Bayerischer Jagdverband e.V. - staatlich anerkannter Naturschutzverband

Landesjägertag 2017 - Bericht aus dem Kulturausschuss

Im unten stehenden Link können Sie eine Zusammenfassung der Themen zum Ausschuss Jagdkultur lesen.

Landesjägertag 2017 - Bericht aus dem Kulturausschuss

Landesjägertag 2016 - Bericht aus dem Kulturausschuss

Im unten stehenden Link können Sie eine Zusammenfassung der Themen zum Ausschuss Jagdkultur lesen.

Landesjägertag 2016 - Bericht aus dem Kulturausschuss

Landesjägertag 2015 - Bericht aus dem Kulturausschuss

Im unten stehenden Link können Sie eine Zusammenfassung der Themen zum Ausschuss Jagdkultur lesen.

Landesjägertag 2015 - Bericht aus dem Kulturausschuss

Von Jagdpassion und programmiertem Erfolg

Im nachfolgenden Link können Sie einen Text von Dr. Mangold aus der aktuellen "Jagd in Bayern" lesen, der sich mit der Passion des Jagens einerseits und den verbesserten technischen Möglichkeiten im Jagdeinsatz andererseits auseinandersetzt.

Von Jagdpassion und programmiertem Erfolg

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Landesjägertag Altötting - Kulturausschuss – Ethikrat

Wieder einmal ist es dem Vorsitzenden des Ethikrates und des Kulturausschusses Dr. Jörg Mangold gelungen,  Themen für die Landestagung in Altötting zu finden, die hochinteressant und kurzweilig waren. Als Referent für die Veranstaltung wurde Diakon Franz-Josef Reck, Bayreuth, gewonnen. Der katholische Theologe und passionierte Jäger, er ist Mitglied im Ethikrat des Landesjagdverbandes, hat es sich auf die Fahnen geschrieben Brücken zu bauen, nicht zuletzt zwischen privater Jagd und staatlicher Forstpartie.  Anliegen seines Vortrages war es,  der Jägerschaft in Zeiten allgemeiner Verunsicherung ein geistliches „Vademecum“ an die Hand zu geben.

Diakon Franz-Josef Reck schaffte, was selten vorkommt:

Während seines  Vortrages, der immerhin fast eine Stunde dauerte und das Motto  „Ethik und Jagd“ trug, herrschte eine Ruhe bei den zahlreichen Zuhörern, die fast beängstigend war. Man hätte eine Stecknadel fallen hören können, wenn nicht die Jagdhornbläser auf dem Platz vor der Basilika diese Ruhe ab und zu durch ihre Klänge unterbrochen hätten, was aber durchaus zum Thema passte. Menschlich berührend und fachlich fundiert schaffte es Diakon Reck den weiten Bogen der vielen Themen “Ethik“ mit den Fragen nach „Was ist Waidgerechtigkeit? Was ist Jagdkultur? Was ist Jagdethik?“ aufzugreifen, ohne mit einem erhobenen Zeigefinger zu agieren oder dogmatisch zu sein. Er schloss mit einem „Gebet für Jäger“, das der BJV sicherlich an anderer Stelle einmal veröffentlichen wird.

Die Zuhörer waren so fasziniert, dass der lang anhaltende Applaus erst nach langen Sekunden des Nachdenkens fast zögerlich begann, um sich dann fast frenetisch zu steigern. Die Zuhörer, Dr. Jörg Mangold und auch Jürgen Weißmann als zuständiges Präsidiumsmitglied waren sich einig, dass das Referat  als „Sternstunde“  gewertet werden kann und man dieses Thema in einer weiteren Kulturveranstaltung nochmals aufgreifen „muss“.

Die Mitglieder des Ausschusses Jagdkultur hatten gut daran getan, den Vorsitzenden zu  bitten, zum Thema „Humor ist, wenn man trotzdem jagt“ Gedanken zum Besten zu geben. Dies auch um aufzuzeigen, wie breit gefasst die Themen sind, die  sich in „Jagdkultur und Ethik“ verstecken.  

Die von Otto Julius Bierbaum treffliche Definition „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“ änderte Dr. Mangold leicht ab in „Humor ist die Begabung eines Menschen, auf bestimmte Missgeschicke mit einer heiteren Gelassenheit, sozusagen humorvoll zu reagieren“.

Mit zahlreichen Beispielen, die die verschiedenen Arten des Humors aufzeigten, konnte man sich immer wieder identifizieren aber auch feststellen, dass manch Jäger doch recht humorlos ist.

„Witze“ sollten zum Schmunzeln oder Lachen anregen, das nicht gequält kommen sollte, sondern mit Freude.  Dass manche Cartoons und Witze bei Jägern nicht nur Heiterkeit erzeugen, sondern auch zum Nachdenken anregen sollten, das würde er sich von manchen Jägern wünschen.

Sein Resümee: Wenn Jäger ab und an Selbstkritik zulassen könnten und in manchem Jägerwitz vielleicht sogar eine „versteckte Liebeserklärung“ erkennen könnten, wäre manches Problem zwischen jagender und nichtjagender Bevölkerung vielleicht leichter zu lösen?

Hannelore Weißmann

BJV verlieh Franz-von-Kobell-Preis an Professor Josef Zilch

Professor Josef Zilch am Klavier
BJV-Präsidiumsmitglied Jürgen Weißmann, Staatssekretär Bernd Sibler, BJV-Präsident Prof. Dr. Jürgen Vocke, Preisträger Prof. Dr. h. c. Josef Zilch, Laudator Dr. Jörg Mangold und die neue Bayerische Jagdkönigin Bettina Frühwald (v.l.)

Leidenschaft pur für die Jagdmusik

In der Heimat geliebt – In der Welt geachtet

Kaum jemand ist mit der Jagdmusik so tief verwurzelt wie Prof. Dr. h. c. Josef Zilch, dem der BJV am 13. November im Deutschen Jagd- und Fischereimuseum seinen Franz-von-Kobell-Preis verlieh. Der weltbekannte Dirigent und Komponist nahm vor über 150 Gästen und unter der Schirmherrschaft von Bernd Sibler, Staatssekretär für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, den Kulturpreis entgegen.

„Die Musik ist die Sprache der Leidenschaft“, sagte einst Richard Wagner. „Wenn wir von Leidenschaft sprechen, sprechen wir von Josef Zilch“, sagte kürzlich BJV-Präsident Jürgen Vocke. Anlass war die Verleihung des Franz-von-Kobell-Preises, den der BJV zum fünften Mal vergab. Doch nie zuvor hat er eine so international hoch anerkannte Persönlichkeit damit ausgezeichnet. Prof. Dr. Josef Zilch ist zweimaliger Professor honoris causa, und zwar der Musashino-Universität in Japan und der Staatlichen Landesuniversität in Moskau. Darüber hinaus ist der berühmte Dirigent, Komponist und Pianist Emeritierter Ordinarius an der Hochschule für Musik in München. Als passionierter Jäger und Hegeringleiter hat sich Josef Zilch, Mitglied in der BJV-Kreisgruppe Wolfratshausen, ganz der Jagdmusik verschrieben. Auf der ganzen Welt ist er bekannt für seine Chorwerke, Orchesterstücke und Lieder – ganz besonders für seine Hubertusmesse für Waldhörner und Orgel sowie für seine Jagerische Maiandacht, die er bei einer BJV-Audienz in Rom Papst Benedikt XVI. eigenhändig überreichen konnte. „Sein größter Verdienst allerdings ist es“, so Laudator Dr. Jörg Mangold, Jagdmaler und Leiter des BJV-Ausschusses für die Jagdkultur, „dass er sich nicht nur beiden Leidenschaften, sowohl der waidgerechten Jagd als auch der Musik, mit Herz und letzterer geradezu mit Besessenheit hingibt, sondern dass er seine Genialität als Musiker in den Dienst aller Jäger stellt und somit zum unverzichtbaren Botschafter für unsere Anliegen und Ziele wird.“ Josef Zilch werde nicht müde, Mitmenschen zu begeistern, Mitmenschen anzurühren und in seiner eigenen Sprache zu verzaubern. Er sei in der glücklichen Lage, so Mangold, gleich über zwei starke Sprachen, will heißen, über zwei probate Werkzeuge, zu verfügen – die Sprache der Musik und die Sprache des Jägers. „Beide machen ihn zu einem Weltenbürger mit großer Kompetenz und emotionaler Intelligenz“, betonte der Laudator. Trotz der vielen weltweiten Erfolge zeichneten „den Sepp“ seine Heimatliebe und Bodenständigkeit ebenso aus wie sein Geist, Witz und Humor. Bevor Josef Zilch seinen Preis entgegennahm, gab er den Gästen selbstverständlich einige Kostproben seines Könnens am Flügel – teils gemeinsam mit den Oberpfälzer Parforcehornbläsern unter der Leitung von Hubert Bäuml, die der Veranstaltung den passenden Rahmen verliehen.

S. Schlicht

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Gedanken zum Hubertustag und zu Hubertusmessen

Hubertus` Werdegang vom wilden Jäger bis hin zum Schutzheiligen soll für uns Jäger Mahnung und Vorbildfunktion haben.

Die Verehrung des Hubertus macht nur Sinn, wenn wir davon ausgehen, dass er fortan, auch nach seiner Bekehrung weiterhin gejagt hat.

Er hat nicht aufgehört zu jagen sondern er hat damit begonnen verantwortungsvoll zu jagen, will heißen tierschutzgerecht, waidgerecht, nachhaltig, ethisch und stets eingedenk, dass alle Tiere der gleichen Schöpfung entstammen wie wir Menschen. 

Der Heilige Hubertus hat für uns Symbolkraft.

Ein Symbol hat aber nur dann Kraft und Wert, wenn wir es selbst mit Leben erfüllen können. Hubertusmessen und stilvolle Hubertusfeiern sind deshalb für uns unerlässlich.

Die Errichtung und Pflege von Hubertuskapellen, Bildstöcken u.ä. , sind schon immer auch Anliegen der Jägerschaft. Nicht nur auf dem Land hat die Hubertusverehrung ihren festen Platz, auch bei Nichtjägern, die die Jagd als festen Bestandteil unserer Kultur anerkennen.

Mit dem Wegfall der Hubertusmessen und somit  der Hubertusverehrung würde unsere Kultur und unser christlicher Glaube Schaden leiden.

Jörg Mangold

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Landesjägertag 2013: Eingangsreferat von Dr. Mangold

Dr. Jörg Mangold, Wildtiere - Teil unserer Schöpfung (PDF-Datei)

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Landesjägertag Memmingen - Bericht über Arbeitskreis „Ausschuss Jagdkultur“

Wieder einmal war die Zeit zu kurz, um auch nur ansatzweise die Vielfalt der Jagdkultur vorzustellen. Nach einem kurzen Gedenken an den verstorbenen Hildebrandt Walther, freute sich der  Ausschussvorsitzende Dr. Jörg Mangold außerordentlich, die Referenten Prof. Dr. Helmut Zöpfl, Professor Josef Zilch und vom Lyrikkreis Hans Milles begrüßen zu können.

Die Beiträge waren vielversprechend - und, um es vorweg zu nehmen - hochinteressant und wie seit Jahren von bester Qualität. So widmete sich Prof. Zöpfl dem Thema „Unsere Verantwortung gegenüber der Schöpfung“ und stellte gleich zu Beginn fest, dass Schöpfung viel mehr als nur Evolution sei, was er mit vielen Beispielen belegte. Er gab den zahlreichen Zuhörern aber auch Fragen auf den Weg: „Was sind Werte wert“ - „Was ist Bildung“?

Ehrfurcht, Demut, Redlichkeit oder Zärtlichkeit müssten für Kinder spürbar, erlebbar sein. Kinder wie Erwachsene müssten anhand der Wunder der Natur das Staunen wieder lernen und neu begreifen, dass Wasser nicht nur H2O ist, sondern Labsal, Nahrung, Regen, Flut, warm oder kalt sein kann. Umwelt müsse ertastet, erfühlt, gehört werden. Man sollte den Mut haben, entgegen dem Trend Wissen nicht nur zu vermitteln, sondern Wissen zu erleben. Dass Natur durchaus mit Hören zu tun hat, zeigt seit vielen Jahren Professor Zilch in hervorragender Weise, bei seinen mit vielen Musikbeispielen gespickten Vorträgen. Morgenstimmung, das Rieseln des Regens, das Heulen des Sturms … in der Natur ist Musik. Natur als Lebensraum hat Künstler zu allen Zeiten fasziniert. Während wir heute in Kaufhäusern oder sogar beim Reifen wechseln „musikalischen Geräuschen“ fast erschlagen werden, haben sich Komponisten aller möglichen Gattungen mit den Gesetzmäßigkeiten von Natur und Musik in allen Jahrhunderten beschäftigt.

Beethoven, Vivaldi, Debussy, Strauß, Haydn, Carl Maria v.Weber, Smetana - Professor Zilch bewies mit vielen Beispielen, dass die Musik sich an der Natur orientiert, aber natürlich doch auch - in einer immer besonderen Art - eigene Wege geht. Mit Bildern und Musikbeispielen aus der „Schöpfung von Haydn“, die unter seiner Regie 2009 in der Tokyo Suntaryconcerthall aufgeführt wurde,  beendete er seinen, von immer wieder mit großem Applaus unterbrochenen Vortrag.

Hans Milles bedauerte zu Beginn seines Beitrages, dass Lyrik teilweise zu einem Kulturgut wurde, das in Vergessenheit geriet. Mit dem von ihm 2011 ins Leben gerufenen „Dichterkreis Jagdlyrik im BJV“ wollen er und seine Kollegen dieses Gut wieder zu neuem Leben erwecken. Ottokar Wagner und Walter Heil steuerten dazu in Memmingen - wie auch schon bei den Kulturtagen in Bad Windsheim und der Messe in Augsburg - verschiedene Gedichte bei, die sowohl heiteren wie auch nachdenklichen Inhalts waren.

Resümee: Was von Dr. Jörg Mangold in seinem Eingangsreferat schon gewünscht wurde, bestätigten letztendlich alle Referenten des Tages: Kultur und Ethik müssen die Grundlagen unserer heutigen Jagd sein und bleiben. Jagd viel mehr ist als „Beute machen“. Auch wenn viele die kulturelle Arbeit für überflüssig erachten, weil ihrer Meinung nach im heutigen Jagdbetrieb, in dem es hauptsächlich darauf ankommt die Schalenwildbestände zu reduzieren und den Wildschaden zu verhüten -  kein Platz mehr dafür sei, würden Jäger verarmen und sich sogar an der Schöpfung versündigen, wenn sie nicht nach außen tragen, dass Jagd ein uraltes, wertvolles Kulturgut darstellt. Jagd kann und soll den Anspruch erheben, eine geistige Lebensform zu sein, die einen aufrechten, ehrlichen und demütigen Jäger erfordert, der sich vor der Natur in Demut verneigt.

Hannelore Weißmann

Mitglied im Ausschuss Jagdkultur


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