Bayerischer Jagdverband e.V. - staatlich anerkannter Naturschutzverband

Portrait Peter Wilz

Am 28. März 1942 erblickte ich das Licht der Welt im Schwäbischen Wald, wäre aber fast verwechselt worden, weil meine Tante drei Stunden zuvor ein Mädchen bekam. Als mein Vater tags darauf stolz seinen Stammhalter besichtigte und aus der Windel wickelte, Papa war Tierarzt und wollte eine exakte Lebendbeschau, stellte er fest: „Da fehlt was!“ Schnell war die Ordnung wieder hergestellt.

Da Urgroßvater, Opa und Vater Jäger waren, legte ich bereits mit 16 die Jägerprüfung ab und gehörte dann ab 1958 zu den „echten“ Jägern. Zuvor war  ich bereits  Jagdhornbläser. Zur Dichtung brachten mich hervorragende Deutschlehrer, bei denen ich viele Balladen und sogar Schillers „Glocke“ lernen durfte. Erste eigene Gedichte verfasste ich für meine Jugendfreundinnen, sehr romantische Texte. Für besondere Anlässe war mir zeitlebens ein eigenes Gedicht immer angenehmer als eine offizielle Rede.

Wenn „Nordlichter“ zu Besuch kamen, trug ich mit viel Erfolg Uhlands „Schwäbische Kunde“ vor – heute ist das, der „political correctness“ wegen, leider kaum mehr möglich.

Als 2010 der Jagdlyrik-Wettbewerb ausgeschrieben wurde, nahm ich bei diesem Wettbewerb teil und schreibe seither bei langen Ansitzen immer mal wieder einige grüne Verse. Meine Jagdtagebücher regen mich außerdem an, alte Erlebnisse neu zu erzählen.

Portrait Christian Knopf

Geboren wurde ich 1965 in Frankfurt am Main. Im Main-Taunus-Kreis (MTK) wuchs ich quasi im Grünen auf. Das Interesse an der belebten Umwelt wurde durch Ferienaufenthalte im ländlichen Raum geweckt, speziell auch das an der Jagd. Nach dem Erlernen eines „grünen“ Berufes legte ich 1998 die Jägerprüfung ab.

Meine dichterische Ader glaubte ich schon in der Kindheit entdeckt zu haben, tatsächlich hatte ich meine erste Veröffentlichung 1987 in einer überregionalen, süddeutschen Tageszeitung. Hierdurch ermutigt versuche ich seither, selbst Erlebtes und andere Eindrücke gereimt in Worte zu fassen. Dies umfasst alle Lebensbereiche. Besondere Freude macht mir dabei auch das Spiel mit der deutschen Sprache, Doppelsinnigkeiten zu erzeugen etc.

Im Juli 2015 bin ich dem „Arbeitskreis Jagdlyrik im BJV“ beigetreten und möchte dazu beitragen, dass auch von der nicht jagenden  Bevölkerung die Jagd als Teil unserer Kultur verstanden wird, der sich leicht mit Malerei, Dichtkunst und Musik in Einklang bringen lässt.

Unser Hütterl*

Im weiten Felsen-Paradies,
Inmitten grüner Almenpracht,
steht eine kleine Jägerhütte,
beschaulich, ja gar märchenhaft.

Umsäumt von grünen Wiesenstreifen,
Von würz‘ger Bergesluft umweht,
Verneigt sich stumm die Altbetagte
vor ihrer Alpenmajestät.

Bretter, Schindeln braunverwittert,Vergoldet von der Sonne Strahl,Ringsum märchenhafter ZauberGlänzt und grüßt vieltausendmal.

Sie bot dem Waidmann manche Stunde
Schutz in ihrem schlichten Raum,
Frohgefühl und tiefer Friede
Herrschten dann gleich einem Traum.

Nun lauscht sie dankbar schon ein Leben
Der Wildbach immerwährend Weise
Und kennt auch ihrer Hirsche Ruf;
Der Zahn der Zeit nagt an ihr leise,
Doch längst ruht der, der sie mal schuf.

Hans H. Milles

* meinem Freund Hubert Müller-Bauer in Dankbarkeit gewidmet

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Novemberstille

Wie wertvoll doch der November ist! Wir, die wir uns im Sommerrausch verloren hatten, kommen jetzt in der Stille und dem Frieden, den dieser Monat in uns ausbreitet, wieder zur Ruhe. Sind doch gerade die wabernden Nebel mit der verhangenen Landschaft, die keine Ablenkung dulden, auch äußerliche Schranken zum Innehalten mit der Aufforderung zur Rückschau. Wir finden wieder zu uns selbst zurück!

Zwangsläufig gedenken wir dabei auch all jener Menschen, die vorausgegangen sind in die Ewigkeit. So ist denn, wenn wir es recht besehen, dieses stille Resümee weit mehr als nur nackte Bewertung einer jüngst vergangenen Zeit, sondern letztlich auch Bewusstwerden unserer Pflicht für einen stillschweigenden Dank gegenüber dem Schöpfer.

Das Geschehen um uns herum macht uns bewusst, dass auch wir als Teil der Schöpfung einbezogen sind in den Kreis zwischen Werden und Vergehen. Neben den großen impulsgebenden Christenfesten Ostern, Pfingsten und Weihnachten im Jahreslauf sollten wir dem uns nur indirekt ansprechenden November mehr Beachtung schenken. Denn dieser Monat vermittelt uns wesentliche Erkenntnisse über uns selbst und nimmt uns dabei stillschweigend in die Pflicht unser Leben zu überdenken und ggf. zu bereinigen. Eine zusätzliche Chance, der wir uns bewusst sein sollten!

Ottokar G. E. Wagner

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Frostnacht

Wie ein uneingeschränkter Herrscher leuchtet der Dreiviertelmond vom stahlblau ausgestirnten Himmel herab, taucht den dahinträumenden Wald in mystisches Licht. Es sind völlig andere Bilder und Konturen als am Tage, die sich dem Auge in dieser frostklirrenden Winternacht offenbaren. Das üppig herabfließende Licht der Himmelsleuchte lässt das große weiße Tuch, das über allem liegt, erglitzern und veredelt damit die weiße Monotonie zu einem Zaubermantel Dabei erfährt auch die langsam vermodernde Kiefer, die eine nächtliche Sturmböe vor zwe1 Jahren geworfen hat, wieder Momente der Erinnerung.

Buchen und Fichten werfen jetzt lange Schatten auf den breiten Waldweg, über den vor einer Stunde der große Keiler seine Fährte zog - unbeirrt und sicher seines Weges. Er ist noch rauschig, daher interessiert ihn auch nicht die Kirrung, die der Jäger für ihn angelegt hat. Er hat anscheinend in der verfilzten Buchenverjüngung, jenseits des Weges, den Tag verschlafen, dort, wo die kleinen Rotbuchen in ihren braunen Umhängen den Winter abwarten. Von Zeit zu Zeit knackt der starke Frost hinter der Baumrinde der Fichten, bellt der Hund des Einödbauern, und die Turmuhren der umliegenden Dörfer verkünden die verronnenen Stunden. Ansonsten gebietet die Stille in dieser Winternacht

Die erste Stunde des neuen Tages ist um; Zeit zum Abbaumen für den durchgefrorenen, jagdlich zwar erfolglosen, aber innerlich reich beschenkten Jäger. Minus 14 Grad sind es. Da wird zu Hause der Grog gut tun. Im Wagen gleitet die verzauberte Landschaft noch einmal an ihm vorbei. Seine Gedanken aber weilen schon wieder auf der Kanzel, wo er auch in der kommenden Nacht erneut auf den Keiler passen wird.

Ottokar G. E. Wagner

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Wollt a Bua a Jaga wer´n…

Jaga wollt a wer´n, da Bua,
Tag und Nacht lasst´s ehrm koa Ruah´.
Do moant da Freind´ „..des kemma griang,
i wird di scho´zum Jaga ziang“.

Scho früah s´ans drauß´ – beim Morgengsang.
Sie pirsch´n – dann ein Mordsdrum G´stang.
Do sagt da Freind, ganz ohne Jux,
„..wos do a so stingt, des war a Fuchs”.
- Oiso - I
I riach nix -

A Hosaenmo, der sprengt sei Frau,
da Freind seg´t olles ganz genau.
Er heb´t sey Flint´n „..segs´t as ned,
wo de kloane Birka steht“?
- Oiso - I
I seg nix -

Beim hoam geh dann – a Marda schreit,
da Freind hot´s g´hert, es war ned weit.
Er hebt an Finga „.. hoit dey Mei´,
jatz herst dann glei an Mardaschrei“!
- Oiso - I
I her´ nix -

Jaga wollt a wer´n , da Bua,
doch heut´der Tag lasst ehrm koa Ruah`.
„I riach nix, seg nix, tua nix her´n,
sollt I liaba Fischa wer´n “?

Ludwig Thoma

Portrait Ludwig Thoma 

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Die Stille liegt noch überm Hag
Du Morgenstund, Du heilige.
Die Sonn geht auf, schon ist es Tag,
Da geht sie hin, die eilige.
Ein letzter Blick in das Gelände;
Vorbei das schöne Wochenende.
Heimwärts der Schritt, Sehnsucht geht mit...

Erwin Schwemmer

Portrait Erwin Schwemmer

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K l e i n e r W i n k

Alleine wer die Natur
kennt, versteht und liebt,
so dass das Geißkitz fiept
und die Tauben schwätzen,

weiß die Rolle der Jäger
in Forst und Flur
als Richtungsfeger
hoch zu schätzen –

Olivier Theobald

Portrait Olivier Theobald

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Im Waldesschweigen

Gott  b e w e i s e n, Gott  e r k e n n e n,
Das kann niemals dir gelingen,
Leichter kann das Menschenhirn
Sterne zum Entflammen bringen.

Willst jedoch den Herrgott  f ü h l e n,
Kann ich dir ein Plätzlein zeigen
Unter hohen, grünen Fichten
Eingehüllt in Waldesschweigen.

Komm, geh hin mit deiner Seele,
Aber geh recht leise, leise –
Was du fühlst in diesem Schweigen,
Das, ja, das ist  S e i n e  Weise

Hans Fuschlberger

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Der Wald

Hast du den Wald noch nie gefragt,
Was er dir von sich selber sagt?
So geh hinaus bei Mondenlicht
Und horch, was er ins Herz dir spricht.

Jetzt bin ich stille Sommernacht
Und morgen wohl des Herbstes Pracht;
Ich bin des Hirsches stolzer Gang,
Der Drossel heller Jubelsang;
Ich bin das Lied vom Quellenbach
Und eines Domes grünes Dach;
Ich bin der Traum der Ewigkeit,
Wo Gott dir seine Flügel leiht.
Wenn du’s nicht fühlst, verstehst du’s nicht –
Bleibst auch in mir ein armer Wicht.

Hans Fuschlberger

Portrait Hans Fuschlberger 

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Ein Pirschgang

Der Sommer glänzt im grünen Kleid.
Bachgemurmel,
wassergleich verrinnt die Zeit,
Natur-Idylle.

Blätter rascheln leise im Wind.
Vogelgezwitscher,
baumwipfelhoch angestimmt,
Melodische Stille.

Waldboden duftet im feuchten Grund.
Schritt gedämpft,
pirscht Jäger mit Hund,
spürt Lebensfülle

Wild steht äsend im Büchsen-Licht.
Jagdfieber,
Waffe fährt langsam ins Gesicht,
Beute als Wille.

Rotbraun liegt sie still im Laub.
Jagdfreude,
macht für alles andere taub,
Erlebnisfülle.

Halali!

Walter Heil

Portrait Walter Heil

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Wintermorgen

Gedanken geh’n durch’s Zimmer,

drauß fordert Frost so manches End.

Die eisig Nacht, sie will nicht enden,

im Ofen kaum noch Feuer brennt.

Und doch durchdringt den Winternebel

Ein fahles Licht, ein Sonnenschimmer,

ein Frühlingshauch macht Sehnsucht schlimmer,

nach Vogelsang und grünem Strauch.

 

André Knipp

Portrait André Knipp


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