Der Frühling kommt

Hainbuche, Weißdorn, mancher Strauch

zeigt erste Blätter. Wie ein Hauch

zieht’s zartgrün durch die Linden.

 

Am Wege und am Waldesrand

viel Buschwindröschen halten stand

den noch recht kühlen Winden.

 

Narzissen, Veilchen, Tausendschön

geschwisterlich im Garten stehn.

Laß uns ein Kränzlein binden.

 

Ohn’ Unterlaß die Vögel all’,

sie singen uns mit hellem Schall,

woll’n so den Frühling künden.

 

Ach, Frühling, welch ein großes Glück

bringst Du nach trüber Zeit zurück,

lässt manche Sorge schwinden.

 

Und morgen bin ich im Gehege

und geh entlang die stillen Wege,

kann Ruh’ und Frieden finden.

Renate Schulz

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Archiv: Das grüne Verserl

Das Dreiblatt

Die Jagd, um den Vergleich zu bemühn,

Ist wie ein Dreiblatt, ganzjährig grün,

Vorfreude, Erfolg und Erinnerungsstück,

Werden als schönstes Erdenglück

Auf ewig vereint im Herzen erblühn.

Hans Heinrich Milles

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Erster Schnee

Verklungen Herbstes Abgesang,

verstummt der Grillen Lieder.

Nur Krähenrufe hallen lang

noch durch die Feldmark wider.

 

Erloschen auch der Sonne Glanz,

und Nebelgeister steigen

aus Klüften jetzt zum nächtlich Tanz,

erschauernd Geisterreigen.

 

Der Nachtwind fiedelt's Totenlied.

Ein Hofhund jault im Bunde.

Von Westen überm Felsenstieg

zieht's blauschwarz her zur Stunde.

 

Doch tags darauf strahlt weiße Pracht.

Still hat der Große Maler

aus dunkler Wolken schwerer Fracht

gezaubert Sternentaler.

 

Ottkar  G.E. Wagner