Bayerischer Jagdverband e.V. - staatlich anerkannter Naturschutzverband

13.04.2015

Nachtzielgerät – Thema auch in Weiden

Beim diesjährigen Landesjägertag in Weiden stand das Niederwild im Mittelpunkt des Interesses.


Mit einer Baumpflanzaktion begann der Landesjägertag in Weiden: BJV-Präsident Prof. Dr. Jürgen Vocke (2.v.l.) pflanzte zusammen mit Vize-Präsident Moritz von Oettingen-Wallerstein, Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, Landrat Andreas Meier und Alfons Ermer, Vorsitzender des Jagdschutz und Jägerverbands Weiden/Neustadt (v.l.n.r.),  einen Feldahorn.

Mit einer Baumpflanzaktion begann der Landesjägertag in Weiden: BJV-Präsident Prof. Dr. Jürgen Vocke (2.v.l.) pflanzte zusammen mit Vize-Präsident Moritz von Oettingen-Wallerstein, Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, Landrat Andreas Meier und Alfons Ermer, Vorsitzender des Jagdschutz und Jägerverbands Weiden/Neustadt (v.l.n.r.), einen Feldahorn.

„Unser Niederwild verdient Zukunft!“, hieß das Motto für das dreitägige Treffen, zu dem rund 600 Jäger nach Weiden gekommen waren. Breiten Raum in der Diskussion nahmen darüber hinaus das Schwarzwild und der umstrittene Einsatz des Nachtzielgerätes ein.

Das Thema stand auch im Mittelpunkt der Landesversammlung am Samstagnachmittag. Helmut Brunner, Bayerischer Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, stellte eingangs in seiner Rede fest, dass es kein Patentrezept für die Bejagung von Schwarzwild gebe. Aber um ans Ziel, nämlich eine Reduzierung der Schwarzwildpopulation zu kommen, will er den Jägern „alle Instrumente zur Verfügung“ stellen, auch das bei vielen Jägern umstrittene Nachtzielgerät. „Wir haben die jagdrechtlichen Voraussetzungen für den Einsatz geschaffen“, sagte Brunner. Jäger aus drei Gebieten hätten nun dem Bundeskriminalamt ihren Antrag auf Zulassung des Nachtzielgerätes vorgelegt.

„Gutachten bringen uns nicht weiter“, stellte Brunner fest und verließ aus Termingründen die Veranstaltung, bevor Prof. Johannes Dietlein von der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf seinen fundierten Vortrag „Rechtsprobleme einer Freigabe von Nachtzielgräten zum jagdlichen Einsatz im Freistaats Bayern“ beginnen konnte. Darin kommt Dietlein zu dem Schluss, dass es unwahrscheinlich ist, dass das Bundeskriminalamt (BKA) den Einsatz genehmigen könnte.

Breiten Raum in den Ausführungen des BJV-Präsidenten Prof. Dr. Jürgen Vocke nahm das Niederwild ein. Hoffnung macht das Greening, das im Januar 2015 gestartet wurde und jeden Landwirt mit mehr als 15 Hektar Ackerfläche verpflichtet, fünf Prozent seiner Ackerfläche für ökologische Maßnahmen zur Verfügung zu stellen, wenn er die Agrarförderung der EU in Anspruch nimmt. Im Dialog zwischen Landwirt und Jäger kann auf diesen Flächen wertvoller Lebensraum für viele Arten in unserer Agrarlandschaft entstehen.

In Hinblick darauf verabschiedeten die Delegierten einstimmig folgende Resolutionen:

„Der BJV fordert eine Vergabepraxis der Jagdabgabemittel, die sich zwingend an dem Leitsatz „Jägergeld in Jägerhand“ orientiert.“

„Der BJV fordert Staat und Politik auf, darauf hinzuwirken, die Maßnahmen des sog. „Greening“ der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union vorrangig für Maßnahmen zur Verbesserung der Wildtierlebensräume zu nutzen.“

Große Aufmerksamkeit fanden die Fachausschüsse, die am Samstagvormittag tagten. Das Interesse der Jäger an Information und Fortbildung war so groß, dass die Sitzplätze in den Sälen nicht ausreichten. Der Ausschuss Landwirtschaft und die Arbeitsgemeinschaft jagende Land- und Forstwirte informierten in einer gemeinsamen Veranstaltung über die Neuerungen im Bayerischen Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) und im Greening. Der Ausschuss Natur- und Landschaftspflege beschäftigte sich mit den rückläufigen Zahlen bei Feldhase, Fasan und Rebhuhn und erläutert Möglichkeiten, wie gegengesteuert werden kann. Im Ausschuss Revier- und Wildschutz ging es um die Wilderei und im Hochwildausschuss unter anderem um den Rückgang der Bestände beim Gamswild.

Einen akustischen Eindruck von der Jagd konnten sich die Weidener am Samstag mitten in der Stadt machen: Um 11 Uhr fand am Oberen Markt ein Konzert statt, an dem 21. Bläsergruppen aus Weiden und der Nachbarschaft teilnahmen. Pfarrer Gerhard Pausch zelebriert die Hubertusmesse am Sonntag in der Herz Jesu Kirche. Sie wurde von der Jagdhornbläsergruppe Weiden-Neustadt zusammen mit der Jagdhornbläsergruppe Windischeschenbach musikalisch umrahmt.

Weitere Bilder vom Landesjägertag



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