlich zu dieser Katastrophe geführt hat. Gesichert ist, dass viele Faktoren wie die Bauart des Reaktors, fehlende Sicherheitseinrichtungen und die Abschaltung von Sicherheitssystemen zusammenwirkten und dazu beitrugen. Die radioaktive Wolke, die sich über Bayern entleerte, sorgt noch heute für eine Strahlenbelastung – wenn auch mit regional unterschiedlicher Ausprägung. Auch die Katastrophe von Fukushima liegt bereits fünf Jahre zurück. Die Unfallserie begann am 11. März 2011 in vier von sechs Reaktorblöcken, nachdem ein Erdbeben und ein von diesem ausgelöster Tsunami das Atomkraftwerk traf. Große Mengen an radioaktivem Material wurden damals freigesetzt. In Europa löste sie eine erneute Diskussion um die Sicherheit der Atomenergie aus.

Dichtes Netz an Messstationen – Wildbret Dank Bayerischen Jagdverband eines der am besten überwachten Lebensmittel

Um zu gewährleisten, dass nur einwandfreies Wildbret auf den Teller kommt, hat der Landesjagdverband Bayern e.V. (BJV) ein flächendeckendes Netz von Messstationen eingerichtet. Dort wird das Fleisch von Schwarzwild kontrolliert, bevor es in den Handel kommt. Für diese Kontrolle stehen in Bayern als einziges Bundesland 111 Messstationen zur Verfügung. Sie werden vom BJV mit seinen Kreisgruppen in Eigenregie unterhalten. Jeder Verbraucher, der Schwarzwild kauft, kann das Messprotokoll einsehen. „Wildbret ist Dank des Jagdverbands eines der bestüberwachtesten Lebensmittel“, vergewissert BJV-Vizepräsident Dr. Günther Baumer. Dies bestätigt auch eine dpa-Meldung. Darin heißt es: „Die Behördenmitarbeiter haben bei ihren Stichproben kein radioaktiv belastetes Fleisch im Handel oder in Gaststätten gefunden.“

Zudem muss ergänzt werden, dass die Strahlung von einer Portion mit 600 Becquerel Cäsium ungefähr ein Tausendstel von dem Wert ist, den ein durchschnittlicher Bundesbürger im Jahr an Radioaktivität zu und auf sich nimmt – jeder Flug oder ein Röntgenbild ist vergleichsweise um ein vielfaches belastender.

Wildbret – ein Stück Natur direkt aus unserer Heimat

Wildfleisch ist nicht nur äußerst schmackhaft, es bietet für kritische Verbraucher eine echte und ehrliche Alternative zu in Massenproduktionen hergestelltes Mastfleisch. Als Stück Natur wird es direkt aus den heimischen Wäldern gewonnen. Voraussetzung für höchste Qualität ist natürlich die fachgerechte Behandlung. Wer Wildbret anbietet, muss sich an strenge Hygienevorschriften halten. Sie schreiben jeden Schritt von der Erlegung, über die Versorgung des erlegten Tieres und Lagerung bis zum Verkauf genau vor und sind Voraussetzung dafür, dass Wildbret qualitativ hochwertig und hinsichtlich der Lebensmittelsicherheit unbedenklich zum Verbraucher gelangt. Der BJV-Präsident erklärt: „Wildfleisch ist ein hochwertiges Nahrungsmittel ist fettarm und reich an Mineralstoffen wie Kalium, Kupfer, Phosphor Eisen und Zink. Außerdem enthält Wildfleisch einen sehr hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren. Wild ernährt sich von dem, was die Natur ihm bietet, und landet ohne lange Transportwege in der Küche. Frischer als vom Jäger geschossen kann Fleisch kaum auf den Teller kommen.“

Strahlende Wildschweine?

Der Tschernobyl-Fallout von 1986 über Bayern ist nach wie vor für die regional sehr unterschiedliche radioaktive Belastung des Freistaates verantwortlich. Durch das Wühlen nach Nahrung können angesammelte Radionuklide in Feld- und Waldböden vom Schwarzwild aufgenommen werden und zur Strahlenbelastung des Wildbrets führen. Daher muss Schwarzwild, das in die Wildbretvermarktung gebracht wird, vorab auf eine mögliche Strahlenbelastung untersucht werden. Wenn die Proben mit mehr als 600 Becquerel pro Kilo belastet sind, darf das Wildbret nicht in den Handel gelangen. Die Jäger müssen es entsorgen und erhalten dafür gemäß dem Atomausgleichsgesetz Entschädigungen vom Bundesverwaltungsamt. "Als Jäger stehen wir für das Wildbret in der Produkthaftung", so Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes. "Die Cäsiumbelastung betrifft zu 99 Prozent das Schwarzwild – was auf ihr Ernährungsgewohnheiten zurückzuführen ist“, so Vocke weiter. Wildschweine ernähren sich gerne von Pilzen und graben im Boden nach tierischem Eiweiß oder Wurzeln. Diese sind teilweise immer noch mit Cäsium 137 belastet das sich dann im Wildbret anreichern kann.



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