Bayerischer Jagdverband e.V. - staatlich anerkannter Naturschutzverband

11.11.2015

Bayerischer Jagdverband: Wachstums-Boom in Bayerns Wäldern hält an – Laubwald nimmt weiter deutlich zu

Ein erfreuliches Ergebnis liefert das 11. Forstliche Gutachten zur Waldverjüngung, das heute im Bayerischen Landtag vorgestellt wurde.


  • Niedrigster Tannenverbiss
    seit Beginn der Aufnahmen 1986
  • 87,6 Prozent der Tannen sind ohne Verbiss
  • Jägerinnen und Jäger in den 750 Hegegemeinschaften in Bayern haben gute Arbeit geleistet
  • Positive Entwicklung auch des Bergwaldes

Feldkirchen/München, 11. November 2015 – Ein erfreuliches Ergebnis liefert das 11. Forstliche Gutachten zur Waldverjüngung, das heute im Bayerischen Landtag vorgestellt wurde. Die Waldverjüngung in Bayern befindet sich insgesamt auf dem Weg hin zu stabilen Mischwäldern, heißt es in dem Bericht. Das Ergebnis der Inventur zeigt, dass die in Altbeständen häufig dominierenden Fichten und Kiefern in den vergangenen 25 Jahren abgenommen haben und Tanne, Buche und Edellaubbäume zunehmen. Die Verbisssituation hat sich in den vergangenen neun Jahren bei allen Baumarten verbessert. Auch die stärker vom Verbiss gefährdeten Edellaubbäume können vielerorts in angemessener Anzahl und Verteilung hochwachsen, bestätigt der Bericht.

Eine positive Entwicklung belegt die Inventur auch für den Bergwald: Dort hat laut Bericht im Vergleich zur Verjüngungsinventur 2012 der Anteil nicht verbissener Pflanzen deutlich zugenommen. Der Anteil der Tanne ist gewachsen.

Die Gutachter kommen zu dem Schluss: Waldbesitzer und Jäger hätten erneut bewiesen, dass Wald und Wild in Einklang gebracht werden können und eine gleichzeitig waid- und waldgerechte Jagd möglich sei.

Ein Ergebnis, für das nach Ansicht von Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbands, die Jägerinnen und Jäger in Bayern Lob und Anerkennung verdienen. Vocke: „Bayerns Jägerinnen und Jäger sehen die Verantwortung, die sie beim Waldbau mittragen, aber ohne die aktive Mithilfe der Waldbesitzer sind viele Ziele nicht zu erreichen. Allein der Abschuss löst keine Probleme im Wald!“ Vocke weiter: „Wir sind auf dem richtigen Weg, aber um das Ziel gemischter artenreicher Wälder mit einem artenreichen Wildbestand zu erreichen müssen alle mithelfen.“

Hintergrund:
Die Bayerische Forstverwaltung erstellt im Jahr 2015 zum elften Mal seit 1986 für die rund 750 Hegegemeinschaften in Bayern die Forstlichen Gutachten zur Situation der Waldverjüngung.

Im März dieses Jahres wurde mit den Erhebungen für das Vegetationsgutachten begonnen. Die so genannten „Außenaufnahmen“ dokumentieren den Zustand der Waldverjüngung in den bayerischen Revieren. Diese „Momentaufnahme“ ist eine der gutachterlichen Grundlagen für die spätere Planung des Rehwildabschusses.

Über die Frage, wie das richtige Verhältnis von Wald und Wild aussieht, herrscht zwischen Jägern, Forstleuten und Wissenschaftlern unterschiedliche Auffassung.

Der Wegfall von ungestörtem Lebensraum, die Zerschneidung der Biotope und die stark industrialisierte Bewirtschaftung in Wald und Feld machen es für unsere heimischen Wildtiere immer schwieriger zu überleben und für die Jagd problematisch, die gesteckten Ziele der Abschussplanung zu erreichen. „Hier muss ein Umdenken stattfinden. Wildtierlebensräume und gesunde Wildtierbestände müssen erhalten werden“, mahnt BJV Präsident Vocke. Dem Bayerischen Jagdverband machen insbesondere die stark geschundenen Bestände von Gams und Rotwild Sorge. Vocke: „Das sind Wildarten, die aus den bayerischen Wäldern und Bergen nicht wegzudenken sind. Sie sind ein Stück bayerische Heimat.“ 

Daher erneuert der BJV seien Ruf nach einem verträglichen Miteinander von Wald und Wild!

» Forstliches Gutachten zur Situation der Waldverjüngung 2015 (StMELF-Website)


Dateien:
PM_Verbiss_et_201511.pdf277 kB

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